Kickers-Drama gegen HSV II Unger über „Kacksport Fußball“ und Kampfansage an Oldenburg
Kickers Emden war vor 2250 Zuschauern gegen den Hamburger SV sicher auf der Siegerstraße. Nach dem 3:4-Drama gab es von Co-Trainer Markus Unger aber auch eine Kampfansage in Richtung Oldenburg.
Emden - Mit einem Sieg und einem positiven Gefühl wollte sich Kickers Emden Selbstvertrauen fürs Derby am kommenden Samstag beim Tabellenführer VfB Oldenburg holen. Der BSV war im Heimspiel gegen den Hamburger SV II auf dem allerbesten Wege dorthin, nach einer dramatischen 3:4 (1:0)-Niederlage schlichen die Ostfriesen mit hängenden Köpfen vom Platz. „Fußball ist manchmal so ein Kacksport. Wenn du nach einer Roten Karte und einem 2:3-Rückstand noch das 3:3 machst, gehen alle mit einem guten Gefühl nach Hause. So habe ich eine Laune bis nach Meppen oder sogar noch weiter“, suchte Co-Trainer Markus Unger nach den richtigen Worten.
Denn seine Mannschaft ging in diesen intensiven 90 Minuten vor der starken Kulisse von 2250 Zuschauern durch ein komplettes Wechselbad der Gefühle. Nach einer überzeugenden ersten Halbzeit mit der verdienten Führung durch einen frühen Kopfballtreffer von Theo Schröder (9.) stellte der BSV nach dem Wechsel alle Zeichen auf den vierten Heimsieg. „Wir wollten mit aller Macht auf den zweiten Treffer gehen“, erklärte Unger, der weiterhin den erkrankten Trainer Stefan Emmerling vertrat.
Überragender Eickhoff trifft zum 2:0
Das gelang den Emdern auch auf beeindruckende Weise. Der überragende Mika Eickhoff, der schon in der ersten Halbzeit mit einigen sehenswerten Anspielen und Aktionen geglänzt hatte, setzte in der eigenen Hälfte zu einem unwiderstehlichen Sprint an, schüttelte noch seinen Gegenspieler ab und schob gekonnt zum 2:0 ein. „So ein Spiel darfst du nie verlieren. Nach dem 2:0 hatten wir die Partie komplett auf unserer Seite“, befand Unger richtig.
Spieldaten
Kickers Emden: Quindt, Engel, Göttlicher, Janssen (82. Eilerts), Adou, Siderkiewicz, Schmidt, Igwe, Eickhoff (72. Eickschläger), Steffens (57. Stöhr), Schröder (74. Schiller)
Tore: 1:0 Schröder (9.), 2:0 Eickhoff (47.), 2:1 Boakye (65.), 2:2 Adam (69.), 2:3 Boakye (77./Foulelfmeter), 3:3 Eickschläger (87.), 3:4 Tuppeck (90.+4)
Eine völlig unnötige Aktion leitete dann die Wende ein, denn der HSV hatte bis auf eine Chance ganz früh in der Anfangsphase überhaupt keine Tormöglichkeiten. Michael Igwe sah in der 55. Minute zu Recht die Gelb-Rote Karte, danach war es ein völlig anderes Spiel. Zudem kam noch ein weiterer individueller Emder Fehler hinzu, der die wilden 12 Minuten einleitete, in denen dem HSV gleich drei Treffer gelangen.
Kai Kaissis verliert unnötig den Ball
Vor dem ersten Hamburger Tor hatte der eingewechselte Kai Kaissis den Ball völlig unter Kontrolle, hätte schon lange weiter spielen können. Stattdessen kam er ins Straucheln, Maurice Boakye luchste ihm den Ball ab und sorgte damit für den Startschuss zur Wende der Partie. Auch nach dem 2:3 gaben sich die Emder noch nicht auf, schüttelten sich kurz und drängten auf den Ausgleich.
Mit einem Treffer der Marke Traumtor belohnten sie sich dann auch für die Bemühungen. Der eingewechselte Michel Eickschläger (87.) fasste sich aus fast 30 Metern ein Herz und hämmerte den Ball zu seinem ersten Meisterschaftstor für Kickers in die Maschen. „Über das Tor habe ich mich extrem gefreut. Wir sagen es ihm immer im Training, dass er solche Aktionen nehmen soll“, lobte Unger. Aber dann kam noch ein letzter Hamburger Angriff, den Niklas Tuppeck (90.+4) mit einem Schuss aus der Drehung vollendete - Keeper Norman Quindt machte dort nicht den allerbesten Eindruck.
Ungers Kampfansage an Oldenburg
Nach der Niederlage bleiben den Emdern in dieser Saison nur noch zwei Ziele: nämlich so schnell wie möglich den Klassenerhalt perfekt zu machen und die ein oder andere Top-Mannschaft zu ärgern. Das fassungslose Team wurde von der Fankurve schon auf den kommenden Samstag in Oldenburg eingestimmt. „Wir wollen den Derby-Sieg“, hallte es nach Schlusspfiff durchs Ostfriesland-Stadion. Und auch der missgestimmte Markus Unger machte schon einmal eine Kampfansage: „Wir wollen am Samstag in Oldenburg gewinnen, das ist unser klarer Auftrag.“