Osnabrück Weniger Parkplätze, keine Radwege, etwas mehr Grün – die neue Bramscher Straße in Osnabrück
Die Umgestaltung der Bramscher Straße steht an. Einer von ursprünglich mehreren Varianten gab der Stadtentwicklungsausschuss nun das Go.
Die Bramscher Straße in Osnabrück wird für knapp acht Millionen Euro umgestaltet. Der Stadtentwicklungsausschuss hat dem Rat jetzt die von der Verwaltung präferierte Variante 3 im Grundsatz empfohlen. Sie ist mit 58 Prozent der online abgegeben Stimmen auch als Favorit aus der Öffentlichkeitsbeteiligung im Mai dieses Jahres hervorgegangen.
Dabei wird der Radverkehr künftig auf mit allen anderen motorisierten Verkehrsteilnehmern bei teilweise Tempo 50 auf der 6,50 Meter breiten Fahrbahn geführt. Die Restbreite ist für Gehwege, Grün und Parkplätze vorgesehen.
Bei der Planung für die 1,4 Kilometer lange Straße gebe es viele Zielkonflikte, sagte Stadtbaurat Thimo Weitemeier. Doch die neue Straße werde Verbesserungen für alle mit sich bringen.
Es sei ein Kompromiss, der funktioniere – auch wenn der Einzelne womöglich nicht ganz damit glücklich werde, ergänzte Arnd Bärsch vom Planungsbüro VKT.
Etwa einige Autofahrer. Denn für sie wird es weniger Parkplätze geben; etwa drei Viertel bleiben erhalten. Ein „angemessenes Angebot“ nannte Stadtbaurat Thimo Weitemeier das. Schließlich seien Parkplätze im öffentlichen Raum stets ein zusätzliches Angebot.
So werden etwa die Kurzzeitparkplätze vor der Apotheke verschwinden, um den Bus- und Radverkehr nicht auszubremsen. Künftig sollen Kunden in der Roopstraße parken.
Für Radfahrer wird es keine eigenen Wege geben, sondern Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn. 75 Zentimeter breite Sicherheitstrennstreifen sollen dort, wo Fahrzeuge längst parken dürfen, Unfälle mit unachtsam geöffneten Autotüren verhindern.
„Intensiv“ habe sich die Verwaltung mit dem Radentscheid abgestimmt, der die Planung „durchaus positiv“ sehe, versicherte Mike Bohne, Leiter des Fachbereichs Geodaten und Verkehrsanlagen, dem Ausschuss.
Dem entgegnete Volkmar Seliger von den Grünen: Ja, allerdings fordere der Radentscheid durchgehend Tempo 30 auf der Straße, und der motorisierte Verkehr müsse stärker aus der Straße herausgehalten werden.
Auch Heiko Panzer (SPD) forderte mehr Tempo 30 für die Straße. Das wünschten sich übrigens auch 65 Prozent der Teilnehmer der Online-Befragung.
Die Verwaltung argumentiert, durchgängig Tempo 30 sei auf der Bramscher Straße rechtlich nicht umsetzbar. Sie geht aber davon aus, dass die baulichen Veränderungen das Tempo senken werden.
Seliger führte die geänderte Straßenverkehrsordnung an, mit der sich Tempo 30 leichter umsetzen lässt. Bohne versicherte, das für die Straße zu prüfen.
Aktuell gilt auf der Straße weitgehend Tempo 50 mit einem einstigen Schutzstreifen für Radfahrer in Richtung Haster Mühle.
Oliver Hasskamp von der FDP brachte eine Anliegerstraße ins Spiel. Für Nicht-Anlieger gebe es schließlich Pagenstecher- und Hansastraße.
Nicht ohne Stolz verkündete die Verwaltung, dass der Variante 3 keine Bäume zu Opfer fielen. Vielmehr werde sogar rund 900 Quadratmeter Fläche entsiegelt.
Der Ausschuss empfahl dem Rat diese Variante – mit der Ergänzung „im Grundsatz“. Das soll Raum für Änderungen im Detail lassen, die es interfraktionell zu klären gilt.
Fridays for Future Osnabrück hatte eine Einbahnstraßenlösung präferiert; denn sie erlaube breite Radwege.
Die Stadt hatte der Öffentlichkeit im Juni eine zweite Variante vorgestellt. Diese ist mit einer breiteren Fahrbahn für den Busverkehr optimiert. Sie hätte deutlich mehr Parkplätze gekostet – nur etwa 35 Prozent könnte mit ihr erhalten bleiben.