Osnabrück Sanierung der Bremer Brücke: SPD fordert kurzfristige Änderung der Ratsvorlage
Die SPD-Fraktion fordert kurzfristig Änderungen am Sanierungskonzept für das Stadion an der Bremer Brücke, um Begegnungsräume stärker zu betonen. Die Entscheidung über den Vorschlag der Verwaltung fällt am Dienstag im Stadtrat.
Am Donnerstagabend tagte der Osnabrücker Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt im Ratssitzungssaal - und auf der Tagesordnung stand auch die Beratung der vielleicht wichtigsten Vorlage der Ratssitzung am kommenden Dienstag (4. November): Die Sanierung des Stadions an der Bremer Brücke. Während bei der kurzen Diskussion grundsätzlich kaum neue Standpunkte zutage traten, forderte SPD-Vertreter Heiko Panzer kurz vor knapp noch eine Änderung der Beschlussvorlage der Verwaltung.
„Wir stellen uns vor - und das ist ein großes Thema - dass das Thema der Begegnungsstätte, die Öffnung des Stadions für die Stadtteilnutzung in der Vorlage mehr Platz findet“, eröffnete Panzer die Diskussion. „Wir wünschen uns, dass sie nicht nur in der Anlage zum Beschluss, sondern in die Originalversion eingearbeitet wird.“
Die Einrichtung einer Begegnungsstätte, in der die Menschen aus dem Schinkel auch außerhalb der Spieltage zusammenkommen können, Vereine tagen und Veranstaltungen stattfinden können, war für die SPD-Fraktion von Beginn an ein wichtiges Anliegen. Der stellvertretende Fraktionschef und Oberbürgermeisterkandidat Robert Alferink stellte das im Zuge der Stadiondebatte bereits mehrfach heraus. Nach Veröffentlichung der Beschlussvorlage für die Ratssitzung am 4. November hatte die SPD dazu erneut Nachfragen gestellt und Antworten aus der Verwaltung erhalten.
Die Begegnungsstätte wird dabei in der Originalfassung der Vorlage bereits erwähnt. Wörtlich heißt es hier: „Über die Kernnutzung als Spielort über den professionellen Fußball hinaus setzt die Planung ein klares Zeichen für die Vielschichtigkeit und Offenheit des Stadions: Die Bremer Brücke wird als integraler Sozialraum verstanden. So sind im Nutzungskonzept quartiersbezogene Angebote, Begegnungsräume, Veranstaltungsflächen für Stadtteilinitiativen sowie flexibel nutzbare Räume für Vereine und Bürgerprojekte vorgesehen.“
Dazu macht die Verwaltung konkrete Vorschläge, etwa eine Begegnungsstätte in der neuen Südtribüne oder die Nutzung der heutigen „Brückenschänke“, einer VIP-Räumlichkeit in der Nordtribüne, die von der geplanten Sanierung unangetastet bleibt. In ihrer Antwort an die SPD, die als Anhang der Vorlage beigefügt ist, spricht die Verwaltung davon, dass die Begegnungsstätte ein „fester Bestandteil des Sanierungskonzeptes“, nur die Lage und das Nutzungskonzept angesichts der noch frühen Planungsphase nicht festgelegt sei.
Der SPD reicht das offenbar nicht aus. Sie fordert ein klareres Bekenntnis zur Umsetzung der Idee innerhalb der Vorlage. Panzer erklärte, dass sowohl eben jener Aspekt, als auch die Erklärung der maximalen Betriebsbeihilfe - die Stadt plant dafür zukünftig bis zu 2,2 Millionen Euro jährlich ein, die Fachleuten zufolge aber kaum ausgeschöpft werden - möglichst konkret in die Beschlussvorlage aufgenommen werden. Auch die Betriebsbeihilfe ist bereits Bestandteil der Beschlussvorlage, der SPD zufolge aber nicht klar genug definiert. „Wenn beide Dinge in die Vorlage eingearbeitet werden, können wir zustimmen. Wenn nicht, wird es einen Änderungsantrag geben“, sagte Panzer, der sich zuvor im Laufe der Sitzung mit Verena Kämmerling von der CDU absprach.
Der Vorstoß der SPD kam unerwartet: So wäre eine Änderung der Vorlage zeitlich kritisch, schließlich hätten die Verwaltung und Ratsmitglieder vor der Ratssitzung nur noch anderthalb Werktage Zeit, die Vorlage zu überarbeiten, bzw. zu prüfen . Zudem hatte sich SPD-OB-Kandidat Alferink, der als Ausschussmitglied nicht an der Sitzung teilnahm, sich am Donnerstag im NOZ-Podcast „Brückengeflüster“ mit den Angaben der Verwaltung zu beiden Aspekten einverstanden gezeigt und grundsätzlich relativ klar positioniert. „Wir werden uns am Montag abschließend kurzschließen und dann mit sehr großer Mehrheit, wenn nicht sogar geschlossen, für die Vorlage stimmen“, sagte er.
Im weiteren Verlauf der Debatte positionierten sich die FDP durch Ratsmitglied Oliver Hasskamp und die Linke durch Fraktionschef Henry Gehrs erwartungsgemäß gegen die Stadionsanierung, vor allem angesichts der hohen Kosten, die auf den angespannten Haushalt der Stadt zukämen. „Mit dem Entwurf bin ich richtig zufrieden, es wird ein tolles Stadion, wenn es denn so wird“, sagte Gehrs. „Aber unterm Strich kann ich nur sagen: Wir können uns das Projekt nicht leisten.“
CDU-Politikerin Kämmerling bekräftigte die grundsätzliche Zustimmung der CDU-Fraktion zur Sanierung. „Es geht um eine erhebliche Investition in die städtische Infrastruktur. Es ist nicht so, dass die Stadt am Ende nichts davon hat. Der VfL ist ein identifikationsstiftendes Moment in der Stadt“, sagte sie - und äußerte dann auch den Wunsch, die Vorlage im Sinne der SPD zu verändern. „Begegnungsmöglichkeiten im Stadtteil sind wichtig, deshalb könnten wir die Vorlage in der Hinsicht gerne anpassen. Ansonsten würden wir sie aber so beschließen“, gab Kämmerling einen Ausblick auf die Entscheidung am Dienstag.