Osnabrück  Álvarez in der Icon League: Von einer Kissenschlacht mit Ribéry – und Uli Hoeneß

Jacob Alschner
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Von Jacob Alschner
| 07.11.2025 12:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mittlerweile in Teilzeit in der Icon league am Ball: TuS-Bersenbrück-Kicker Marcos Álvarez. Foto: Icon League
Mittlerweile in Teilzeit in der Icon league am Ball: TuS-Bersenbrück-Kicker Marcos Álvarez. Foto: Icon League
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Marcos Álvarez, Ex-Profi des VfL Osnabrück, spielt nicht nur für Oberligist TuS Bersenbrück Fußball. Nein, mittlerweile ist der 34-Jährige auch ganz regelmäßig für die Berlin Underdogs in der Icon League aktiv. Erlebnisse aus dem neumodischen Hallensport. Es gibt einiges zu berichten.

Eigentlich war das Ganze ja nur als einmalige Sache gedacht, mittlerweile aber ist es etwas Festes: das zwischen Marcos Álvarez und der Icon League. Der Ex-Stürmer des VfL Osnabrück war im vergangenen Frühjahr zum ersten Mal in einem Spiel des actiongeladenen Hallenfußball-Formats aufgelaufen. In dieser Saison gehört Álvarez fest zum Kader des Teams Berlin Underdogs, spielt sich Woche für Woche durch die Hallen der Republik. Aus diesen hat er einiges zu berichten.

„Letztes Jahr habe ich meinem alten Kumpel Kevin Pannewitz einen Gefallen getan, als ich einmal in seinem Team mitgespielt habe“, erinnert sich Álvarez. „Das hat richtig Spaß gemacht und man muss ja auch ein bisschen mit dem neumodernen Fußball mitgehen.“ Als dann im Sommer der Musiker Ski Aggu und Fabian Reese, Shootingstar von Hertha BSC, anfragten, ob Álvarez wieder dabei sein wolle. Er wollte – und klärte mit seinem Oberliga-Club TuS Bersenbrück ab, dass von dieser Seite aus nichts dagegen spräche.

„Mit den Spieltagen gab es bisher keine Termin-Kollisionen und bei den Trainingseinheiten zu Beginn jeder Woche beim TuS, zu denen ich dann immer bei der Icon League bin, darf ich fehlen“, erzählt Álvarez. „Ist ja nicht so, dass ich da auf der Couch liege und Popcorn fresse. Das ist hier nicht wie beim Addi-Vetter-Cup, wo man sagt: ‚Ich komme und kicke auch mal mit.‘ In Summe stehe ich fünf-, sechsmal pro Woche auf dem Platz. Wie zu Profizeiten auch.“

Training übrigens gibt es keins bei den Underdogs. Stattdessen gibt es einmal pro Woche einen Video-Call mit allen Spielern, inklusive Video-Analyse und alten Bekannten: Trainer des Teams ist ein gewisser Majid Cirousse, Assistent von VfL-Geschäftsführer Michael Welling und bis Sommer noch Co-Trainer von NFV-Pokalsieger BW Lohne. Cirousse‘ energische Ansprachen sind mittlerweile ein Gassenhauer im Internet.

Majids Bruder Babis ist Video-Analyst, Lirim Beqiri (früher VfL-Jugend, SV Kosova, Wissingen und Co.) ist Betreuer und Gino Lago-Bentron (ehem. TuS Bersenbrück) kickt im Team ebenfalls mit. Eine Osnabrück-Connection, „sodass es viel mehr Spaß macht, wenn du Leute um dich herum hast, mit denen du eng bist“, so Álvarez.

Doch immer wieder gibt es ja auch Besuche von richtigen A-Promis am Spielfeldfrand. Im April war unter anderem noch Nationalspieler Robert Andrich vor Ort. Seitdem schaute auch Marcelo mal vorbei, fünffacher Champions-League-Sieger mit Real Madrid. Und ein gewisser Franck Ribéry ist Dauergast, als Kopf des Konkurrenzteams Plyrs United. Álvarez und er kennen sich noch aus gemeinsamen Zeiten beim FC Bayern, als Ribéry bei den Profis brillierte und Álvarez in der Saison 2010/11 Teil der zweiten Mannschaft war.

„Ob er meinen Namen noch wusste, weiß ich nicht. Aber Franck hat mich auf jeden Fall erkannt“, sagt Álvarez. „Wir haben uns nämlich mal im Flieger auf Auswärtsreise nach St. Petersburg eine Kissenschlacht geliefert. Er hat mich abgeworfen.“ Blöd nur: „Als ich zurückgeworfen habe, hat er sich geduckt und hinter ihm saß Uli Hoeneß. Hoeneß hat das Kissen voll abbekommen und hatte sofort einen knallroten Kopf, wie man es kannte. Ribéry fand es lustig und hat die Schuld auf sich genommen wie ein Ehrenmann. Das konnte er jetzt noch sofort zuordnen.“

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