Osnabrück Osnabrück bessert sein Image – und gewinnt vor allem bei den Jungen an Profil
Anfang 2025 hat sich Osnabrück herausgeputzt: neues Logo, neue Bilder, neue Filmchen. Ziel war und ist es, Osnabrück als Marke zu prägen. Eine erste Erhebung zeigt, dass der Markenprozess offenbar wirkt.
Was fällt Ihnen ein, wenn Sie den Namen Osnabrück hören? Vor fünf Jahren konnten nur 15 Prozent der bundesweit befragten 10.000 Menschen etwas Konkretes nennen. Osnabrück – in der Wahrnehmung vieler Menschen eine konturlose Stadt. Das muss anders werden, folgerte das Stadtmarketing, setzte einen Prozess zur Markenbildung in Gang und meldet nun einen ersten sichtbaren Erfolg.
Im aktuellen Stadtmarkenmonitor des Beratungsunternehmens Brandmeyer machte Osnabrück drei Plätze gut. Vor fünf Jahren war Osnabrück auf Platz 34 von 50 Städten gelandet, aktuell steht die Friedensstadt auf Platz 31 dieser sogenannten Markenstärke-Tabelle. Die Märkenstärke ist der Maßstab, wie sehr Menschen mit einer Stadt bestimmte Eigenschaften verbinden. 17 Prozent gaben an, von Osnabrück konkrete Vorstellungen zu haben. Vor fünf Jahren waren es zwei Prozentpunkte weniger.
Alexander Illenseer, Chef des Stadtmarketings, weist auf eine Besonderheit in den Daten hin: Jüngere Menschen (unter 29) haben ein positiveres Bild von der Stadt als ältere Generationen. Sie finden – deutlich mehr als die älteren Befragten – die Stadt „sympathisch“ und „attraktiv“, bescheinigen ihr, einen „guten Ruf“ zu haben und glauben, dass sich Osnabrück in Zukunft „sehr gut entwickeln“ wird.
Illenseer sieht darin ein ermutigendes Zeichen. Denn Ziel der Markenstrategie ist es, dass Menschen, die Osnabrück nicht kennen, auf Anhieb etwas Positives mit der Stadt verknüpfen, wenn sie den Namen hören. Es soll ein Bild im Kopf entstehen, das eindeutig und anziehend ist.
Und damit sollen wirtschaftliche Effekte erzielt werden. Hiesige Unternehmen sollen Fachkräfte von außerhalb auch mit den Vorzügen einer lebenswerten Stadt reizen können. Studierende sollen nach dem Studienabschluss hier leben und arbeiten wollen. Im Wettstreit um die besten Köpfe will Osnabrück seine Stärken besser präsentieren.
Beim Stadtmarkenmonitor werden online 10.000 Menschen aus ganz Deutschland nach ihren subjektiven Eindrücken von 50 Städten befragt. Bei diesem Blick von außen auf Osnabrück fällt auf, dass viele Menschen die Lage auf dem Wohnungsmarkt eher positiv einschätzen. „Osnabrück hat ein sehr gutes Angebot an bezahlbarem Wohnraum“: Diese Aussage bejahen überdurchschnittlich viele Befragte.
Bei allen anderen Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Klimaschutz, Mobilitätswende oder Bildungsangebote erzielt Osnabrück schlechtere Werte als der Durchschnitt aller 50 beteiligten Städte.
2022 hatte das Stadtmarketing den Markenprozess gestartet. Dazu gehörten ganztägige Workshops mit jeweils 100 Osnabrückern, die der Frage nachgingen: Was macht Osnabrück attraktiv und lebenswert? Außerdem nahmen 2023 über 5000 Menschen an einer Onlinebefragung zu den Stärken der Stadt teil.
Aus den Ergebnissen entwickelten Experten ein neues Logo und einheitliche digitale Formate für die Außenwerbung. Unternehmen und Hochschule nutzen diese Bilder und Filme. So kann sich Osnabrück einheitlich präsentieren.
Oberbürgermeisterin Katharina Pötter äußert sich zufrieden mit dem bislang Erreichten. „Aber wir sehen, die anderen Städte schlafen nicht.“ Der Markenprozess sei ein Marathon und werde seine volle Wirkung erst über einen langen Zeitraum entfalten können.