Osnabrück  VfL Osnabrück: Verträge laufen aus - wie geht es weiter bei Wiethaup, Kehl und Co.?

Malte Artmeier
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Von Malte Artmeier
| 16.12.2025 17:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Erst seit dieser Saison fester Bestandteil der VfL-Mannschaft - aber wie lange noch? Der Vertrag von Kevin Wiethaup (hier gegen Duisburgs Simon Symalla) läuft aus. Foto: Michael Titgemeyer
Erst seit dieser Saison fester Bestandteil der VfL-Mannschaft - aber wie lange noch? Der Vertrag von Kevin Wiethaup (hier gegen Duisburgs Simon Symalla) läuft aus. Foto: Michael Titgemeyer
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Die Verträge von Lars Kehl, Kevin Wiethaup und Yigit Karademir beim VfL Osnabrück laufen aus - sie könnten im kommenden Sommer ablösefrei wechseln. Um Wiethaup gab es zuletzt Gerüchte über ein Interesse von Zweitligist VfL Bochum. Wie geht es weiter bei den Dreien?

Am Tag vor dem 5:3-Sieg des VfL Osnabrück machte ein Gerücht die Runde: Laut „Reviersport“ sind mehrere Zweitligisten, darunter der VfL Bochum, an Kevin Wiethaup vom VfL Osnabrück interessiert. Der Vertrag des 20-jährigen Mittelfeldspielers beim VfL Osnabrück läuft aus. Er könnte also im Sommer ablösefrei wechseln. Was sagt der VfL dazu?

Zu dem konkreten Gerücht relativ wenig. „Wir haben viele gute Spieler, die bei anderen Vereinen Interesse geweckt haben. Bochum hat uns nicht kontaktiert und ich weiß nicht, von wem das kommt“, sagt Direktor Fußball Joe Enochs. Gleichzeitig hält der US-Amerikaner aber fest: „Er hat dort im Testspiel sehr gut gespielt.“ In der Partie auf der Trainingsanlage der Bochumer im November erzielte Wiethaup den letzten Osnabrücker Treffer beim 4:1-Sieg. Kontakt mit Enochs müssten interessierte Vereine im Übrigen auch nur für einen Wintertransfer aufnehmen. Ab dem 1. Januar könnten die Spieler, deren Verträge auslaufen, mit anderen Vereinen über einen Wechsel im Sommer frei verhandeln.

Der VfL wiederum ist bereits frühzeitig in die Gespräche mit Spielern eingestiegen, deren Verträge auslaufen. Das bestätigt Enochs. „Wir haben schon im August mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dass wir gerne mit ihm verlängern würden“, sagt der 54-Jährige. Doch Wiethaup zögert offenbar. Anders als sein Jugendfreund Ismail Badjie, der seinen Vertrag beim VfL im September langfristig verlängerte, hat er seine Unterschrift noch nicht gesetzt.

Enochs wirbt aber weiter um das Eigengewächs: „Wir würden uns freuen, wenn wir länger mit ihm arbeiten können. Im letzten halben Jahr hat er Riesenschritte nach vorne gemacht, kommt regelmäßig zum Spielen und weitere Jahre bei uns würden ihm sehr, sehr gut tun.“

Der Mittelfeldspieler gilt in Osnabrück seit längerer Zeit als großes Talent. Seinen ersten Auftritt bei den Profis hatte Wiethaup beim Vorbereitungsturnier VW-Cup im Sommer 2022, als er gegen Bundesligist VfL Wolfsburg glänzte - als 16-Jähriger. Auf seinen Durchbruch beim VfL musste Wiethaup aber warten: Nach seinem Drittliga-Debüt gegen Aue (0:2) im August 2024 kam er nur auf vier weitere Kurzeinsätze. Es folgte eine Leihe in die Regionalliga zum SV Rödinghausen. Erst in dieser Saison gehört er regelmäßig zum Kader von Trainer Timo Schultz und kam bislang auf neun Einsätze. Viermal stand er in der Startelf, einen Scorerpunkt sammelte er noch nicht.

Wiethaup selbst sieht sich eher in einer offensiveren Position, als Spielmacher auf der „Zehn“. Unter Schultz kommt er hauptsächlich im zentralen defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Womöglich liegt hier Diskussionsstoff im Rahmen der Vertragsverhandlungen. Aktuell deutet mehr auf einen Abgang hin, die Tür beim VfL bleibt aber noch offen, erklärt Enochs: „Wir schlafen jedenfalls nicht und führen weiter viele Gespräche mit Spielern, deren Verträge auslaufen.“

Das gilt auch für Lars Kehl und Yigit Karademir. Gerade Ersterer ist einer der Schlüsselspieler für Schultz. Kehl stand in allen 18 Partien in der Startelf, traf vier Mal und legte sechs Tore auf. In der Rückserie 24/25 waren es sechs Treffer und fünf Vorlagen. Solche Werte können Begehrlichkeiten wecken - und für Kehl den Markt öffnen, um im Sommer ablösefrei zu wechseln.

„Wir haben Lars gesagt, dass wir ihn erstmal in Ruhe lassen“, erklärt Enochs. „Er wollte sich in den letzten Spielen des Jahres auf seine Leistungen konzentrieren. Das ist ein ganz normaler Prozess.“ Dass der VfL sich eine Verlängerung mit dem 23-Jährigen wünscht, ist klar kommuniziert. Mit einem neuen Vertrag würde Kehl sicher einen Schritt nach vorne in der (Gehalts-)Hierarchie machen.

Etwas anders ist die Lage bei Yigit Karademir: Der 21-jährige Innenverteidiger hat seinen Stammplatz an Robin Fabinski verloren. Seinen letzten Startelfeinsatz hatte er am 11. Spieltag gegen Hoffenheim II (0:4). Auch mit ihm ist der VfL in Gesprächen, laut Enochs gibt es aber „keine neuen Erkenntnisse und Informationen“. Karademirs Situation wird aktuell durch die guten Leistungen der Konkurrenten erschwert, grundsätzlich würde der VfL auch ihn aber gern halten. Für alle drei Profis gilt aber, was Enochs sagt: „Wir können nicht alleine Verträge machen, die Spieler müssen das auch wollen.“

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