Saisonende Geisterstunde auf der Manningaburg in Pewsum
Die Saison in der Manningaburg in Pewsum ist zu Ende. Die Ausstellung geht in den Winterschlaf. Für den Heimatverein ist trotzdem noch einiges zu tun – unter anderem in der Pewsumer Mühle.
Pewsum - Wenn man von außen in die Manningaburg schaut, könnte man meinen, man sähe Gespenster. Dass es in Burgen spukt, soll ja vorkommen, doch in Pewsum sind es keine Burggespenster, sondern mit Laken abgedeckte Ausstellungsstücke des Museums, die da zu sehen sind. Das Inventar wird zugedeckt für den Winterschlaf.
Für den Krummhörner Heimatverein, der das Museum in der mittelalterlichen Burg betreibt, geht damit eine in diesem Jahr sehr erfolgreiche Saison zu Ende, sagt Menno Müller, Vorsitzender des Heimatvereins. „Wir hatten etwa 15 Prozent mehr Besucher als im letzten Jahr“, sagt er. Insgesamt seien es vom 1. Mai bis zum 12. Oktober 1810 Besucherinnen und Besucher gewesen. Besonders gezogen hätten Veranstaltungen wie der Museumstag, der plattdeutsche Gottesdienst oder der Tag des offenen Denkmals.
Ausstellungsstücke in der Manningaburg vor Staub schützen
In der Saison haben sie dabei Hilfe von Gottfried Lindemann bekommen, der als Museumskraft von der Gemeinde bezahlt wird und dienstags, mittwochs und donnerstags den Museumsdienst übernommen hat. An den Samstagen und Sonntagen wurden die Dienste vom Verein übernommen. „Das ist natürlich eine super Erleichterung für uns. Er ist mit Leib und Seele dabei und kennt sich gut aus.“
Die Manningaburg, in der einst die Manningas und später Cirksenas lebten, beherbergt neben einem Trauzimmer eine Ausstellung über die Häuptlingsgeschichte in Ostfriesland und über Deutschlands erste Frauenärztin, Hermine Heusler-Edenhuizen, die in Pewsum geboren wurde. Weil die Ausstellungsstücke teilweise viele Jahre alt und wertvoll sind, müssen sie vor Staub, Kälte und Feuchtigkeit geschützt werden.
Einbruch und Vandalismus in der Manningaburg in Pewsum
Obwohl dann keine Besucherinnen und Besucher mehr durch die Räume gehen, werden diese auch im Winter auf 18/19 Grad beheizt. Damit sich keine Feuchtigkeit sammelt, müssen die Räume zudem regelmäßig gelüftet werden. Die Vereinsmitglieder kümmern sich ehrenamtlich darum, dass auch in den Wintermonaten in der Burg alles mit rechten Dingen zugeht. So wird bald zudem auch die Weihnachtsbeleuchtung in den Burgfenstern angebracht.
Weniger schön sei in diesem Jahr gewesen, dass es recht viele Probleme mit Müll und Vandalismus sowie einen Einbruch im Frühsommer gegeben habe. Jugendliche hielten sich recht oft auf den Bänken im Burggarten auf und hinterließen dabei jede Menge Müll. Einmal sei eine der eigentlich recht massiven Bänke sogar kaputtgetreten worden. Im Frühsommer habe es dann einen Einbruch gegeben, bei dem sich eine Person Zugang über den Keller verschafft und einen Werkzeugkoffer gestohlen hatte. Glücklicherweise waren die Türen nach oben abgeschlossen. Der Verein hat sich auch deshalb dazu entschlossen, eine Videoüberwachung im Außenbereich einzurichten.
Anleuchtfest und Nikolausumzug in Pewsum
Nach jahrelanger Pause kommt nun endlich auch wieder Bewegung in die Pewsumer Mühle, die zuletzt wegen Feuchtigkeit und Schimmel geschlossen werden musste. Zwar ist die große Grundsanierung bisher noch nicht erfolgt, die Feuchtigkeit ist aber im Griff, so Müller. Er und seine Kollegen von den „Burgknappen“ seien deshalb dabei, die Ausstellungsräume langsam wieder einzuräumen. 2026 könnte man dann, wenn alles nach Plan läuft, an einigen Tagen im Jahr wieder öffnen – ein regelmäßiger Betrieb wie in der Burg sei personell aber eher nicht zu stemmen.
Zunächst steht nun das Anleuchtfest an der Mühle an, das am 7. November 2025 stattfinden wird. Dann wird ab 17 Uhr die Pewsumer Mühle bunt angestrahlt und es gibt Glühwein, Punsch und Bratwürste. Am 5. Dezember 2025 findet der diesjährige Nikolausumzug statt, der um 17 Uhr an der Grundschule beginnt.