Verkehr Die Emder Trogstrecke ist jetzt fast fertig
Mehr als fünf Jahre wurde sie saniert, jetzt soll die Trogstrecke in Emden fast fertig sein. Welche Arbeiten sind nun noch nötig und wann ist noch mal gesperrt?
Emden - Die Fertigstellung der Emder Trogstrecke wird zwar erst im Sommer groß gefeiert mit einem Graffiti-Event, doch schon jetzt steht die Sanierung kurz vor dem Abschluss. Das teilt die Stadt Emden am Mittwoch, 26. November 2025, mit. Demnach seien die technischen Arbeiten, wie das Vergießen der Fugen und die Ausstattung der Regeneinläufe, weitgehend fertiggestellt. Bevor die Strecke komplett freigegeben werden könne, stünden lediglich noch Markierungsarbeiten aus, heißt es in der Mitteilung weiter.
Die Markierungsarbeiten seien am Dienstag bereits begonnen worden und sollen bis zum Ende der Woche abgeschlossen werden, wenn das Wetter mitspielt. Im Anschluss erfolge noch die Beschilderung. Nach Abschluss dieser Arbeiten gilt für Autos eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometern pro Stunde, für Lastwagen Tempo 30. Dann wäre die lange Zeit des teilweise schleichenden Tempos in der Dauerbaustelle vorbei. Über Monate galt dort zwischenzeitlich immer wieder 10 Kilometer pro Stunde, zuletzt waren es 30 km/h.
Welche Arbeiten sind noch an der Trogstrecke geplant?
Kleinere Asphaltierungsarbeiten im Bereich der Rampe an der Petkumer Straße werden bei geeigneten Witterungsbedingungen noch erledigt, heißt es von der Stadt. Zu einer Sperrung kommt es voraussichtlich noch einmal im Januar, hieß es im Ausschuss des Bau- und Entsorgungsbetriebs (BEE) am Dienstagabend. Dann soll eine Absenkung in der Petkumer Straße behoben werden, die die Trogstrecke kreuzt und nach Borssum sowie in die Innenstadt führt. Die Arbeiten sollen aber innerhalb eines Tages erledigt sein.
Vor mehr als fünf Jahren – im Juli 2020 – hatte die Sanierung der wichtigen Verkehrsanbindung für den Emder Hafen begonnen. Bei den Arbeiten wurde schnell klar: Beim Bau vor mehr als 50 Jahren war gepfuscht worden. Risse auf rund 1000 Metern Länge machten eine einfache Reparatur unmöglich – auch der Versuch mit Epoxidharz half nicht. Immer wieder drang Wasser in den Betontrog, der Asphalt schlug Blasen. Dazu kamen immer wieder witterungsbedingte Verzögerungen.
Schließlich entschieden sich die Verantwortlichen für eine innovative Baulösung: Unter den Betonflächen sind Noppenbahnen verlegt, durch die das Wasser abgeleitet werden soll. Die Methode scheint Erfolg zu haben. Die Kosten für die Sanierung schnellten aber in die Höhe: Statt mit den geplanten rund fünf Millionen Euro war zuletzt im Sommer von rund acht Millionen Euro die Rede. Ob das die finale Summe ist, ist aber noch offen.
Wie wird die Fertigstellung der Trogstrecke gefeiert?
Vom 14. bis 16. August 2026 wird die Fertigstellung mit einem besonderen Event namens „Hit the Trog“ gefeiert. Gemeinsam mit dem Graffitiverein Ostfriesland soll eines der größten öffentlichen Graffitiprojekte der Region auf die Beine gestellt werden. Mehr als 100 Künstler – darunter rund 20 aus dem Ausland – sollen die rund 2100 Quadratmeter große Betonfläche an der Unterführung mit ihren Bildern gestalten. Dabei sind alle Interessierten eingeladen, sich die Kunst anzuschauen sowie sich bei Musik und anderem Rahmenprogramm im Trog aufzuhalten.
Die Kosten für das Projekt liegen laut Stadt bei rund 120.000 Euro – allerdings spart sie dadurch auch rund 40.000 Euro für herkömmlichen Graffitischutz, heißt es. Die Hälfte der verbleibenden Summe soll über Sponsoren und Drittmittel gedeckt werden.