Osnabrück Seit‘ an Seit‘: SPD Osnabrück feiert sich selbst und schöpft Mut für die Wahl 2026
Die SPD Osnabrück schöpft Kraft aus ihrer Geschichte und läuft sich warm für den Wahlkampf 2026. Besonders einer zog beim Festakt die Aufmerksamkeit auf sich.
„So ein Abend tut gut.“ Olaf Lies, SPD-Landesvorsitzender und Niedersachsens Ministerpräsident, brachte auf den Punkt, was die meisten der etwa 250 Sozialdemokraten am Mittwochabend beim Geburtstagsfest im Theater empfunden haben dürften: Die SPD schöpft Kraft aus ihrer 150-jährigen Geschichte und will nächstes Jahr wieder stärkste Kraft in Osnabrück werden.
Kann das Gelingen? Kann die SPD bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 in Osnabrück wieder an die Zeiten anknüpfen, die mit den Namen Hans-Jürgen Fip, Boris Pistorius, Ernst Schwanhold oder Ulla Groskurt verbunden sind? Außer Pistorius waren alle da, die in den letzten Jahrzehnten Verantwortung in der SPD trugen, und fielen ein in das rhythmische Klatschen, das die Reden von Olaf Lies und Robert Alferink immer wieder unterbrach.
Olaf Lies war der Ehrengast und ranghöchste Sozialdemokrat an diesem Abend. Aber im Rampenlicht stand vor allem einer: Robert Alferink, Unterbezirksvorsitzender und SPD-Kandidat für das Oberbürgermeisteramt. Zwar wird der Kandidat erst am Freitag, 7. November, offiziell aufgestellt, doch die Genossen sind sich längst einig: Alferink ist es. Er nutzte also die rot bestrahlte Bühne, um sich als möglicher Nachfolger der amtierenden Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) in Position zu bringen.
Wohnungsnot, Digitalisierung, Wirtschaftsschwäche, Klimawandel, Verkehrswende – die Politik stehe vor gewaltigen Zukunftsaufgaben, zu deren Bewältigung auch ein hohes Maß an „Mitgefühl und Solidarität“ für die Menschen nötig seien, sagte Alferink. „Das bleibt ursozialdemokratische Politik.“ Rhythmischer Applaus.
Auch Olaf Lies beschwor den Zusammenhalt, aus der die Partei die Kraft und den Mut entwickle, Verantwortung zu übernehmen. „Darauf können wir verdammt stolz sein“, sagte der Landesvorsitzende. Die SPD habe in ihrer über 150-jährigen Geschichte mehrfach bewiesen, dass sie „die Partei des Anstands und Menschlichkeit“ sei, die Partei der Bildung, der Gleichberechtigung, der sozialen Gerechtigkeit. Rhythmischer Applaus.
Lies ermutigte die Genossen, auch in schwierigen Phasen zuversichtlich zu bleiben. Der Rechtspopulismus und der weltweite Trend zum Autoritarismus dürfe die Demokraten nicht entmutigen. Denn diese Phase werde vorübergehen. Lies: „Bleiben wir stark, kämpfen wir für die Demokratie, denn danach wird die Sozialdemokratie gebraucht, damit es wieder aufwärts geht.“
Der Ministerpräsident lenkte zum Ende der halbstündigen Rede die Aufmerksamkeit noch einmal auf den OB-Kandidaten. Robert Alferink habe mit seinem Auftritt bewiesen, dass er das Zeug habe, Osnabrück zu führen, sagte Lies. Applaus, rhythmisch.