Osnabrück  „Unbezahlbare Erfahrungen“: Wie sich Ex-VfLer Reichenberger in Afrika engagiert

Jacob Alschner
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Von Jacob Alschner
| 11.11.2025 17:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Tommy Reichenberger (Mitte) voll fokussiert: Mit dem Global United FC engagierte er sich zum vierten Mal für Kinder in Namibia. Foto: Global United FC
Tommy Reichenberger (Mitte) voll fokussiert: Mit dem Global United FC engagierte er sich zum vierten Mal für Kinder in Namibia. Foto: Global United FC
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Thomas Reichenberger, früher beim VfL Osnabrück aktiv, war mit dem Global United FC einmal mehr in Namibia unterwegs und hat sich gemeinnützig engagiert. Der Reisebericht eines Ex-Stürmers, der geben möchte und dabei, beinahe aus Versehen, auch viel mitnimmt,

Zwischen dem vergangenen Samstag und dem Dienstag lagen einige Stunden für Thomas Reichenberger, ein paar tausend Kilometer – und irgendwie auch Welten. Der frühere, Bundesliga-erfahrene Stürmer des VfL Osnabrück muss sich erst mal wieder einfinden, nachdem er die vergangene Woche in Namibia verbracht hatte. „Mal wieder mit Erfahrungen, die unbezahlbar waren“, sagt Reichenberger.

Zum vierten Mal war Reichenberger im südwestlichen Teil Afrikas, zum vierten Mal als Teil des Global United FC. Der gemeinnützige Verein, bestehend aus über 500 aktiven und ehemaligen Profifußballern, setzt sich unter anderem in Afrika für Umweltschutz und Entwicklungsförderung ein. Reichenberger ist seit Jahren Teil des Vereins und war diesmal mit den Ex-Kickern Andreas Ibertsberger (u.a. SC Freiburg und TSG Hoffenheim), Stefan Lex (TSV 1860 München) und Lothar Sippel (u.a. Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt) unterwegs.

„Wir waren in Swakopmund und Walvis Bay an der Küste. Dort waren wir vor zwei Jahren schon mal, haben damals einige Projekte angeschoben, gebaut, gemacht und getan. Und haben jetzt gesehen, dass das weitergeführt wird und nichts Einmaliges war“, berichtet Reichenberger. Konkret geht es dabei um Möglichkeiten, den Kindern vor Ort einen besseren Zugang zu Bildung und Nahrung zu verschaffen und ihnen „Visionen fürs eigene Leben“ zu ermöglichen. „Wir gehen in Kindergärten, in Schulen und waren auch in zwei Heimen für beeinträchtigte Kinder. Dort finanzieren wir mit, packen aber auch mit an“, so Reichenberger. „Bedeutet ganz praktisch: Wir renovieren mal, oder säubern Strände. In der Hoffnung, damit für die Menschen vor Ort auch Vorbild zu sein damit, dass Müll gesammelt und entsorgt wird.“

Die (Ex-)Kicker wären keine, wenn nicht der Fußball eine Rolle spielen würde. „Ein Highlight ist am vorletzten Tag immer ein Spiel gegen eine Mannschaft vor Ort“, so Reichenberger. „Wir gehen aber auch gerne in eine Mädchen-Fußballschule und kicken da mal mit. Und auch im Heim für beeinträchtigte Kinder lag ein Ball rum. Und dann sind wir wie kleine Kinder und müssen dagegen treten. Aber die ernsthaften Projekte stehen im Vordergrund.“

Was Reichenberger und der Global United FC aber auch zu geben haben: Sie nehmen stets auch etwas mit. Erkenntnisse vor allem, ein Gespür für Verhältnismäßgkeiten. „Ich merke: Wir dürfen uns hierzulande, bei allen Problemen, nicht beschweren. Im Vergleich sind die Probleme, die wir haben, meistens gar keine“, weiß Reichenberger. „Trotzdem ist die Glückseligkeit dort, im Süden, viel größer. Sensationell. Da schüttelt man sich und fragt sich: ‚Warum sind wir in Deutschland so verblendet und wollen immer noch mehr, obwohl wir eigentlich alles haben?‘ Man kommt nach Deutschland zurück, verarbeitet ein paar Wochen und ist richtig geerdet.“ Und lange dauert es für Reichenberger und den Global United FC, dann kommt die nächste Reise ganz bestimmt.

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