Osnabrück Kalla Wefel trennt sich von Linken im Osnabrücker Stadtrat – nicht (nur) wegen des VfL
Ab 1. Dezember 2025 sind die Linken im Osnabrücker Stadtrat ohne Kalla Wefel. Er begründet seine Entscheidung und warum das nichts mit dem VfL zu tun hat, dessen großer Fan der Kabarettist, Musiker und Autor ist.
Der Osnabrücker Kabarettist und Kommunalpolitiker Kalla Wefel hat sich im Stadtrat von den Linken getrennt. Die Gruppe „Die Linke/Kalla Wefel“ ist ab 1. Dezember Geschichte. „Vor allem liegt es daran, dass ich mit den Positionen der Bundes-Linken nicht übereinstimme“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Verhandeln, um Frieden mit Russland zu erreichen – auf die Positionen habe ich keine Lust mehr.“ Nein, dass sein Name mit den Linken in Verbindung gebracht wird, das wolle er nicht mehr.
Obwohl es also nicht direkt an den Linken im Osnabrücker Stadtrat liegt, gibt es auch da inhaltliche Differenzen, die Kalla Wefel klargestellt sehen will. Während die zwei Linken-Abgeordneten gegen die millionenschwere Sanierung und Übernahme des VfL-Stadions durch die Stadt gestimmt haben, ist Wefel nämlich dafür. „Ich bin Ur-VfLer, niemand ist mit dem VfL mehr verbunden als ich“, sagt er und erzählt gleich eine Anekdote aus der Jugend, oder besser Kindheit. „Mein Vater war Mannschaftsarzt, mit zwei Jahren war ich zum ersten Mal im Stadion, meine Windel wurde von Theo Schönhöft verbuddelt“, sagt er und lacht.
Auch in Sachen Erhalt der Verbindung vom Flughafen Münster/Osnabrück nach München vertrete er eine andere Meinung als die Linken im Rat: „Man kann gegen den FMO sein und trotzdem für den Erhalt der München-Linie. Wenn er schonmal da ist, kann man auch dafür sein, dass es eine Verbindung nach München gibt“, sagt Kalla Wefel.
Kommendes Jahr ist Kommunalwahl, neben der Oberbürgermeisterin (oder dem Oberbürgermeister) wird auch der Stadtrat neu gewählt. Tritt Autor, Musiker und Komiker Wefel, der 2021 für „Die Partei“ in den Rat zog und ab 2022 als parteiloses Ratsmitglied weitermachte, noch einmal an? „Nein, ich kandidiere nicht nochmal“, ist er sich sicher.
Zwar gehe es ihm nach überstandener Erkrankung wieder richtig gut, aber er wolle sich nun anderen Projekten widmen. Zum Beispiel seinem neuen Buch „Krebs haben immer nur die anderen“. Ein lustiges Buch über die Krankheit werde das, daran schreibe er schon länger, wollte es aber erst fertigstellen, wenn seine eigene Geschichte einen guten Ausgang genommen habe. „Und das hat sie“, sagt er.
Also, kein Rat der Stadt Osnabrück mehr für ihn. Oder doch? Er überlegt: „Vielleicht, wenn mich die Grünen auf Platz 1 im Katharinenviertel setzen. Oder die SPD. Aber nein, eigentlich lieber nicht. Oder?“