Medien Ostfriesischer Kurier und Norderneyer Badezeitung vor Verkauf
Die Tageszeitungen Ostfriesischer Kurier (Norden) und Norderneyer Badezeitung stehen vor dem Verkauf. Eine Mediengruppe aus Osnabrück steigt ein.
Ostfriesland - Die SKN-Mediengruppe in Norden beabsichtigt, den Ostfriesischen Kurier und die zugehörige Zustellgesellschaft Soltau-Kurier-Vertrieb an die Unternehmensgruppe NOZ/mh:n Medien zu veräußern. Das teilten beide Seiten am Mittwoch mit. Das Bundeskartellamt muss noch zustimmen. Mit der Übernahme sollen die Mitarbeiter der beiden Gesellschaften und die Tageszeitungstitel Ostfriesischer Kurier und Norderneyer Badezeitung in die Unternehmensgruppe mit Sitz in Osnabrück übergehen.
Gesamtauflage liegt bei 8500 Exemplaren
Die beiden ostfriesischen Titel erreichen gemeinsam eine verkaufte Auflage von rund 8500 Exemplaren. Die Übernahme diene der langfristigen Zukunftssicherung und der Stärkung des Lokaljournalismus in der Region Ostfriesland und der Insel Norderney, so die Mitteilung.
Teile der SKN-Mediengruppe waren in den vergangenen Jahren in finanzielle Schieflage geraten. 2018 und 2023 musste Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet werden. Die zu SKN gehörenden Firmen Ostfriesische Presse Druck (OPD) und Ostfriesische Bogendruck (OBD) in Emden meldeten im Juni Insolvenz an und wurden einen Monat später geschlossen, da es keinen Investor gab.
Zeitungen bekommen neuen Geschäftsführer
Unabhängig vom Verkauf planen SKN und NOZ/mh:n eine Intensivierung ihrer verlagswirtschaftlichen Zusammenarbeit. Neben der gemeinsamen Anzeigenvermarktung sollen künftig auch Zeitungsdruck, Buchhaltung und IT gemeinsam organisiert werden. Thorsten Schulze, Geschäftsführer des Delmenhorster Kreisblatts und der Werbevermarktung Nordwest, wird den operativen Geschäftsbetrieb und auch die Leitung der Gesellschaften übernehmen. Diese Rolle wird er zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion ausfüllen.
Die geschäftsführende SKN-Gesellschafterin Charlotte Basse wird sich der Mitteilung zufolge künftig auf die übrigen Geschäftsbereiche der Norder Mediengruppe konzentrieren. In der Mitteilung erklärt sie: „Die angestrebte Fortführung unserer Tageszeitungen unter dem Dach unseres langjährigen, starken Partners NOZ/mh:n Medien ist aus meiner Sicht die beste Perspektive zur Aufrechterhaltung der Titel und des Verlags.“ Jens Wegmann, Geschäftsführer von NOZ/mh:n Medien, und Thorsten Schulze kündigten an, beide Zeitungstitel zu erhalten. „In unserer Unternehmensgruppe bewahren wir die lokale Kompetenz und den lokalen Bezug der Zeitungstitel.“ Das werde auch im Fall Ostfriesischer Kurier und Norderneyer Badezeitung so sein. Welche Auswirkungen der Verkauf auf die Zahl der Arbeitsplätze in Norden hat, wurde in den Mitteilungen nicht genannt.
Kartellamt gibt grünes Licht für weitere Verkäufe in Ostfriesland
Bereits am Montag gab das Bundeskartellamt grünes Licht für die Übernahme der Nordwest-Mediengruppe mit Sitz in Oldenburg durch die Madsack-Gruppe in Hannover. Der Kauf sei unbedenklich, da sich die Verbreitungsgebiete der jeweiligen Zeitungstitel nicht überlappen, so Präsident Andreas Mundt. Zu Madsack gehören 20 Titel, das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und verschiedene Anzeigenblätter. Die Nordwest-Mediengruppe verlegt unter anderem die Tageszeitungen Nordwest-Zeitung (Oldenburg), Anzeiger für Harlingerland (Wittmund) und Emder Zeitung sowie das kostenlose Sonntagsblatt.
Die Unternehmensgruppe NOZ/mh:n hatte zum 1. Januar dieses Jahres bereits die Rheiderland-Zeitung in Weener gekauft. In der Hand der traditionellen ostfriesischen Zeitungsverleger bleiben nach den Übernahmen damit nur die vier Titel Ostfriesen-Zeitung (Leer), Ostfriesische Nachrichten (Aurich), General-Anzeiger (Rhauderfehn) und Borkumer Zeitung.