Osnabrück Hallensport-Highlights: Dragons beweisen riesige Moral gegen Spitzenreiter Hagen
Zwei Spiele gegen Topteams hatten die Artland Dragons am Wochenende - und feierten dabei einen ganz großen Sieg. Die Girolive Panthers Osnabrück siegen das dritte Mal in Folge, während der BBC Osnabrück die erste Niederlage der Saison kassiert. Die Volleyballerinnen des VC Osnabrück feiern den ersten Sieg in der 2. Liga. Und Bissendorfs Handballer geben den Erfolg noch aus der Hand.
Die Artland Dragons feiern am Doppelspieltag nach knapper Niederlage einen großen Sieg. Der BBC Osnabrück verliert das Topspiel in Leverkusen, die Girolive Panthers entscheiden den Krimi in Halle für sich. Die VCO-Volleyballerinnen setzen sich in fünf Sätzen in Bonn durch. Die Handballer des TV Bissendorf-Holte teilen im Heimspiel die Punkte mit Wilhelmshaven. Die Hallensport-Highlights des Wochenendes im Raum Osnabrück.
Die Artland Dragons machten im ersten Teil des anspruchsvollen Doppelspieltages bei den Eisbären Bremerhaven eine wirklich gute Partie. Sie agierten mit dem Spitzenteam auf Augenhöhe und waren über weite Phasen sogar die bessere Mannschaft. Das Problem: Sie verloren das Spiel trotzdem mit 84:88 (42:41). In den entscheidenden Phasen fehlte den Drachen noch die Abgezocktheit, hinzu kamen schlicht Pech im Abschluss und einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen. Bremerhaven nutzte das, angeführt vom überragenden Scorer Elijah Miller (33 Punkte). Die Dragons überzeugten erneut mit Teamplay und Tiefe im Kader, mit Linus Ruf (17), Nate Petrone, Amir Hinton (je 16) und Ben Burnham (10) punkteten vier Spieler zweistellig. Nur Zähler für die Tabelle gab es eben nicht.
Das änderte sich dann zwei Tage später - und wie! Gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Phoenix Hagen zeigte die Mannschaft erneut einen starken Auftritt, belohnte sich diesmal aber. Daran war allerdings in mehreren Phasen eines schier unglaublichen Spiels nicht zu denken. Mehrfach gerieten die Drachen zweistellig in Rückstand, kämpften sich aber immer wieder heran. In der zweiten Hälfte betrug der Rückstand zwischenzeitlich 16 Zähler, doch das Team um Amir Hinton (33 Punkte), Buzz Anthony (14 Assists) und Ben Burnham (24 Punkte, 14 Rebounds) fand Antworten auf das starke Spiel der Hagener.
In der Verlängerung setzte sich das Spiel nahtlos weiter fort. Beide Teams führten, beide Teams machten Fehler, beide Teams trafen große Würfe. Den größten davon wohl Burnham, der 13 Sekunden vor Schluss einen Dreier zum 110:106 traf. „Die Message von diesem Wochenende ist, dass wir mit jedem Team mithalten können. Es zeugt von mentaler Stärke und mannschaftlicher Geschlossenheit und jedes Gefühl, das sie Jungs jetzt haben, ist mehr als verdient“, sagte ein glücklicher Trainer Hendrik Gruhn im triefnassen Shirt, nachdem seine Spieler ihm in der Kabine eine Wasserdusche verpasst hatten.
Die Basketballerinnen der Girolive Panthers haben am Samstagabend nach einem spannenden Spiel mit sehr unterschiedlichen Vierteln beim Syntainics MBC in Halle mit 81:79 (25:12, 17:28, 24:17, 15:22) gewonnen. Es war der dritte Sieg in Folge in der 1. Bundesliga und der zweite Krimi nacheinander, den die Osnabrückerinnen mit zwei Punkten für sich entschieden. Damit sind sie mit fünf Erfolgen nach sieben Partien Tabellendritte hinter Saarlouis und Keltern, während der Gastgeber auf Rang neun abrutscht.
Topscorerin war Kristen Spolyar mit 32 Punkten. „Sie hat einen unglaublichen Job gemacht und uns das Match gewonnen“, lobt Panthers-Trainer Sasa Cuic die Sieggarantin. Sein Team kam gut in die Partie, führte klar, doch im zweiten Viertel kam der MBC heran, auch weil die Osnabrückerinnen Probleme mit Fouls und kleinen Verletzungen bekamen. Beim Stand von 42:40 für die Gäste ging es in die zweite Halbzeit. Wieder starteten die Panthers stark und erarbeiteten sich einen Neun-Punkte-Vorsprung für das finale Viertel. „Es war ein Auf und Ab. Auch da haben wir wieder Foulprobleme bekommen“, berichtet Cuic. Das Spiel sei aber klarer verlaufen, als es das Ergebnis aussagt. Halle habe zum Schluss noch ein paar glückliche Würfe bekommen und so den Rückstand geringhalten können.
