Osnabrück „Endlich“: Esport Arcade eröffnet an der Pagenstecherstraße in Osnabrück
Eigentlich wollte Mike Hillen seine Esport Arcade längst in der ehemaligen Filmpassage an der Johannisstraße eröffnen – doch daraus wurde nichts. Nun hat er einen neuen Standort an der Pagenstecherstraße gefunden.
Mike Hillen eröffnet am 29. November seine neue Esport Arcade an der Pagenstecherstraße 65a. „Endlich“, sagt er. Eigentlich wollte er schon Anfang 2025 an der Johannisstraße starten – in der ehemaligen Filmpassage. Doch nach Schwierigkeiten mit seinem damaligen Vermieter, über die er „ausdrücklich nicht sprechen möchte“, entschied er sich für einen kompletten Neustart.
Rückblickend sei die Johannisstraße ohnehin kein idealer Ort gewesen: „Wir haben viel Feedback bekommen, und die Johannisstraße war vielleicht nicht der beste Standort, um mit jungen Menschen zu arbeiten. Es ist ja nicht umsonst ein Problemviertel.“
Gemeinsam mit dem Osnabrücker Sportclub (OSC), der Wirtschaftsförderung Osnabrück und Marketing Osnabrück begab Hillen sich auf Standortsuche. Fündig wurde er schließlich an der Pagenstecherstraße. „Wir hatten hier von Anfang an ein sehr gutes Gefühl mit dem Vermieter“, sagt er.
Die Lage sei anders, aber keineswegs schlechter: „Wir sind zwar nicht ganz so gut mit den Öffentlichen zu erreichen wie vorher, aber wir haben eigene Parkplätze, alles an Versorgung drumherum – und wir sind nur ein paar hundert Meter von der Uni am Westerberg entfernt. Das ist für uns super spannend.“
Die neue Fläche umfasst rund 380 Quadratmeter – „fast das Doppelte von vorher“. Auch formal sei dieser Standort unkomplizierter: „Wir hatten hier unsere Baugenehmigung sofort. Das macht vieles einfacher.“ Seit dem 1. Oktober habe sein Team „quasi jeden Tag durchgearbeitet“, um alles rechtzeitig fertigzustellen.
Hillen ist selbst Abteilungsleiter Esport beim OSC. Dass Esport ab dem 1. Januar 2026 offiziell gemeinnützig wird, sieht er als große Chance: „Das ist jetzt beschlossen. Das bedeutet, dass Vereine endlich E-Sport und Programm anbieten können, ohne um ihre Gemeinnützigkeit zu bangen.“
Die Arcade wird deshalb zum offiziellen Trainingszentrum: „Hier kommt ein OSC-Sticker an die Tür – das ist dann die offizielle E-Sport-Abteilung und das Trainingscenter.“ Zusätzlich betreut Hillen eine AG der Erwachsenenbildung, die ab kommendem Halbjahr Schulklassen ins Haus bringen wird. „Es geht um Medienkompetenz, Gaming, Demokratie, Social Media – alles, was junge Menschen heute betrifft.“
Im Untergeschoss befinden sich 17 PC-Plätze, Konsolenstationen und ein Streaming-Studio. „Das ist für viele ein Eldorado“, sagt Hillen und lacht. Kameras überwachen die Technik – „Du glaubst nicht, wie schnell mal eine Maus oder ein Headset verschwindet.“
Besonders wichtig ist ihm die Atmosphäre: „Für viele ist das hier ein Safe Space. Sie sollen sich hier so fühlen können, wie sie sind.“ Klare Regeln und gegenseitiger Respekt gehören für ihn dazu.
Oben gibt es ebenfalls einen Ort für Streaming, aber auch Event- und Vortragsräume, Bereiche für Gemeinschaftsspiele und auch Gastronomie. „Wir holen hier die Leute zusammen – ob zum E-Sport, zum Brettspielen oder für eine schöne Runde Singstar.“
Kindergeburtstage, Workshops oder JGAs – vieles ist bereits angefragt. „Die Auftragslage fürs nächste Jahr sieht super aus.“ Auch Firmen und Vereine melden Interesse an, darunter Osnabrück Gaming, das am Eröffnungswochenende seinen zehnten Geburtstag feiert.
„Wir freuen uns, dass wir endlich eröffnen können. Wir haben jede Menge vor und wollen für alle jungen Menschen in Osnabrück ein richtig cooles Programm anbieten – von Kursen über Gaming und Esport bis hin zum einfachen Zusammenkommen.“
Die lange leerstehenden Räume wurden früher von der Alpha Action Spielothek genutzt. In den oberen Stockwerken befand sich das Moves-Fitnessstudio, das im September 2025 schloss.
In den eigentlich anvisierten Räumen inmitten der Filmpassage herrscht mittlerweile wieder Leerstand. Und auch der im Frühjahr erst eröffnete Dönerladen Krusteez Kebab n’ Wok hat schon wieder geschlossen.
Immerhin plant Unternehmer Alexander Thiessen in der Passage ein neues Freizeitkonzept: SmashN’Paint soll in zwei ehemaligen Kinosälen entstehen – ein Eröffnungsdatum gibt es noch nicht.