Osnabrück Osnabrücker können braune Tonne: Awigo zieht Bilanz nach Kontrollaktion
Nur etwa halb so oft wie im bundesweiten Vergleich wurden Biotonnen im Landkreis Osnabrück stehengelassen. Für ein Problem sorgen ausgerechnet kompostierbare Beutel.
Im Landkreis Osnabrück wurden im Rahmen einer bundesweiten Kontrollaktion von Montag, 15. September, bis Freitag, 10. Oktober 2025, laut Abfallwirtschaft Landkreis Osnabrück GmbH (Awigo) über 12.400 Biotonnen überprüft. Durch die Aktion, die Teil der bundesweiten Kampagne #wirfürbio ist, sollten sogenannte Störstoffanteile gefunden werden – also alles, was eigentlich nicht in die braune Tonne gehört. Die Awigo beteiligte sich bereits zum zweiten Mal daran.
Insgesamt wurden laut Awigo rund 200 Tonnen im Landkreis wegen zu hoher Störstoffanteile nicht geleert. Das entspricht 1,6 Prozent. Bundesweit liege die Quote bei drei Prozent – 9000 von mehr als 300.000 Tonnen wurden insgesamt stehen gelassen. Die Awigo sieht sich durch das gute Ergebnis in ihrer Arbeit bestätigt: Die regelmäßigen Kontrollen würden ihre Wirkung zeigen, denn der Anteil an Biotonnen mit zu vielen Störstoffen sinke von Mal zu Mal.
Seit Mai 2025 schreibt die neue Bioabfallverordnung strengere Vorgaben vor. Kommunale Entsorger müssen demnach Biotonnen regelmäßig kontrollieren. Ziel sei es, den Anteil an Fremdstoffen wie Plastik, Metall oder Glas zu verringern. Erlaubt sind nach Verordnung maximal ein Prozent Kunststoffe und höchstens drei Prozent Störstoffe insgesamt.
Besonders Plastiktüten, als kompostierbar gekennzeichnete Beutel, Glas und Metall sorgen bei der Entsorgung für Probleme. Sie müssen mit hohem technischen und wirtschaftlichen Aufwand aussortiert werden – oder landen schlimmstenfalls auf Feldern, in Gewässern oder in unserer Nahrungskette.
Dass auch als kompostierbar gekennzeichnete Beutel nicht in die Tonne dürfen, hat einen guten Grund. Auf der Website der #wirfürbio Kampagne wird erklärt, dass die Tüten zwar biologisch abbaubar sind, die Zeiträume dafür aber mehrere Wochen über normalen Verweildauern in industriellen Kompostieranlagen liegen. Der Nachweis der Kompostierbarkeit erfolge „unter idealisierten Laborbedingungen“, die in der Realität der Abfallwirtschaft schlicht nicht gegeben seien.
Darüber hinaus seien die kompostierbaren Tüten technisch nicht von Plastiktüten zu unterscheiden – sprich in den Kompostieranlagen müssten die Tüten möglichst früh aus dem Prozess entfernt werden. Deshalb würden auch „kompostierbare Plastikbeutel“ und damit auch der wertvolle Inhalt an kompostierbaren Abfällen in der Regel in der Müllverbrennungsanlage landen.
Bioabfälle sollten daher lose oder in Papier eingewickelt in die Tonne gegeben werden. Plastiktüten gehören in den Restmüll. Die Awigo empfiehlt Zeitungspapier oder Papiertüten, um Bioabfall zu sammeln. Weitere Hinweise gibt es unter wirfuerbio.de/awigo.