Wiesbaden  Hunderte Polizeieinsätze wegen vorgetäuschten bundesweiten Bombendrohungen

Marcel Bechtel
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Von Marcel Bechtel
| 25.11.2025 10:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Hunderte Drohmails sollen bundesweit verschickt worden sein. Foto: Lino Mirgeler
Hunderte Drohmails sollen bundesweit verschickt worden sein. Foto: Lino Mirgeler
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Mehrere Verdächtige sollen mit Hunderten Drohmails die Polizei und Bevölkerung in Atem gehalten haben. Die Beschuldigten sollen sich in einer Chatgruppe namens „Schweinetreff“ versammelt haben.

Nach bundesweiten Bombendrohungen unter anderem gegen Schulen und Bahnhöfe hat die Polizei mehrere Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Sachsen-Anhalt durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen vier Beschuldigte, darunter zwei Jugendliche.

Der Gruppe wird vorgeworfen, Hunderte Drohmails verschickt haben, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) gemeinsam mitteilten. In Hunderten von Fällen seien Polizeieinsätze in ganz Deutschland, aber auch in Österreich ausgelöst worden, hieß es. 

Bei den Verdächtigen handelt es sich laut ZIT konkret um einen 23-Jährigen aus Frankfurt, einen 20-Jährigen aus Dortmund sowie zwei 16-Jährige aus NRW und Niedersachsen. Zudem habe es Durchsuchungen bei einem jugendlichen Zeugen in Sachsen-Anhalt gegeben, der aber nicht verdächtigt werde. 

Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler zahlreiche elektronische Geräte und Speichermedien sicher. Der Gruppe wird zur Last gelegt, „als Teil einer überregional agierenden Tätergruppierung für Hunderte Drohmails mit vorgetäuschten bundesweiten Bombendrohungen gegen Schulen, Hauptbahnhöfe, Einkaufszentren und andere städtische sowie öffentliche Einrichtungen verantwortlich zu sein“.

Laut den Angaben hatte sich die Gruppe rein virtuell zusammengeschlossen – und zwar in einer geschlossenen Messenger-Gruppe namens „Schweinetreff“. Ziel sei gewesen, „den öffentlichen Frieden unter Androhung von Straftaten zum Nachteil von Leib und Leben zu stören, größtmögliche Einsatzlagen auszulösen und größtmögliche Verunsicherung in der Bevölkerung zu erzeugen“.

Die Ermittler gehen nicht von einem politischen Hintergrund aus. Neben der Verunsicherung der Bevölkerung sei es auch darum gegangen, sich an der damit verbundenen Aufmerksamkeit zu erfreuen, hieß es. „Mutmaßlich um die Aufmerksamkeit zu verstärken, wiesen die Drohmails häufig auch eine islamistische Intention beziehungsweise einen islamistischen Bezug auf“, hieß es. Doch die Ermittler betonten: Eine religiös motivierte Tatmotivation sei nicht belegt worden.

„Das entschlossene Handeln der Strafverfolgungsbehörden zeigt, dass das Internet trotz vermeintlicher Anonymität keinen rechtsfreien Raum darstellt. Darüber hinaus können derartige Drohmails für den Absender zusätzlich sehr teuer werden, denn Großeinsätze der Polizei sind mit hohen Kosten verbunden“, sagte BKA-Vizepräsident Sven Kurenbach. Und auch das ZIT betonte, es gehe nicht um harmlose Streiche, sondern um Straftaten, die einen enormen finanziellen Schaden anrichteten.

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