Osnabrück Osnabrücker Dauerbrenner von der Haar: dieser Mann treibt den Rennsport an
Er ist einer derjenigen, die meist im Verborgenen arbeiten. Andreas von der Haar ist fast 40 Jahre lang selbst in ein Rennauto gestiegen, ehe er die Seite gewechselt hat und nun auch die Rolle des Motorsportfunktionärs kennt – bis hoch in die DTM.
Andreas von der Haar aus Osnabrück kannten die Motorsportfans hier in der Region als erfolgreichen Amateur-Rennfahrer. Seit über zehn Jahren ist der 60-Jährige aber auch im ADAC Weser-Ems als Referent für Automobilsport tätig und kümmert sich mittlerweile mit federführend um den „NATC“, den Norddeutschen ADAC Börde-Toourenwagen Cup, sowie den ADAC Tourenwagen-Junior-Cup. Von der Haars Hauptaugenmerk liegt nun bei der Nachwuchsförderung und der Ex-Rennpilot hat dort schon viel bewegt.
Über einen Nachbarn kam Andreas von der Haar Anfang der 80er Jahre zum Motorsport - erst als Helfer bei Events, danach über seine Beifahrertätigkeit im Rallyesport. Ein Unfall bei der Rallye Schüttorf ließ in ihm den Gedanken reifen, selber ans Steuer zu wechseln, um „alles eigenständig in der Hand zu haben“, so seine Begründung. In der Folge sammelte der Osnabrücker, der beruflich bei VW als Entwicklungsingenieur für Elektronik tätig ist, überwiegend in Breitensport-Serien Erfahrung und sicherte sich in den Jahren 2005, 2006 und 2008 den Gesamtsieg beim „Börde-Sprint“. In diese Zeit fiel auch sein Karriere-Highlight. „Das waren eindeutig 2007 die 24 Stunden am Nürburgring. Da ist für mich ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen“, denkt von der Haar zurück.
Von der Haars finaler Auftritt am Lenkrad, ehe er vollständig zum Rennfunktionär wurde, war das Bergrennen in Borgloh 2023. „Parallel war ich da schon über zehn Jahre für den ADAC Weser-Ems ehrenamtlich tätig, und mittlerweile hätte ich für aktive Rennen überhaupt keine Zeit mehr“, fand der Motorsportler mit Herz somit den perfekten Absprung.
Seine ersten Sporen als Funktionär verdiente sich Andreas von der Haar für den AC Bramsche bei Slalom-Rennen auf dem Ahlhorner Fliegerhorst. Damit hatte von der Haar Blut geleckt und entschied sich, an der Ausbildung zunächst als Leiter der Streckensicherung und anschließend auch als Rennleiter teilzunehmen. „Das ist schon umfangreich, man musste bei sieben Rennen in verschiedenen Kategorien wie Bergrennen, Rundstrecke oder Rallye hospitieren und zum Abschluss nach einem Jahr eine Prüfung ablegen. Das galt auch für die Rennleiterausbildung. Bei letzterer habe ich schließlich meine guten Kontakte zur Motorsportarena Oschersleben, die ich bereits als Pilot hatte, erweitert“, beschreibt er den Weg seiner Funktionärskarriere. Diese reicht mittlerweile bis in die prominente DTM mit über 50.000 Zuschauern, wo er zum ersten Mal aushilfsweise 2020 am Lausitzring als organisatorischer Rennleiter einsprang, genauso wie dieses Jahr in Oschersleben.
Haupteinsatzgebiet bleibt aber die Breitensportserie NATC sowie der ADAC Tourenwagen-Junior-Cup, wo junge Talente den Sprung vom Kartsport in ein richtiges Rennauto schaffen können. „Der Tourenwagen-Junior-Cup hat sich die letzten fünf Jahre super entwickelt, da können wir alle sehr stolz drauf sein, dass wir die beim ADAC Deutschland trotz der Kosten so durchbringen konnten“, sagt er. Man merkt Andreas von der Haar an, dass ihm das Herz aufgeht nach all seinem Engagement für sein Vorzeige-Projekt.
Womit man bei der Herzensangelegenheit des Osnabrückers angekommen ist: der Nachwuchsförderung. Ein Toptalent aus der Region ist derzeit Moritz Groneck, der als 14-Jähriger bereits Platz vier beim Tourenwagen-Junior-Cup belegte, oder der 20-jährige Theo Oeverhaus, der 2025 schon im internationalen Porsche-Supercup Erfolge feierte. „Ich kann für die Leute tun, was mir vielleicht als Rennfahrer gefehlt hat“, erklärt von der Haar seine Motivation. „Es ist ein sinnvoller Sprung über die Leitplanke, ich kann mit meinen Erfahrungen weiter was für den Motorsport bewegen. Ich möchte jungen Leuten helfen und kann so am Motorsport hautnah dranbleiben.“