Osnabrück  Bombenräumungen, Leichenfunde, Ödipus: Das Jahr 2025 in der Region von A bis Z

Holger Jansing, Nadine Sieker, Redaktion
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Von Holger Jansing, Nadine Sieker, Redaktion
| 30.12.2025 18:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 9 Minuten
Der Streit um die A33, der Zoff im Zoo, gute Nachrichten in Sachen Hüttensonntag: Diese Themen und viele weitere haben das Jahr 2025 in der Region Osnabrück geprägt. (Collage: Gemini/Nadine Sieker) Foto: IMAGO/Fotostand
Der Streit um die A33, der Zoff im Zoo, gute Nachrichten in Sachen Hüttensonntag: Diese Themen und viele weitere haben das Jahr 2025 in der Region Osnabrück geprägt. (Collage: Gemini/Nadine Sieker) Foto: IMAGO/Fotostand
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Was waren die großen Themen des Jahres 2025 in der Region Osnabrück? Ob Aufreger, Publikumsmagnet oder Kuriosität: Wir haben für Sie das Alphabet durchdekliniert und jedem Buchstaben ein Thema zugeordnet, über das wir berichtet haben.

Es ist jedes Jahr dasselbe: Wenn es zu Ende geht, denkt man darüber nach, was in den vergangenen zwölf Monaten alles passiert ist. Doch oft fallen einem viele Dinge gar nicht mehr ein – oder man denkt sich: Das war doch im Jahr davor? Damit Sie 2025 in der Region Osnabrück Revue passieren lassen können, haben wir für Sie die größten Themen kurz und knapp zusammengefasst: von A wie A33-Nord bis Z wie Zoo Osnabrück. Gut geeignet auch, um bei der Silvesterparty mitreden zu können.

Streit und Diskussionen setzen sich beim Thema A33-Nord 2025 fort. Nach wie vor gibt es keinen Planfeststellungsbeschluss für das rund 9,5 Kilometer lange Autobahnteilstück zwischen Belm und Wallenhorst. Im Herbst wurden mehr als 700 Einwendungen und Stellungnahmen erörtert. Die Antwort der EU-Kommission zu naturschutzrechtlichen Belangen lässt allerdings weiter auf sich warten. Auf der geplanten Trasse in Icker soll nächstes Jahr ein Wohnhaus abgerissen werden. (Foto: Infogram/Jack B)

Im Boden von Osnabrück schlummern noch immer Altlasten aus dem 2. Weltkrieg, vor allem auf dem Gelände des Güterbahnhofes, auf dem ein urbanes Quartier entstehen soll. Siebenmal ist der Kampfmittelbeseitigungsdienst 2025 in der Stadt gefordert. Im Lokviertel und bei einer Räumung in Voxtrup werden 15 Blindgänger und eine Handgranate unschädlich gemacht. Die Evakuierungen sind jedes Mal ein Kraftakt. Sie dauern in Summe 74 Stunden. (Foto: Sebastian Dannenberg)

Es ist das Jahr der Festivals in der Region Osnabrück. Namhafte Sänger und Bands ziehen Zehntausende an. Das zweite Campus-Festival an der Halle Gartlage in Osnabrück beendet im September den Reigen und sorgt nicht nur wegen des neuen deutschen Superstars Zartmann für Schlagzeilen. Anwohner beklagen eine ihres Erachtens unerträgliche Lärmbelästigung. (Foto: Infogram/Yvette de Wit)

Alle zwei Jahre steigt das Drachenfest in Melle. 2025 sieht sich der veranstaltende Drachenclub Osnabrück „Bleib bloß oben“ steigenden Kosten ausgesetzt, auch wegen der Sicherheitsvorkehrungen. Der Verein setzt auf Spenden, der Eintritt bleibt kostenlos. Und die atemberaubenden Shows locken wieder Menschenmassen auf den Meller Flugplatz. (Foto: Janis Sophie Grosser)

Hühner legen Eier, das weiß jedes Kind. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn je älter das Huhn ist, desto größere Eier legt es. Für den Bauern Pott in Hasbergen führt diese Regel im Februar zu einem kuriosen Problem. Er hat für einige Wochen kaum mittelgroße Eier im Angebot. Der Grund: Junghennen sind zwischenzeitlich schwer zu bekommen, die 2000 Hühner auf dem Hof daher entweder zu alt oder zu jung, um Eier der Größe M zu legen. (Foto: Infografik/Christopher Dalla Lana)

Die Schinkelstraße in Osnabrück wird im September zur Fahrradstraße – die erste im Schinkel, die zehnte in der Stadt. Allerdings wird auch eine Fahrradstraße, die es seit 2021 gibt, aufgelöst – wenn auch nur vorübergehend: Während des Umbaus des Neumarkts, der 2026 endlich starten soll, wird die Lyrastraße keine Fahrradstraße mehr sein. (Foto: Infogram/Alejandro Lopez)

Rastende Kraniche bringen im Herbst die Vogelgrippe in die Region Osnabrück. Etliche der Zugvögel verenden in den Mooren am Dümmer. Im Dezember kommt es zu einem Ausbruch in einem Betrieb in Ostercappeln. 9000 Tiere müssen getötet werden. Der Landkreis richtet eine großräumige Sperrzone ein. (Foto: Infogram/Ben Moreland)

47 Hunde hat ein Mann in Bad Iburg fast verhungern lassen. Sie müssen jahrelang fast unversorgt und teils im Dunklen ums Überleben kämpfen. Der zu einer Haftstrafe verurteilte Halter hat Berufung gegen sein Urteil eingelegt. (Foto: Infogram/Alvan Nee)

Wo Wasser ist, fühlen sich Ratten wohl. Neuer Hotspot in Osnabrück: Der Brunnen vor der VHS am Wall, der ebenso wie die überquellenden Mülleimer die Nagetiere anlockt. Das beklagen Leser im August gegenüber unserer Redaktion. 532 Rattensichtungen sind da im ganzen Stadtgebiet schon gemeldet worden. Mit Giftködern rückt die Stadt den Ratten zu Leibe und versucht, die Bürger mit mehrsprachigen Plakaten zu sensibilisieren. Und vermeldet im Oktober: Die Situation hat sich verbessert.

