Osnabrück  Vom Notizblock bis zum Gabelstapler: Fünf Nilsson-Mitarbeiter zeigen ihr Werkzeug

Matthias Liedtke
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Von Matthias Liedtke
| 06.12.2025 10:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nicht nur Spielzeug: Simon Behm (von links), Michelle Aßmann, Yusuf Cetinkaya, Daniel Ulke und Alina Poppe präsentieren zum 100. Geburtstag des Baufachzentrums Nilsson in Osnabrück-Lüstringen ihre „Lieblingswerkzeuge“. Foto: Matthias Liedtke
Nicht nur Spielzeug: Simon Behm (von links), Michelle Aßmann, Yusuf Cetinkaya, Daniel Ulke und Alina Poppe präsentieren zum 100. Geburtstag des Baufachzentrums Nilsson in Osnabrück-Lüstringen ihre „Lieblingswerkzeuge“. Foto: Matthias Liedtke
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100 Jahre alt ist das Osnabrücker Baufachzentrum Nilsson in diesem Jahr geworden. So vielfältig wie das Angebot sind die Jobs, die es dort gibt. Wir haben fünf Mitarbeiter gefragt, ohne welches Werkzeug für sie nichts geht.

Welche Gegenstände, Fahrzeuge oder sonstige Utensilien, mit denen sie tagtäglich arbeiten, sind den Mitarbeitern der 100 Jahre alt gewordenen Firma Nilsson in Osnabrück ans Herz gewachsen? Wir haben fünf von ihnen gefragt.

Sein „Büro“ ist das Fahrerhaus, sagt Simon Behm. Seit sechs Jahren beliefert der 32-jährige, frisch verheiratete Berufskraftfahrer Kunden der Osnabrücker Firma Nilsson. Für Baustellen, aber auch Einzelpersonen im Umkreis hält er Materialien vor, wie es in der Fachsprache heißt. Dafür geht es auch mal hoch hinaus: Im Heck seines Lkw ist ein Kran eingebaut. Damit werden Baustoffe von außen ins Gebäude gehievt, denn oft sind Treppen und Türen in Häusern nicht breit genug, um das Material nach innen zu bekommen.

Bevor er in die Baustoffbranche wechselte, war Behm jahrelang im Osnabrücker Stadtgebiet als Busfahrer unterwegs – bis er die noch größeren Fahrzeuge irgendwann spannender fand. Nun befördert die ehemalige „Fachkraft im Fahrbetrieb“ keine Fahrgäste mehr, sondern von Fliesen bis Rigips alles, was für den Neu- oder Umbau benötigt wird – wenn es sein muss, auch mal weit über die Stadtgrenzen hinaus bis nach Bremen. Pro Tag beliefert Nilsson mit der Flotte von acht Lkw im Schnitt 200 Baustellen, die meisten davon aber in oder im unmittelbaren Umkreis von Osnabrück.

Das „Lieblingsspielzeug“ von Daniel Ulke ist etwas kleiner als das Gefährt seines Kollegen. Hat aber viel damit zu tun, denn der 38-jährige Staplerfahrer belädt die Lkw mit Ware. Dass es die richtige ist, auch dafür sorgt Ulke, der als Fachkraft für Lagerlogistik für das Kommissionieren der Bestellungen zuständig ist. Er ist wie sein Kollege Behm ein Umsteiger, der den Bürostuhl gegen den Staplersitz in einem Diesel-Toyota getauscht hat.

Wesentlich kleiner fällt das „Lieblingswerkzeug“ von Michelle Aßmann aus. Ihr Schreibblock dient ihr dazu, mit einer täglichen „To-Do“-Liste nicht den Überblick über ihre Aufgaben zu verlieren. Vor fünf Jahren hat die heute 21-Jährige bei Nilsson eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskauffrau begonnen. Aktuell ist sie dort in der Planung für die Türenmontage tätig, absolviert eine Weiterbildung und kümmert sich auch um die Auftragsbearbeitung. Vom Türen- und Bodenverkauf kommend, koordiniert sie nun Liefer- und Einbautermine und nimmt somit eine wichtige Schlüsselrolle im Unternehmen ein – und sorgt mit jedem Häkchen hinter einem Listeneintrag für Baufortschritt.

Einen kleinen Taschenrechner hat Alina Poppe als ihr liebstes Arbeitsutensil zum Gesprächs- und Fototermin mitgebracht – natürlich nur symbolisch. Wenn die 20-Jährige, die seit drei Jahren bei Nilsson in Ausbildung und Beruf ist, Kundenaufträge bearbeitet, das Personal verwaltet und Lohnabrechnungen erstellt, benutzt sie wesentlich größere Rechner.

Zahlen sind Poppes Metier. Und die Maschinen, die ihr dabei helfen, unter anderem in der Buchhaltung nicht alles im Kopf ausrechnen zu müssen, benutzt sie täglich. Im Sommer vergangenen Jahres beendete sie ihre Ausbildung als Bürofachkraft im Fliesenhandwerk.

Genau dort ist der Kollege Yusuf Cetinkaya gelandet. Ohne seine geliebte Zahnkelle macht der 43-Jährige nichts mehr. Dabei war er vorher im Bereich Maschinenbau tätig. Vor zehn Jahren hat er seine Meisterausbildung abgeschlossen. Nun ist der zweifache Familienvater aber glücklich und zufrieden damit, als Fliesenleger auf Baustellen oder für einzelne Privatkunden Böden Kacheln zu verlegen und Fugen zu glätten.

Cetinkaya steht für das vielfältige Handwerk, das neben dem Fachhandel bei Nilsson seit 100 Jahren praktiziert wird. Seit 2008 ist er „bei der Firma“, wie er sagt. Und bleibt ihr auch in zweiter Generation treu: Sein Sohn Kerem hat gerade eine Ausbildung bei Nilsson begonnen.

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