Emden  Stadt äußert sich zur Vollsperrung der Neutorstraße

| | 13.11.2025 16:10 Uhr | 3 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die Neutorstraße zwischen Agterum und Rathausplatz ist seit dem 6. Oktober eine Baustelle. Foto: Mona Hanssen/Archiv
Die Neutorstraße zwischen Agterum und Rathausplatz ist seit dem 6. Oktober eine Baustelle. Foto: Mona Hanssen/Archiv
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Überraschend war am 6. Oktober die Neutorstraße durch die Emder Stadtwerke voll gesperrt worden. Jetzt gibt die Stadt einen Zwischenstand – und einen Ausblick auf eine andere Vollsperrung.

Emden - Eine Überraschung folgt der nächsten. Am 6. Oktober 2025 wurde die Neutorstraße in Emden voll gesperrt, ohne dass die Stadtwerke konkret das Datum nannten. Die Straße wird voraussichtlich über Jahre für Autos dicht sein – was ebenfalls nicht klar kommuniziert wurde. Nun informiert die Stadt über eine neue Vollsperrung. Die war vorher noch gar nicht im Gespräch.

So soll ab Montag, 17. November 2025, der Rathausplatz, das ist die Straße zwischen Otto-Huus und Rathaus, wegen des Engelkemarkts voll gesperrt werden. Die Sperrung sei unumgänglich, weil Sicherheitsauflagen für Großveranstaltungen erfüllt werden müssten, heißt es in einer Mitteilung der Stadt von Donnerstag, 13. November 2025. Warum das erst jetzt bekannt gegeben wird, ist unklar. Wir hatten noch am 28. Oktober 2025 eine Rückmeldung von der Stadt zu einer Engelkemarkt-Anfrage erhalten, in der von der Sperrung keine Rede war.

Was bedeutet das für den Verkehr in Emden?

Um den Delft werden Autos und andere Kraftfahrzeuge ab Montag nicht mehr fahren können. Sie müssen den Bereich der Innenstadt weiträumig umfahren: Die Friedrich-Ebert-Straße und andere Ausweichstraßen dürften dadurch stärker beansprucht werden. Dazu betont die Stadtverwaltung aber immer wieder: Der Durchgangsverkehr soll ohnehin bestenfalls über den Autobahnring führen und nicht die Innenstadt verstopfen. Wer etwas in der Stadt erledigen möchte, wird ermuntert, sein Fahrzeug auf einem der größeren Parkplätze oder im Parkhaus abzustellen.

Der Bereich um den Delft wird mittelfristig ohnehin unattraktiver für Autofahrer: Denn nach dem Umbau der Neutorstraße und des Stadtgartens folgen auch die Straße rund um den Delft, der Hafentorplatz und die Promenade. Alles soll das Areal für Fußgänger und Fahrräder attraktiver machen. Eine Einbahnstraßenregelung und Tempo 20 sind für Autos im Gespräch. Der Umbau insgesamt soll 2030/31 abgeschlossen sein. Die aktuell angekündigte Sperrung des Rathausplatzes könnte jetzt also schon eine Art Vorbereitung für die Zeit des Umbaus und danach sein.

Was gibt es Neues zu den Emder Baustellen?

Die Arbeiten der Stadtwerke, die derzeit in der Neutorstraße laufen und bei denen die Versorgungsleitungen erneuert werden sollen, seien voll im Zeitplan, heißt es jetzt von der Stadt. „Um Anwohnerinnen, Anwohner und Gewerbetreibende bestmöglich zu informieren, haben die Stadt Emden und die Stadtwerke Emden ein gemeinsames Team eingerichtet, das während der gesamten Bauzeit regelmäßig vor Ort ansprechbar ist“, heißt es im Schreiben weiter.

Sprechstunden sollen während der Bauzeit dienstags von 16 bis 18 Uhr im Innenstadtbüro, mittwochs ab dem 19. November im Container in der Neutorstraße ab 10.30 Uhr und donnerstags von 8 bis 10 Uhr im Innenstadtbüro sein. Fragen und Anliegen können auch per E-Mail an innenstadt@emden.de oder planung@stadtwerke-emden.de gesendet werden. Telefonisch sind Julia Kruse (Koordination Innenstadt) unter 04921 / 5913884 und das Planungsteam der Stadtwerke Emden unter 04921 / 83-965 erreichbar.

Was ist noch neu beim Thema Neutorstraße?

Neu ist, dass die Arbeiten der Stadtwerke voraussichtlich bis Ende April 2026 abgeschlossen sein sollen. Zuletzt hieß es, dass dann der erste Abschnitt fertig sei, der zweite bis August geschafft sein soll. Für Autofahrer bedeutet das aber so oder so kein Aufatmen, denn an die Stadtwerke-Arbeiten schließt direkt der Umbau an. „Die entsprechenden Ausschreibungen werden ab Jahresbeginn 2026 auf den Weg gebracht, die Vergaben sollen im Frühjahr 2026 erfolgen“, heißt es in der Mitteilung. Weitere Einzelheiten zu den geplanten Umgestaltungsmaßnahmen sollen Anfang 2026 vorgestellt werden.

Eine Frage ist da sicher noch, ob die Glas-Arkaden an der Neutorstraße nun erneuert oder nur abgerissen werden. Dazu hatte es Hickhack gegeben, weil bei der konkreteren Planung zur Erneuerung der Arkaden plötzlich technische, rechtliche und denkmalpflegerische Herausforderungen aufgetaucht waren. Es war infrage gestellt worden, ob eine Erneuerung überhaupt wirtschaftlich sinnvoll und möglich ist. Nach einigem Gegenwind und Diskussionen soll das Ganze jetzt noch einmal geprüft werden. Einen Zeitplan dazu hatte die Stadt noch nicht genannt. Auch ist noch unklar, wie lange genau der Umbau der Neutorstraße und die damit verbundene Sperrung andauern werden. Bislang hatte Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) nur versichert, dass Stadtgarten und Neutorstraße zum Tag der Niedersachsen im September 2028 fertig sein würden. Die Stadt möchte den Tag gerne in Emden austragen.

Unklar ist auch noch, wie viel der Umbau von Neutorstraße, Stadtgarten und rund um den Delft kosten soll. Erst war von rund 14 Millionen Euro die Rede gewesen, dann waren noch „nicht förderfähige Kosten in Höhe von drei bis vier Millionen Euro“ dazugekommen. Diese sind „für Veranstaltungstechnik, den überdachten Fußweg auf der Ostseite der Neutorarkaden bis Stadtgarten (Neutor-Galerie) und ergänzenden touristischen Maßnahmen, wie weitere Festmacher für Traditionsschiffe“ gedacht, hieß im Emder Rat im August. Da die Neutor-Galerie, also die Glas-Arkaden, noch nicht abschließend durchgeplant sind, ist die Kostenfrage hier noch offen. Wir hatten zu Kosten und zur Dauer der Neutorstraßen-Sperrung am 16. Oktober eine Anfrage an die Stadt gestellt, diese zuletzt am 5. November wiederholt, und noch keine Antwort dazu bekommen.

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