Osnabrück  Vogelgrippe breitet sich aus – droht nun auch im Landkreis Osnabrück eine Stallpflicht?

Jean-Charles Fays
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Von Jean-Charles Fays
| 24.10.2025 17:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In mehreren Landkreisen wurden bereits Infektionen nachgewiesen. Das Bild zeigt ein Tor in einem Seuchen-Sperrgebiet in Brandenburg. Die Vogelgrippe breitet sich auch in Niedersachsen immer stärker aus. Foto: dpa/Christophe Gateau
In mehreren Landkreisen wurden bereits Infektionen nachgewiesen. Das Bild zeigt ein Tor in einem Seuchen-Sperrgebiet in Brandenburg. Die Vogelgrippe breitet sich auch in Niedersachsen immer stärker aus. Foto: dpa/Christophe Gateau
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Immer mehr Fälle von Vogelgrippe in Niedersachsen: Nach Cloppenburg, Diepholz und nun Vechta rückt die Seuche näher an die Region Osnabrück heran. Das Risiko steigt, Geflügelhalter sind alarmiert. Der Landkreis beobachtet die Lage genau.

Die Vogelgrippe rückt immer näher an die Region Osnabrück heran. Nach drei Fällen in Garrel (Landkreis Cloppenburg) und einem Ausbruch im Landkreis Diepholz ist nun auch im Landkreis Vechta bei einem Kranich im Goldenstedter Moor die Vogelgrippe nachgewiesen worden. In den Niederlanden ist wegen der Vogelgrippe-Gefahr bereits vor einigen Tagen eine landesweite Stallpflicht für Hühner angeordnet worden. Geflügelhalter und die CDU-Landtagsfraktion fordern, diese Maßnahme auch in Niedersachsen einzuführen.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium verweist allerdings darauf, dass die Entscheidung über Stallpflichten bei den örtlichen Veterinärämtern liegt. Der Höhepunkt des Vogelzugs steht nach Angaben des für Tierseuchen zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts noch bevor. Daher sei die Gefahr für Tierhalter, dass die Vogelgrippe in ihre Bestände eingeschleppt wird, weiterhin groß.

Der Landkreis Osnabrück plant derzeit keine Stallpflicht, führt aber eine regelmäßige Risikobewertung durch, wie Kreissprecher Henning Müller-Detert auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte: „Aktuell ist die Stallpflicht für Geflügel nicht geplant, doch wird regelmäßig eine Risikobewertung durchgeführt, ob eine Aufstallung des Geflügels erforderlich ist. Dabei werden neben der Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auch lokale Gegebenheiten und Untersuchungsbefunde einbezogen.“

Bislang wurden im Landkreis Osnabrück keine Viren nachgewiesen. Seit September sind laut Landkreis 46 Wildenten getestet worden – alle Ergebnisse waren demnach negativ. Angesichts der jüngsten Vogelgrippe-Fälle in den angrenzenden Nachbarkreisen Cloppenburg und Diepholz sagt Müller-Detert: „Dieses Risiko ist in den vergangenen Wochen gestiegen, weil es zu vermehrten Fällen bei Wildvögeln – hier insbesondere bei Kranichen – gekommen ist.“

In früheren Jahren sei der Landkreis Osnabrück im Vergleich zu anderen Regionen allerdings deutlich weniger betroffen gewesen. „Dazu hat sicher auch beigetragen, dass die hiesigen Geflügelhalter ihre Biosicherheitsmaßnahmen freiwillig erhöht haben“, betont der Kreissprecher. Geflügelhaltungen müssen beim zuständigen Veterinäramt gemeldet werden. Ein Bestandsregister muss geführt werden.

Um das Risiko zu minimieren, ruft der Landkreis alle Geflügelhalter auf, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen. Dazu gehören unter anderem: Zutritt fremder Personen auf das Nötigste beschränken, Futter und Tränken so aufstellen, dass Wildvögel keinen Zugang haben, physische Barrieren zu Gewässern errichten, Futter und Einstreu sicher lagern, regelmäßige Bekämpfung von Schadnagern durchführen.

Ein Informationsblatt für Hobbyhalter sowie das „Niedersächsische Biosicherheitskonzept Geflügel“ stehen auf der Website des Landkreises Osnabrück zur Verfügung.

Verdachtsfälle gibt es bislang nicht. Sollte es zu Funden mehrerer toter Wildvögel kommen, bittet der Landkreis um Meldung an den Veterinärdienst unter veterinaerdienst@lkos.de oder telefonisch unter 0541 501-2183.

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