Washington  E-Mails von Jeffrey Epstein: Vier wichtige Nachrichten aus den Akten und ihre Folgen

Sophie Handl
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Von Sophie Handl
| 18.11.2025 18:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Jeffrey Epstein hat sich 2019 selbst umgebracht. Sein Nachlass hat aber weiterhin Folgen. Die wichtigsten Erkenntnisse aus den ersten veröffentlichten Dokumenten. Foto: imago/ZUMA Press
Jeffrey Epstein hat sich 2019 selbst umgebracht. Sein Nachlass hat aber weiterhin Folgen. Die wichtigsten Erkenntnisse aus den ersten veröffentlichten Dokumenten. Foto: imago/ZUMA Press
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Zwischen 2011 und 2019 hat der verurteile Sexualstraftäter Jeffrey Epstein per Mail mit prominenten Personen Kontakt gehabt. Ein Teil der E-Mails wurde nun veröffentlicht. Sie haben bereits ihre Folgen.

20.000 Seiten voller Vorwürfe: US-Abgeordnete haben eine Sammlung aus bislang geheimen Dokumenten veröffentlicht. Sie stammen aus dem Nachlass von Jeffrey Epstein, der sich 2019 im Gefängnis umgebracht hatte.

Es sind Tausende Mailverläufe, die nun öffentlich geworden sind. Die Nachrichten stammen aus den Jahren 2011 bis 2019. Nicht nur E-Mails an sich selbst hat der verurteilte Sexualstraftäter geschrieben, sondern auch an berühmte Personen. Daraus ergeben sich neue Erkenntnisse. Mehrere US-Medien, darunter „New York Times“, „Washington Post“ und US-TV-Sender, haben darüber berichtet.

Laut den Mails wusste Trump von Epsteins Schaffen. Nur wenige Monate bevor Epstein verhaftet wurde, schrieb er an seine eigene E-Mail-Adresse: „Trump wusste davon und kam in der Zeit häufig zu meinem Haus.“

Generell äußerte sich Epstein kritisch zu Trump. 2017 versandete er eine E-Mail, in der er schreibt: „Ich habe viele böse Menschen getroffen, aber keiner ist so schlimm wie Trump. (Er hat, Anm. d. Red.) keine anständige Zelle in seinem Körper.“

Prinz Andrew musste bereits Ende Oktober seinen Prinzen-Titel abgeben, nachdem er zuvor seine Adelstitel niedergelegt hatte. Grund dafür war seine Verwicklung in den Missbrauchsskandal. Immer noch bestreitet er die Echtheit des Fotos, das ihn mit dem Missbrauchsopfer Virginia Giuffre zeigt.

Die neuen Epstein-Mails liefern einen Beweis. Epstein schreibt 2011: „Ja, sie (Giuffre, Anm. d. Red.) war in meinem Flugzeug und sie wurde mit Andrew fotografiert.“

Der frühere US-Finanzminister und Harvard-Präsident Larry Summers hat angekündigt, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Die E-Mails zeigen, dass Summers mit Epstein Kontakt hatte – und zwar bis wenige Monate vor seiner Verhaftung 2019.

Die Mail-Verläufe zwischen Summers und Epstein bestehen aus Gesprächen über Politik, Beziehungen – und über Frauen.

Nutzer in den sozialen Medien vermuten auf Basis einer Mail zwischen Jeffrey Epstein und seinem Bruder Mark, dass es zwischen Donald Trump und Bill Clinton Oralverkehr gegeben haben soll. Mark Epstein schreibt darin an seinen Bruder: „Frag ihn, ob Putin die Fotos von Trumps Blowjob an Bubba hat.“ Bubba war als Spitznamen für den Ex-Präsidenten Clinton gebräuchlich, wird aber generell als Kosename für Jungs genutzt.

Einen Besuch von Bill Clinton bei Jeffrey Epstein widerlegt allerdings eine geleakte Mail von Epstein selbst. Dort schreibt er, dass die Geschichte, dass Clinton bei ihm zu Besuch war, „total erfunden“ sei.

Auf Trumps Anordnung hin ermittelt mittlerweile das Justizministerium gegen den früheren Präsidenten Clinton. Die Verbindungen zu Epstein sollen unter die Lupe genommen werden.

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