Hamburg  Rentenbeiträge: So alt müssen Sie werden, bis das Geld wieder drin ist

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 10.11.2025 08:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wer Beiträge zahlt, bekommt eine Rente. Doch wie alt muss man werden, um Gewinn zu machen? Foto: dpa/Wolfgang Maria Weber
Wer Beiträge zahlt, bekommt eine Rente. Doch wie alt muss man werden, um Gewinn zu machen? Foto: dpa/Wolfgang Maria Weber
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Fast ein Fünftel des Einkommens von Arbeitern und Angestellten geht an die Rentenversicherung. Aber was bekommt man zurück?

Manch ein Zeitgenosse ballt beim Blick auf die Gehaltsabrechnung vielleicht die Faust in der Tasche. Beträchtliche Teile des Einkommens von Angestellten landen nämlich gar nicht erst auf dem Konto, sondern bei den Sozialkassen. Allein 18,6 Prozent gehen etwa an die Rentenversicherung. Wenigstens kommen die Rentenbeiträge im Alter als Rente zurück. Eine Investition in die Zukunft also. Aber wie alt muss man werden, bis das Geld wieder drin ist?

Das lässt sich mit einem Blick in die Rentenformel beantworten. Hier diktiert die Zahl der Rentenpunkte, wie viel Rente es gibt. Pro Rentenpunkt sind das aktuell 40,79 Euro pro Monat oder 489,48 Euro pro Jahr. Aber wie kommt man an Rentenpunkte?

Indem man Beiträge zahlt. Die Kosten für einen Rentenpunkt entsprechen dabei den Beiträgen, die bei einem Durchschnittsverdienst fällig werden. Das sind aktuell 9391,70 Euro pro Rentenpunkt, ganz egal, wie viel Rente man am Ende bekommt. Arbeitnehmer müssen davon freilich nur die Hälfte zahlen, weil der Rest vom Arbeitgeber getragen wird, sodass sich Kosten von 4695,85 Euro ergeben.  Wem die durch Arbeit erworbenen Rentenansprüche nicht reichen, kann übrigens auch Rentenpunkte für den vollen Preis hinzukaufen. 

Wenn wir diesen Preis durch die resultierende Rente teilen (und ignorieren, dass Wert und Preis eines Rentenpunktes jährlich angepasst werden), ergibt sich die Dauer, bis wann man die Beiträge wieder drin hat. Also neun Jahre und sieben Monate. Für den Großteil der arbeitenden Bevölkerung ist ein Renteneintrittsalter von 67 Jahren vorgesehen. Wer dann in Rente geht, würde sieben Monate nach seinem 76. Geburtstag profitieren. 

Laut Statistischem Bundesamt liegt die Lebenserwartung in Deutschland bei ungefähr 80 Jahren und zehn Monaten. Das würde 166 Monate in der Rentenkasse bedeuten, also Einnahmen von 6771,14 Euro pro Rentenpunkt. Das macht für den durchschnittlich langlebigen Angestellten einen Gewinn von 2075,29 Euro oder 44 Prozent. Eine Rendite, die sich sehen lassen kann.

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