Ulm VfL Osnabrück: Doppelpack, Überraschungscoup und endlich wieder ein Standardtor
Der VfL Osnabrück hat sich nach zwei Niederlagen in Folge am Freitagabend mit einem 5:3 beim SSV Ulm zurückgemeldet. Ein Doppelpack, ein Überraschungscoup und endlich auch mal wieder ein Standardtreffer sorgten für die entscheidenden Momente. Die Einzelkritik zum Spiel des VfL in Ulm.
#23 Tony Lesueur: Stand zum vierten Mal in der Startelf des VfL, erstmals allerdings auf der linken Außenbahn, wo sich bisher Frederik Christensen und Kevin Schumacher abwechselten. Mit seiner Schnelligkeit sollte er so oft wie möglich hinter die Ulmer Abwehrkette kommen. Ein Überraschungscoup, der sich früh auszahlte: Nach nicht einmal zwei Minuten traf der 25-Jährige zum 1:0 - und wie! Artistisch sprang er in eine Flanke von Fridolin Wagner, der von David Kopacz gut in Position gebracht worden war. Es war das erste Drittligator von Lesueur. Agierte auch defensiv aufmerksam und sorgte nach vorne für stete Unruhe. Seinen Schuss von der Strafraumgrenze in der 21. Minute konnte Ulms Torwart nur mit Fingerspitzen am Tor vorbei lenken. Rappelte sich am Ende nach einem Schlag ans Schienbein wieder auf, biss sich durch und gab die Vorlage zu Robin Meißners 5:3. Ist damit nicht ganz einfachen Wochen wieder zu einer echten Option geworden.
#18 Lars Kehl: Haderte in den vergangenen Wochen vor allem mit seinem Torabschluss und vergab auch in Ulm eine erste Chance - einen Kopfball nach einer Flanke von Meißner. Mit dem Fuß klappte es dann besser. Sein Doppelpack brachte den VfL nach dem Ausgleich wieder zurück auf die Siegerstraße. Verwandelte erst im Strafraum einen guten Ball von Kammerbauer und nutzte kurz darauf einen Fehler von Ulms Innenverteidiger Marcel Seegert. War nicht nur in dieser Szene fleißig und konsequent.
#11 Robin Meißner: Der Stürmer ackerte auch in Ulm viel fürs Team, wirkte präsent und hellwach. War an allen fünf Toren irgendwie beteiligt. Direkt bereitete er das 2:0 von Niklas Wiemann vor. Machte mit dem 5:2 den Deckel auf den Sieg. Belohnte sich damit endlich einmal wieder für seinen unermüdlichen Einsatz. Hat damit nun fünf Treffer und drei Vorlagen auf dem Konto, was nicht im Ansatz seinen in Wahrheit deutlich höheren Wert für diese Mannschaft widerspiegelt.
#31 Patrick Kammerbauer: War auch in Ulm defensiv stabil, lauf- und zweikampfstark und zeigte dazu offensive Qualitäten. Bereitete das 3:2 von Kehl wunderbar vor. Wechselte später auf die linke Seite und zeigte auch hier, dass auf ihn Verlass ist. Der 28-Jährige bleibt damit völlig zurecht der Dauerbrenner beim VfL.
#29 David Kopacz: War vor allem in der ersten Halbzeit auffällig agil und mit seinem Pass auf Wagner an der Entstehung von Lesueurs Blitztor beteiligt, genauso wie später am 3:2 durch Kehl, als er Kammerbauer steil schickte. Vergab seine eigene erste gute Möglichkeit als er nach einem einem starken Pass von Meißner vor Christian Ortag auftauchte. Kopacz hätte rechts oder links wählen können, schoss den SSV-Keeper aber direkt an. Arbeitete auch danach weiter und sorgte im Zusammenspiel mit seinen Nebenleuten für viele gute Offensivaktionen.
#26 Fridolin Wagner: Bereitete das frühe 1:0 mit einer schönen Flanke von der rechten Seite vor. Agierte auch ansonsten mit viel Übersicht und Ballsicherheit. Leitete mit einer starken Balleroberung das 5:2 von Meißner ein. Lieferte sich in den vergangenen Wochen einen Wettstreit mit Kevin Wiethaup um einen Platz in der Startelf. Dürfte diesen zumindest im letzten Heimspiel des Jahres gegen den VfB Stuttgart II nun sicher haben.
#25 Niklas Wiemann: Der linke Innenverteidiger sorgte in Ulm mit seinem Kopfball zum 2:0 für das erste Standardtor des VfL seit dem neunten Spieltag. Ecke Kehl, Kopfball Meißner - am Ende der Kette drückte der 26-Jährige den Ball souverän unter die Latte. Defensiv allerdings mit kleinen Makeln und einem etwas dickeren: Geht beim Ulmer Anschlusstreffer im Strafraum nicht konsequent an Dennis Chessa ran.
#24 Jannik Müller: Verpasste gegen den SSV Wiesbaden erstmals ein Spiel in dieser Saison. Kehrte nach abgelaufener Gelbsperre wieder ins Abwehrzentrum zurück und agierte wie so oft eher unauffällig - allerdings nicht ganz so stabil wie sonst und ließ beim 3:5 Elias Löder entwischen.
#15 Bjarke Jacobsen: Ist und bleibt mit Müller der Anker der Defensive, und leitete mit einem Ballgewinn und einer schnellen Umschaltaktion das 3:2 ein. Lief in Ulm allerdings etwas unrunder als ohnehin. Dem 32-Jährigen sind die Anstrengungen der Hinrunde anzumerken. Biss sich durch und belegte in der Nachspielzeit, wie wichtig er für die Mannschaft ist: Mit einer konsequenten Grätsche verhinderte er eine letzte Ulmer Chance.
#27 Robin Fabinski: Seine auffälligste Szene hatte der junge Innenverteidiger kurz vor dem 2:2 als er ins Straucheln geriet und Besong eher aus Versehen im Gesicht traf. Fabinski kassierte dafür dennoch Gelb. Klärte kurz zuvor einmal am kurzen Pfosten. Spielte ansonsten stabil und ohne große Auffälligkeiten, was für einen Innenverteidiger prinzipiell eher positiv zu werten ist.
# 21 Lukas Jonsson: Reagierte stark in der 37. Minute als er gegen Jonathan Meier den Anschlusstreffer der Gastgeber verhinderte. Hatte keinen kapitalen Fehler, sah aber in einigen Aktionen nicht gut aus und wirkte bei zwei der drei Ulmer Treffer nicht konsequent genug. Flog beim Kopfball von Besong, der die Flanke von Dajaku ins Tor nickte, am Ball vorbei und konnte auch Löders 3:5 nicht verhindern - ein eigentlich haltbarer Kopfball.
#10 Kai Pröger (ab der 69. Minute für Kehl), #6 Bryan Henning (ab der 80. Minute für Lesueur), #19 Kevin Wiethaup (ab der 80. Minute für Kopacz), :#4 Yigit Karademir (ab der 88. Minute für Fabinski), #14 Luc Ihorst (ab der 88. Minute für Meißner).