„Wir haben einen guten Charakter gezeigt und können diesen Auswärtssieg wirklich feiern. Halle gehört nicht dorthin, wo es im Moment in der Tabelle steht“, so der OSC-Coach mit Blick auf die Klasse des Gegners. Nun gibt es eine Nationalmannschaftspause, das nächste Spiel bestreiten die Panthers am 23. November zu Hause gegen Herne.
Die Basketballerinnen des BBC Osnabrück haben im siebten Spiel der Saison erstmals verloren: Die Osnabrückerinnen unterlagen am Sonntagabend den weiter ungeschlagenen Wings Leverkusen im Zweitliga-Topspiel klar mit 49:83 (14:25, 10:13, 10:22, 15:23). Zur Halbzeit lagen die ersatzgeschwächt angereisten Black Bulls bereits 24:38 hinten.
Osnabrück kam trotz dünner Personaldecke gut in die Partie, konnte aber nicht angemessen antworten, als die Gastgeberinnen aufdrehten. Michelle Müller und Emily Enochs fehlten dem BBC. Anne Potratz-Bramscher war nicht voll einsatzfähig, zeigte aber dennoch eine starke Defensiv-Leistung. Topscorerin bei den Gästen wurde Tonia Dölle mit 22 Punkten, zudem traf Melina Hagenhoff zweistellig (10). „Diese erste Niederlage erschüttert uns nicht, im Gegenteil, daraus lernen wir“, zeigt sich BBC-Coach Radion Gross kämpferisch.
Glückliches Ende nach einem Fünf-Satz-Krimi: Die Volleyballerinnen von Zweitliga-Aufsteiger VC Osnabrück feiern den ersten Erfolg der Saison. Sie gewannen am Sonntagnachmittag mit 3:2 (25:23, 25:23, 18:25, 22:25, 17:15) bei den SSF Bonn. Auf Gästeseite wurde Julia Bartholomaeus als wertvollste Spielerin (MVP Gold) ausgezeichnet.
Der Gast erwischte einen guten Start in die Partie und gewann den ersten Satz. Im zweiten Satz lag der VCO dann deutlich hinten, fing sich aber wieder und kam heran. In einer spannenden Endphase verwandelte Maja Lange den Satzball mit einem Ass zum umjubelten 25:23. Auch im dritten Durchgang schenkten sich beide Teams zunächst nichts, doch dann setzte sich Bonn ab und verkürzte auf 1:2 Sätze. Auch im vierten Abschnitt behielten die Gastgeber die Oberhand und erzwangen den Tiebreak. Da führte Bonn bereits 8:4, doch der VCO glich aus und ging seinerseits 10:8 in Führung. Bonn schlug noch einmal zurück und erkämpfte sich einen Matchball, den die Osnabrückerinnen abwehrten. Ein Ausball des Favoriten ließ die bisher sieglosen Gäste am Ende jubeln.
„Es ist super wichtig für uns, den Beweis erhalten zu haben, dass wir gut arbeiten. Wir haben wieder große Hänger gehabt, diesmal aber nie aufgegeben. Ich bin jetzt völlig fertig, aber sehr glücklich“, sagt ein erleichterter VCO-Coach Gunnar Kraus.
Die Drittliga-Handballer des TV Bissendorf-Holte haben sich Samstagabend in eigener Halle mit 35:35 (20:18) vom Wilhelmshavener HV getrennt. Im ersten Durchgang war es ein enges Rennen. „Wir haben schlecht begonnen, sind vor der Pause aber besser zurechtgekommen“, berichtet TVBH-Trainer Timon Döring. Sein Team wechselte mit einem Zwei-Tore-Vorsprung die Seiten. In der zweiten Halbzeit kamen die Gäste wieder heran. Knapp 20 Minuten vor Schluss war die Partie ausgeglichen, doch danach drehte Bissendorf auf und war zehn Minuten vor Ende vier Tore in Front. Aber der Gastgeber gab den Sieg noch aus der Hand und musste in den Schlusssekunden den Ausgleich hinnehmen.
„In den letzten 20 Minuten waren wir die deutlich bessere Mannschaft und hätten den Sieg verdient gehabt. Aber zwei für uns ungünstige Pfiffe und ein paar Fehler zu viel haben dafür gesorgt, dass wir uns nicht mit zwei Punkten belohnen konnten. Wir müssen uns trotzdem über den einen Punkt freuen und selbstbewusst in die nächsten Wochen starten“, so Döring. Beste Bissendorfer Werfer waren Albert Brack und Christian Rußwinkel mit je sieben Treffern. Der TVBH ist nun Drittletzter mit 5:17 Punkten aus elf Partien, das Tabellenbild ist aber schief.