Papenburg  Kann mein Smart Home kinderleicht gehackt werden? Ein Experte klärt auf

Mirco Moormann
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Von Mirco Moormann
| 20.11.2025 13:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wer ein Smart Home hat, kann sein Heim auch per Tablet von außerhalb überwachen. Foto: Imago Images/Panthermedia
Wer ein Smart Home hat, kann sein Heim auch per Tablet von außerhalb überwachen. Foto: Imago Images/Panthermedia
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Das Haus oder die Wohnung betreten und das Licht geht an, die Heizung fährt hoch: Ein Smart Home kann dies – und noch viel mehr. Doch wie sicher sind diese Angebote für das digitale Zuhause? Eine Schwachstelle gibt es zumindest.

Ein Smart Home kann das Leben in den eigenen vier Wänden einfacher machen, beinhaltet es doch unzählige Alltags-Hilfen. Wenn das Auto auf den Hof fährt, geht bereits im Flur und Wohnzimmer das Licht an. Die Heizung ist so eingestellt, dass im Haus die gewünschte Temperatur herrscht. Sollte über den Tag niemand zu Hause sein, kann die Temperatur gesenkt und so Energie gespart werden.

Für die Sicherheit kann eine Videoüberwachung sorgen. Doch wie sicher ist ein solches System vor Angriffen? Johannes Rohe, Sprecher der eQ-3/ELV-Gruppe aus Leer, europäischer Marktführer bei Smart Home-Systemen, erklärt dies.

Die Bausteine eines Smart Home-Systems, die individuell zusammenstellbar sind, sind sicher, so Rohe. Man müsse schon mit einem Laptop in der Nähe eines Hauses stehen, um dessen Sicherheitssysteme zu hacken. Denn nur über eine Wlan-Verbindung könnten sich Fremde Zugang zum Hausnetzwerk verschaffen. Der Aufwand, die digitale Sicherung eines automatischen Türschlosses zu knacken, sei deshalb sehr hoch. „Da würden Einbrecher sicherlich eher ein Fenster einschlagen“, meint Rohe.

Auch die Funkverbindungen, mit denen die Smart Home-Bausteine kommunizieren, seien gesichert. Darüber hinaus würden nur Server in Deutschland für die Sicherung der Daten genutzt, so der Sprecher. Die Verschlüsselung der Daten, auch über die App-Steuerung, erfolge nach einem System, das etwa auch beim Online-Banking genutzt werde.

„Darüber hinaus lassen wir unsere Produkte jedes Jahr zertifizieren“, sagt Rohe. Es gebe allerdings eine „Schwachstelle“: das Passwort des heimischen Servers. „Hier können Hacker leicht ins System eindringen und auch an Daten gelangen“, erklärt Rohe.

Um dies zu verhindern, kann ein spezielles System bei der Gebäudeinfrastruktur helfen. Dies kommt, so erklärt es Oliver Dassinger, Geschäftsführer des Elektronik-Unternehmens Rüther in Papenburg, allerdings wohl nur während des Hausbaus infrage. Dann werde das Haus mit einem sogenannten Bus-System ausgestattet, mit dem zentrale Funktionen des Hauses gesteuert werden. Eine Nachrüstung sei hingegen sehr kostenintensiv.

Christian Schepers, Elektromeister bei Rüther, ergänzt, dass oft nur die Lichtsteuerung eines Gebäudes so gesteuert werde. Bei öffentlichen Bauten, die das Unternehmen hauptsächlich ausstattet, sei dies der Fall. Und um nicht „gehackt“ zu werden, sei das System nicht mit dem Internet gekoppelt und somit sicher, so Schepers.

Im Geschäftsgebäude der Firma Rüther etwa kommt ein System zum Einsatz, mit dem alle Lichtquellen, von den Büros über Flure, das Ladenlokal oder auch die Schaufenster gesteuert werden – je nachdem, wer noch im Hause ist und welcher Bedarf anliege, so Dassinger.

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