Osnabrück „Ich liebe diese Aufgabe“: Warum die Präsidentin der Uni Osnabrück dennoch geht
Trotz Liebe zur Uni Osnabrück: Präsidentin Susanne Menzel-Riedl wird neue Rektorin in Münster. Was sie zum Wechsel bewog – und welche Fußstapfen sie hinterlässt.
Susanne Menzel-Riedl, Präsidentin der Universität Osnabrück, sieht ihre Wahl zur neuen Rektorin der Universität Münster „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. In einer Mitteilung vom Freitag (28. November) zeigte sie sich bewegt.
„Dieses Votum freut und berührt mich sehr, und es ehrt mich natürlich auch – vor allem, da ich weiß, wie sehr es einen Vertrauensvorschuss für mich persönlich und meine bisherige Arbeit darstellt.“
Gleichzeitig betonte die 49-Jährige ihre emotionale Verbundenheit mit der Uni Osnabrück. „Wer mich kennt, weiß, dass ich meine Aufgabe hier liebe.“
Menzel-Riedl würdigte ausdrücklich die Rolle ihres Umfelds: „Neben den vielen Chancen und Möglichkeiten, die mir diese Uni geboten hat, ist es vor allem die rückhaltlose Unterstützung von meinem Team, dem Senat und allen Mitgliedern der Hochschule, die mich mehr als sechs Jahre als Präsidentin getragen und es mir leicht gemacht haben, meinen Aufgaben gerecht zu werden.“
Die Entscheidung, trotz einer gerade begonnenen zweiten Amtszeit als Rektorin der Uni Münster zu kandidieren, sei ihr nicht leichtgefallen. Letztlich habe auch ihre familiäre Verwurzelung in Münster eine Rolle gespielt. „Ich fühle, dass es für mich persönlich noch einmal Zeit ist, etwas Neues zu beginnen.“
Trotz des bevorstehenden Wechsels kündigte sie an, ihre Aufgaben in Osnabrück weiterhin mit vollem Engagement wahrzunehmen: „Ich bin froh, dabei mein Team und die gesamte Uni hinter mir zu wissen. Wir sind voller Tatendrang und möchten noch gar nicht an Trennung denken!“
Seit ihrer Wahl zur Präsidentin im Jahr 2019 hat Susanne Menzel-Riedl die Universität Osnabrück in Forschung und Profilbildung entscheidend vorangebracht. Unter ihrer Leitung konnten zwei Sonderforschungsbereiche eingeworben werden – einer in Biologie (Zelluläre Membrannetzwerke) und ein weiterer in Migrationsforschung, was in Niedersachsen bisher einzigartig ist.
Mit sieben Partnern wurde außerdem das KI-Reallabor Agrar aufgebaut, das von der Volkswagen-Stiftung mit 18,9 Millionen Euro gefördert wird. Zusätzlich flossen 16,9 Millionen Euro in ein Projekt zur Profilbildung der Universität, ebenfalls unterstützt von der Stiftung.
Die Biologiedidaktik-Professorin Menzel-Riedl hatte sich im Auswahlverfahren an der Universität Münster zunächst gegen andere Bewerber durchgesetzt. Die Findungskommission schlug sie dem Wahlgremium als einzige Kandidatin vor. Senat und Hochschulrat folgten dem Vorschlag mit großer Mehrheit. Der Amtsantritt in Münster ist für den 1. Oktober 2026 vorgesehen.