Kloster in Österreich Streit um rebellische Nonnen – nun soll Rom entscheiden

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Von dpa
| 29.11.2025 14:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schwester Rita, Schwester Regina und Schwester Bernadette wollen das Angebot der Kirche nicht annehmen. (Archivbild) Foto: Noah Hatz/dpa
Schwester Rita, Schwester Regina und Schwester Bernadette wollen das Angebot der Kirche nicht annehmen. (Archivbild) Foto: Noah Hatz/dpa
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Drei Nonnen besetzen ihr altes Kloster und sorgen auf Instagram für Wirbel. Ein Lösungsvorschlag liegt auf dem Tisch. Doch die Schwestern und ihre Helferinnen sprechen von einem Knebelvertrag.

Im Streit um drei betagte Nonnen und das von ihnen besetzte Kloster in Österreich wird der Vatikan eingeschaltet. Die Fronten sind verhärtet: Die Ordensschwestern lehnten zuletzt ein Angebot zum Verbleib in Goldenstein bei Salzburg ab, weil sie das entsprechende Dokument laut ihrer Sprecherin als Knebelvertrag bewerten. Der zuständige Stiftsleiter, Markus Grasl, sieht seinen Vorschlag hingegen als Akt der Barmherzigkeit.

Propst Grasl werde nun die für Ordensangelegenheiten zuständige Vatikanbehörde einschalten, sagte sein Sprecher. Grasl habe alle Wünsche der über 80-jährigen Nonnen berücksichtigt, doch die hätten den Vorschlag kategorisch zurückgewiesen. „Was soll man ihnen noch geben, noch ermöglichen?“, fragte sich der Sprecher.

Klosterbesetzung seit September

Schwester Bernadette, Schwester Regina und Schwester Rita hatten Anfang September ein ihnen zugewiesenes Altersheim verlassen, in das sie gegen ihren Willen verlegt worden waren. Sie verschafften sich Zutritt zum leerstehenden Kloster im Schloss Goldenstein bei Salzburg nahe der bayerischen Grenze. Dort hatten sie zuvor jahrzehntelang gewohnt und in der Klosterschule gearbeitet.

Die Nonnen gerieten mit der Besetzung und ihrer internationalen Medienpräsenz in Konflikt mit Grasl. Diese Woche ließ er ihnen eine geplante Vereinbarung zur Lösung des Streits zukommen. Darin sagte er unter anderem zu, dass sie bis auf weiteres in Goldenstein wohnen könnten und ihnen Pflegekräfte, ärztliche Versorgung und ein Geistlicher zur Verfügung gestellt würden. Außerdem werde das Gebäude altersgerecht adaptiert, hieß in dem Dokument, das der dpa vorliegt.

Bedingungen: Kein Instagram, kein Anwalt für die Nonnen

Doch die Vereinbarung enthält auch etliche Bedingungen: So müssten die Frauen etwa alle Aktivitäten in sozialen Medien einstellen. Dazu gehört ein Instagram-Kanal, der mittlerweile rund 111.000 Mal abonniert wurde. Außerdem müssten sie wieder zu einem Leben in klösterlicher Abgeschiedenheit zurückkehren. In den vergangenen Monaten hatten die Ordensschwestern laufend ehemalige Schülerinnen und Helferinnen sowie Journalisten empfangen.

Die Nonnen, die auch mit Anzeigen gegen Grasl und andere Kirchenvertreter vorgegangen waren, sollen zudem alle juristischen Schritte unterlassen und sich von ihrem Anwalt trennen, wie es in dem Dokument heißt. Die Helferinnen, die den drei Frauen bislang die Besetzung des Klosters ermöglicht haben, müssten ihre Tätigkeit in Goldenstein einstellen. Als Gäste seien sie jedoch weiterhin willkommen, sagte Grasl in einer Stellungnahme.

Laut einer Mitteilung, die von einer Sprecherin und Helferin der Nonnen verbreitet wurde, lehnen alle drei Ordensschwestern den Vorschlag ab. Er habe „den Charakter eines Knebelvertrages“, hieß es. Überdies sei die Zusage für den Verbleib in Goldenstein nur vage formuliert und deshalb „juristisch wertlos“, hieß es in der Mitteilung.

Der Ball liegt nun in Rom

Grasls Sprecher betonte hingegen, dass die Vereinbarung verbindlich wäre. Die Angelegenheit liege „jetzt nicht mehr in den Händen des Propstes“, sondern in Rom.

Der Plan zur Lösung des Konflikts wurde nicht in Gesprächen mit den Nonnen erarbeitet, sondern von Grasl in Zusammenarbeit mit Kirchenvertretern. Der Probst betonte vor wenigen Tagen mit Blick auf die „Aktionen der Schwestern“ und sein Angebot, dass er von dem christlichen Prinzip der Barmherzigkeit geleitet werde. Dieser Grundsatz bedeute „eine unverdiente, aber großzügige Zuwendung in großer, ja bedingungsloser Liebe“, sagte er in einer Stellungnahme.

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