Osnabrück Die erste Rektorin von außen: Uni Münster wirbt Präsidentin der Universität Osnabrück ab
Susanne Menzel-Riedl, Präsidentin der Uni Osnabrück, wird zum 1. Oktober 2026 neue Rektorin der Universität Münster. Ihre Wahl am Freitag ist ein Novum. Für die 49-Jährige bedeutet der Wechsel auch eine Rückkehr.
Die Präsidentin der Universität Osnabrück, Susanne Menzel-Riedl, ist zur neuen Rektorin der Universität Münster gewählt worden. In der Hochschulwahlversammlung am Freitag (28. November) im Münsteraner Schloss erhielt sie bereits im ersten Wahlgang die notwendige doppelte Mehrheit.
Die fünf externen Mitglieder des Hochschulrats stimmten alle mit Ja. Von den 23 Mitgliedern des Senats votierten 18 für Menzel-Riedl und fünf gegen sie. Andere Kandidaten standen nicht zur Wahl.
Die 49-Jährige wird ihr (zunächst auf vier Jahre befristetes) Amt zum 1. Oktober 2026 antreten. Der bisherige Rektor Johannes Wessels muss dann nach zehn Jahren an der Spitze der Uni Münster seinen Hut nehmen. Die Findungskommission hatte ihn – trotz seiner Bereitschaft, weiterzumachen – nicht zur Wiederwahl vorgeschlagen. Ein bislang einmaliger Vorgang in der rund 250-jährigen Geschichte der Uni Münster.
Mit Menzel-Riedl wird die nach Studierendenzahlen siebtgrößte Hochschule Deutschlands künftig erstmals von einer externen Bewerberin geführt. Zudem ist sie erst die dritte Frau, die es in diese Position geschafft hat.
Nachdem der Vorsitzende der Hochschulwahlversammlung Hinnerk Wißmann gegen 11 Uhr das deutliche Ergebnis pro Menzel-Riedl verkündet hatte, zeigte sich die Auserkorene „sehr erleichtert“. Die vergangenen Wochen und Monate seien für sie nicht einfach gewesen. Insbesondere die Tage seit Mitte November, als ihr Wechselwunsch über Nacht publik wurde und in Osnabrück für „Überraschung, Bedauern, aber auch Verständnis“ sorgte.
Erst recht gefordert war Menzel-Riedls volle Kraft am Morgen des Wahltags selbst. Gut zweieinhalb Stunden Zeit bekam sie, um die Entscheider zunächst öffentlich, dann hinter verschlossenen Türen zu überzeugen: von sich, von ihrem auf Kooperation und Kommunikation fußenden Führungsstil sowie von ihrer Strategie für die Uni Münster.
Hochschulratsvorsitzende Elke Topp, die zugleich der Findungskommission vorsaß, erklärte in der Versammlung, dass es bereits im Dezember 2024 „erste Überlegungen für ein offenes Wahlverfahren“ gegeben habe. Es folgte eine entsprechende Ausschreibung der Rektorenstelle. Und darauf „eine beachtliche Zahl qualifizierter Bewerbungen – interner wie externer“.
Eine Mappe von Menzel-Riedl war aber zunächst nicht darunter, wie die Kandidatin vorab gegenüber den Wahlleuten klarstellte. „Meine Entscheidung, zu einem relativ späten Zeitpunkt in das Bewerbungsverfahren einzusteigen, ist über den Sommer gereift.“
So habe sie sich erst zur Kandidatur bereiterklärt, als die von der Findungskommission beauftragte Personalberatung des Deutschen Hochschulverbands sie dazu aufgefordert habe. Ein Grund: Noch im Herbst 2024 war Menzel-Riedl für acht Jahre als Präsidentin der Uni Osnabrück wiedergewählt worden, saß hier also fest im Sattel und schmiedete große Pläne.
Ein anderer Grund für die anfängliche Zurückhaltung: Sie habe aus Respekt gegenüber Amtsinhaber Wessels, den sie lange und gut kenne, nicht antreten wollen. „Ich hätte meine Bewerbung auch zurückgezogen, wenn er zur Wiederwahl vorgeschlagen worden wäre“, sagte Menzel-Riedl nach ihrer Kür im Gespräch unserer Redaktion.
Dann aber ergriff die 49-Jährige mit dem Angebot der Headhunter die Chance zur Rückkehr: Rückkehr in jene Stadt, in der sie schon seit Langem mit ihrem Mann und den beiden Kindern lebt. Vor allem aber Rückkehr an jene renommierte Universität, an der sie 1996 selbst zu studieren begann, der sie „so viel verdankt“ und deren „offenbar gewünschte Veränderung“ sie gestalten wolle – nicht allein natürlich, sondern „als Spielmacherin“ einer großen, starken Mannschaft.
Und was passiert nun mit der Uni Osnabrück? „Ich bin dort Präsidentin – und zwar mit vollem Herzen bis zum letzten Tag“, versicherte Menzel-Riedl. Es komme jetzt darauf an, einen „guten Übergang“ zu schaffen. Voraussichtlich im ersten Quartal 2026 werde ihre Stelle ausgeschrieben. Bei geeigneter Bewerberlage könnte die Nachfolge dann idealerweise noch vor ihrem Abgang geregelt werden.