Osnabrück Letzter Auftritt im Dom: Das geben Osnabrücker Gläubige Franz-Josef Bode mit auf den Weg
Abschied von „Bibo“: Seinen wohl letzten öffentlichen Auftritt in Osnabrück hatte Altbischof Bode im Dom. Wir haben uns bei der Feier zum 50-jährigen Priesterjubiläum umgehört, wie er in Erinnerung behalten wird.
Gut gefüllt ist der Osnabrücker Dom am Vortag des Dritten Advents. Und das hat seinen Grund: Einer von vier Jubilaren, deren Ernennung zum Priester vor 50 Jahren und „unermüdlicher Dienst“ als „Sprachrohr Gottes“ gewürdigt werden soll, ist neben Ansgar Lüttel, Alfons Strodt und Gerhard Gäde Altbischof Franz-Josef Bode.
Nach dessen Ankündigung, Osnabrück im Februar in Richtung seiner Heimatstadt Paderborn verlassen zu wollen, ahnten wohl viele Gläubige, dass es die letzte Gelegenheit sein würde, ihn noch einmal bei einem öffentlichen Auftritt im Dom zu sehen.
Unter ihnen ist Christoph Geffert. Er verdanke dem ehemaligen Bischof, der bis zu seinem Rücktritt im März 2023 fast 30 Jahre die Geschicke des Bistums geleitet hat, „viele spirituelle Impulse“, betont er nach dem Jubiläumsgottesdienst in Begleitung seiner Frau Doris. Für seine Rückkehr nach Paderborn wünscht er Bode, dass er dort eine neue Gemeinde findet – und Menschen, die „bereit sind, dem, was er an spiritueller Kraft weitergeben kann, zu folgen“.
Andere Besucher heben insbesondere Bodes Engagement für „Frauenfragen“ hervor. Dafür sei er stets „offen“ gewesen, so wie er die Kirche auch generell ein wenig „modernisiert“ habe, sagt eine Dame, die nicht namentlich genannt werden möchte. Für die Zukunft wünscht sie ihm, dass er in Paderborn sowohl seinen geistlichen Weg als auch seine Freundschaften pflegen kann.
Etwas enttäuscht darüber, dass Bodes Nachfolger Dominicus Meier beim sehr kirchlich geprägten, vierfachen goldenen Priesterjubliäum für seinen langjährigen und in Osnabrück äußerst beliebten Vorgänger nur „wenig persönliche Worte“ gefunden hatte, zeigt sich Evelyn Marahrens. Sie ist „eigentlich evangelisch“, hat es sich aber nicht nehmen lassen, ihre Freundin Trudis Engelhardt zu dem besonderen Ereignis zu begleiten.
Letztere erinnert sich daran, dass Bode, der in der Bevölkerung gern „Bibo“ (Abkürzung für Bischof Bode) genannt worden ist, bei Begegnungen immer ein „sehr offener, zugewandter Mensch“ gewesen sei. Auch die „schöne, feine Sprache“ seiner Predigten wusste sie stets zu schätzen. In Paderborn wünscht Engelhardt dem 74-Jährigen noch „weitere gute Jahre“ und vor allem „Menschen, die ihm zur Seite stehen“. Er habe in Osnabrück „einiges bewirkt“, weiß auch Marahrens Bodes Arbeit zu würdigen.
Menschlich findet sie es schade, dass es den emeritierten Bischof nun zurück in seine Heimat zieht, äußert aber auch Verständnis für den Schritt: „Er wird sich dort sicher wohler fühlen“, sagt Marahrens wohl auch angesichts der Tatsache, dass er seit der „Missbrauchsgeschichte“ nur darauf reduziert werde, wie Engelhardt bedauernd ergänzt. Alles, was er beispielsweise für die Ökumene oder für Frauen getan habe, sei dadurch „nicht mehr im Blick“.
Immer, wenn man ihn in Osnabrück getroffen habe, habe er ein offenes Ohr gehabt, loben die beiden Damen stellvertretend für viele auch Bodes Weltoffenheit und Bürgernähe. Dass er neben seinem Umzug ebenfalls angekündigt hat, dann aber doch in Osnabrück beerdigt werden zu wollen, halten sie für „toll und richtig“. Denn schließlich ist hier seine längste Wirkungsstätte gewesen. Er habe das Bistum geprägt wie kaum jemand zuvor.