Osnabrück Viele Chancen, aber keine Tore: VfL Osnabrück mit 0:0 gegen MSV Duisburg
0:0-Unentschieden im Spitzenspiel der 3. Liga: Keine Tore gab es am Samstagnachmittag zwischen dem VfL Osnabrück und dem MSV Duisburg. Die Lila-Weißen ließen dabei eine Reihe an guten Möglichkeiten liegen. Der Spielbericht.
Zwei verlorene Punkte für den VfL Osnabrück: Im Spitzenspiel der 3. Liga hatten die Lila-Weißen gegen den MSV Duisburg viele gute Chancen, trafen aber das Tor nicht - und müssen sich so mit dem 0:0 begnügen.
VfL-Trainer Timo Schultz setzte weitestgehend auf die Elf, die in der Vorwoche mit 2:1 beim 1. FC Schweinfurt gewann - also mit Kevin Wiethaup im Zentrum neben Bjarke Jacobsen und David Kopacz neben Lars Kehl hinter Sturmspitze Robin Meißner. Nur auf links ersetzte Frederik Christensen Kevin Schumacher. Flügelspieler Ismail Badjie war muskulär angeschlagen kein Teil des Spieltagskaders. Die Gäste setzten auf eine spielstarke Offensive: Neben Spielmacher Conor Noß startete auch Techniker Christian Viet. Der schnelle Patrick Sussek (fünf Tore) saß zunächst auf der Bank.
Eingeleitet wurde die Partie im Dauer-Nieselregen an der ausverkauften Bremer Brücke mit einer schmucken Choreo im Duisburger Block und lauten Gesängen im restlichen Stadion - beste Voraussetzungen für ein stimmungsvolles Topspiel nach Osnabrücker Geschmack.
In der Anfangsphase wählten beide Mannschaften zunächst meist die Sicherheitsvariante mit langen Bällen auf rutschigem Boden. Der führte auch zu einigen technischen Fehlern und ständige wechselndem Ballbesitz - so richtig Kontrolle bekam keine Mannschaft in die ersten Minuten. Dafür hatte Schiedsrichter Timo Gansloweit von Beginn an eine Menge Arbeit bei vielen engen Zweikämpfen und einigen Nickeligkeiten.
Das erste offensive Ausrufezeichen setzte der VfL nach elf Minuten: Kopacz dribbelte mit Platz durchs Mittelfeld, legte links raus auf Christensen, der im Strafraum quer auf Meißner legte. Der Osnabrücker Angreifer zielte mit dem linken Fuß etwas zu zentral und scheiterte am glänzend reagierenden MSV-Keeper Maximilian Braune. Fünf Minuten später verpasste Kopacz eine Kehl-Flanke nach schnell ausgeführtem Einwurf nur knapp. Der VfL wirkte nach der ersten Möglichkeit durch Meißner druckvoller und handlungsschneller als die Duisburger.
Das zeigte sich auch in der 26. Minute, als sich die Lila-Weißen nach einer tollen Kombination über mehrere Stationen die nächste Großchance erspielten. Meißner legte am Ende quer in den Strafraum, Kehl ließ durch und Kopacz kam am zweiten Pfosten völlig frei zum Abschluss, setzte den Ball aber nur ans Außennetz - spätestens jetzt hätte der VfL führen müssen.
Vom den Zebras war bis dato in der Offensive noch recht wenig zu sehen. Die Osnabrücker Dreierkette hatte Florian Krüger, Simon Symalla, Noß und Viet gut im Griff. Im Gegenteil: In der 32. Minute grätschte MSV-Kapitän Alexander Hahn eine Hereingabe fast ins eigene Netz. Die darauffolgende Ecke von Patrick Kammerbauer strich nur hauchzart am Tor vorbei. In der 37. Minute probierte es Wiethaup von halbrechts, scheiterte mit dem Flachschuss ins kurze Eck aber an Braune.
So richtig gefährlich wurde es im VfL-Strafraum im Grunde nur einmal in der ersten Hälfte: Torwart Jonsson und Kapitän Müller gingen im Spielaufbau zu viel Risiko, Symalla und Viet spritzten in die Bälle und fielen. Als alles mit einem Elfmeter rechnete, pfiff Gansloweit und entschied auf Schwalbe von Viet - zurecht, denn Müller hatte ihn nicht berührt. Gegen Symalla zuvor hatte er Kontakt mit Ball und Gegner. Ein kurzer, selbst produzierter Schreckmoment für die Osnabrücker, die sich ansonsten ärgern mussten, nicht mit einer Führung in die Kabine zu marschieren. Applaus gab es dennoch für eine starke erste Hälfte.
Pünktlich zur zweiten wurden Regen und Wind an der Bremer Brücke zunächst deutlich stärker - das Spieltempo und die Qualität litt darunter aber nicht. Duisburg kam mit etwas mehr Druck aus der Kabine, der VfL hielt aber schnell dagegen und eroberte die Spielkontrolle wieder zurück. Torchancen gab es zunächst aber keine größeren, weil die Gäste gegen Kopacz, Meißner und Wiethaup jeweils den letzten Pass oder den Abschluss blockten.
In der 66. Minute hatte Kehl dann die Führung auf dem Fuß. Der Spielmacher schickte Kopacz stark in die Tiefe, der im Fünfmeterraum Braune austanzte und wieder zurücklegte. Kehl setzte den Ball aber vom Elfmeterpunkt deutlich drüber. Duisburgs Trainer Dietmar Hirsch wechselte in der Zwischenzeit dreifach - auch er merkte: Seine Elf muss sich gegen starke Osnabrücker anders aufstellen, um mindestens einen Punkt mitzunehmen. Selbst war vom MSV in der zweiten Hälfte - ähnlich wie im ersten Durchgang - fast nichts mehr zu sehen.
Stattdessen waren die Zebras - zufrieden mit dem Remis - sogar eher darauf bedacht, Tempo aus dem Spiel heraus zu nehmen, was rund um die 75. Minute auch gelang. Schultz hatte mit Wechseln lange gewartet, brachte dann für die Schlussphase Kai Pröger in der Offensive und Schumacher auf links, um für neuen Schwung zu sorgen. Im Gegenzug hatte Duisburgs Noß mit einem Schuss von halbrechts aber erstmal die einzige richtige MSV-Chance in der Partie (83.).
Der VfL kam nur noch selten ins Kombinationsspiel, hatte aber in der 87. Minute noch eine gute Gelegenheit: Nach einer Kammerbauer-Ecke kam Jacobsen zum Kopfball, setzte ihn aber anderthalb Meter daneben. Durch einen abgefälschten Kehl-Freistoß und einen Wiemann-Abschluss kam der VfL zu letzten kleineren Chancen, die letztlich aber nichts mehr einbrachten.
Es blieb beim 0:0 im Topspiel der 3. Liga, das Tore verdient hatte - allerdings nur auf Osnabrücker Seite. Vor allem in der ersten Hälfte zeigten die Lila-Weißen eine starke Leistung und hätten sich dafür belohnen müssen. Die Partie zeigte aber einmal mehr, wie stabil der VfL unter Timo Schultz vor allem defensiv geworden ist: Gegen den starken Aufsteiger und neuen Tabellenführer ließen die Osnabrücker keine einzige echte Großchance zu. Das einzige, was an diesem Samstag fehlte, war der Ertrag vor dem gegnerischen Tor.