Osnabrück  Anwohner monieren fehlende Beteiligung bei Umgestaltung der Ebertallee in Osnabrück

Thomas Wübker
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Von Thomas Wübker
| 04.10.2025 06:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Lob, aber auch viel Kritik wurde bei der Info-Veranstaltung im Heinz-Fitschen-Haus in Osnabrück geäußert. Dort wurden die Pläne zur Umgestaltung der Ebertallee vorgestellt. Foto: Thomas Wübker
Lob, aber auch viel Kritik wurde bei der Info-Veranstaltung im Heinz-Fitschen-Haus in Osnabrück geäußert. Dort wurden die Pläne zur Umgestaltung der Ebertallee vorgestellt. Foto: Thomas Wübker
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Bei einer Informationsveranstaltung zur Umgestaltung des Pastor-Karwehl-Platzes in Osnabrück kritisieren Anwohner die fehlende Beteiligung an den Plänen und äußern Bedenken wegen der Sperrung der Ebertallee.

Rege Beteiligung und viel Redebedarf gibt es bei der Info-Veranstaltung im Heinz-Fitschen-Haus zur Neu-Gestaltung des Pastor-Karwehl-Platzes im Schinkel in Osnabrück. Manche Bürger sind sauer auf die Stadt.

Auf die Frage, was sie von den Plänen zur Neu-Gestaltung des Pastor-Karwehl-Platzes hält, steckt sich Silvia Heß den Mittelfinger in den Mund – das internationale Zeichen für: „Zum Kotzen.“ Eine Anwohnerbefragung habe nicht stattgefunden, sagt sie weiter. Sie wohnt direkt an der Ebertallee. Keiner ihrer Nachbarn sei gefragt worden. „Schreibtisch-Täter“, sagt sie achselzuckend und meint damit, dass die Planungen am Bedarf der Anwohner vorbeigehen.

Auch eine andere Frau, die anonym bleiben will, sagt, sie sei aufgebracht. Sie sagt ebenfalls, dass sie nicht beteiligt wurde. Darüber habe sie am Mittwoch auch mit anderen Anwohnern auf dem Markt an der Ebertallee gesprochen. „Man kann nirgendwo erfahren, wo man über die Planungen abstimmen kann“, sagt sie.

Der größte Kritikpunkt Silvia Heß‘ ist die Sperrung des Teils der Ebertallee, der zur Tiefstraße führt. „Weder durch die Tief- noch durch die Jägerstraße kommt man jetzt unbeschadet zur Tannenburgstraße – weder als Rad noch als Autofahrer“, sagt sie. Beide Straßen sind so zugeparkt, dass eine Einsicht in die Tannenburgstraße kaum möglich ist, so Silvia Heß. Sie befürchtet, dass sich die Zahl der Unfälle häufen wird und fühlt sich auch selbst gefährdet. „Ich hätte noch tausend andere Kritikpunkte“, führt Silvia Heß weiter aus. Doch sie muss erstmal Luft holen. Sie schöpft Hoffnung daraus, dass die Pläne noch nicht in Stein gemeißelt seien, sagt sie noch.

Das wird von Stephan Mönkediek vom Fachdienst Verkehrsanlagen bestätigt. Er steht am Mittwochabend mit mehreren Kollegen im Heinz-Fitschen-Haus Rede und Antwort. Mönkediek sagt aber auch, dass die Entwidmung und die damit verbundene Sperrung des Abschnitts der Ebertallee zur Tiefstraße beschlossen sei. Dort soll mehr Aufenthaltsqualität durch Begrünung entstehen.

Die Sperrung diene auch dazu, den Durchgangsverkehr im Bereich der Ebertallee zu verhindern. „Der Verkehr soll über die Wesereschstraße und die Tannenburgstraße fließen“, so Mönkediek. Würde es keine Sperrung geben, gebe es mehr Verkehr vor den Häusern der Anwohner. Unklar ist noch, ob der nördliche Teil der Straße Ebertallee eine Einbahnstraße bleibt. Sollte der Verkehr in beide Richtungen gelenkt werden, würden Stellplätze wegfallen, sagt Mönkediek.

Die Schinkelaner würden ihre Kritik moderat vortragen, sagt Mönkediek. Er verweist darauf, dass Anregungen oder Kritik im Internet unter www.dialog.osnabrueck.de/ebertallee geäußert werden kann.

Das braucht Peter Albers nicht mehr. Er war nur ins Heinz-Fitschen-Haus gekommen, um sich zu informieren. Jetzt ist er gespannt, wie sich der Pastor-Karwehl-Platz entwickelt. „Dass er und der Marktplatz umgestaltet werden, finde ich gut.“ Peter Albers hofft darauf, dass sich der Durchgangsverkehr verringert. Mit der Teil-Sperrung der Ebertallee, könne er leben, sagt er. „Aber ich kann verstehen, dass es für die Leute, die direkt dort wohnen, schwierig ist.“

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