Dass zur Karnevalszeit die Jecken durch die Straßen ziehen, ist Tradition. So war es lange Jahre auch in Georgsmarienhütte. Doch nach der Coronapause gelang es nicht mehr, genug Teilnehmer für den Hüttensonntagsumzug aufzutreiben. Doch unverbesserliche Karnevalisten trommeln so laut, dass die Wiederbelebung klappt. Und 14.000 Besucher danken es ihnen. (Foto: André Havergo)

Die Lindenschule Buer in Melle will Kopftücher nur auf Antrag erlauben – und entfacht damit einen Shitstorm. Auf dem Schulgelände wird randaliert, es gibt sogar eine Bombendrohung. Nachdem sich das Regionale Landesamt für Schule und Bildung (RLSB) eingeschaltet hat, setzt die Schulleitung die Regel wieder aus. Am Ende gibt es nur Verlierer. (Foto: Infogram/Mufid Mafnun)

Gleich zwei Leichen entdecken Bürger des Wittlager Landes im Herbst 2025. Eine taucht im Mittellandkanal in Bad Essen auf, die andere im Stemweder Berg. Die Finder – eigentlich recht hartgesotten – haben mit den Anblicken zu kämpfen, wie sie zugeben. Und das ist durchaus verständlich. (Foto: Infogram/Geranimo)

Die Region Osnabrück muss 2025 einen extremen Wandel in der Krankenhauslandschaft verkraften. Ende Juli schließt der katholische Niels-Stensen-Verbund das Krankenhaus St. Raphael in Ostercappeln. Abteilungen werden verlagert, Beschäftigte sind erschüttert, Patienten befürchten eine schlechtere medizinische Versorgung. Im Herbst wird bekannt, dass in Osnabrück das Marienhospital, das städtische Klinikum und das Franziskushospital Harderberg sich unter dem Dach einer Holding zusammenschließen wollen. (Foto: Infogram/Camilo Jaminez)

Schnäppchenjäger müssen 2025 auf die beliebten Nachtflohmärkte in der Osnabrücker Innenstadt verzichten. Sowohl im Mai als auch im September fallen die Termine aus. Angesicht vieler anderer Veranstaltungen habe es keine Kapazitäten gegeben, sie zu organisieren, argumentiert das Stadtmarketing MO. Für 2026 ist wieder ein Nachtflohmarkt angekündigt. (Foto: Infogram/Nikola Duza)

Auch 2025 hat Osnabrück wieder einen Kultur-Skandal: Im Juni sagt Theaterintendant Ulrich Mokrusch die kirchenkritische Inszenierung „Ödipus Exzellenz“ ab. Er begründet es mit einer „unterkomplexen Darstellung“. Das Regieteam um Lorenz Nolting hingegen spricht von Zensur; das Bistum bestreitet eine Einflussnahme. Über Monate streiten Theatergänger, Ensemble und Lokalpolitik über die Freiheit der Kunst. Immerhin: Nun ist eine Debatte über Struktur und Hierarchie am Theater angestoßen. (Foto: Steve Weber)

Eine grüne Oase soll der Ledenhof in Osnabrück nach zwei Jahren Umbau sein, doch im Mai geht ein Aufschrei durch die Stadt: schwarzer Asphalt, darauf ein paar kümmerliche Bäumchen. Mehr Grün sei, so die Stadt, wegen der Tiefgarage nicht möglich. Erste Bewährungsprobe: der Tag der Niedersachsen Ende August; im September kehrt der Wochenmarkt zurück. Verliebt sich Osnabrück doch noch in den Ledenhof, fragen wir im November. Wird sich zeigen. Sicher ist: Vor dem Umbau war er auch nicht (mehr) schön. (Foto: Andé Havergo)

Im August nimmt in Osnabrück die Beratungsstelle für Queere und Trans-Personen die Arbeit auf. Dringend nötig sei sie, sagt Beraterin Freyja Pe* von Rüden vom Verein „Kompetent und Queer“: Queer- und Transfeindlichkeit nähmen zu. Trotz der Erleichterung durch das Selbstbestimmungsgesetz wachse die Angst vor Diskriminierung. (Foto: Infogram/Jas Min)

Am Pfingstwochenende verwandeln über 300 Darsteller aus ganz Europa den Museumspark Kalkriese in ein lebendiges Geschichtslager. Trotz Regens am Sonntagvormittag und teils matschiger Wege lassen sich viele Besucher das Programm aus Vorführungen, Handwerk und Mitmachaktionen nicht entgehen.(Foto: Andé Havergo)

Maya Tappmeyer aus Hasbergen erlangt im Sommer eine gewisse Berühmtheit. Sie wird Schützenkönigin in Ohrbeck. Das allein hätte wohl nur in ihrem Ortsteil für Aufmerksamkeit gesorgt, aber Maya Tappmeyer ist erst 16 Jahre alt, als ihr Vater sie an seine Seite auf den Thron holt. Die Frage, wie jung eine Schützenkönigin denn sein darf, treibt die gesamte Region um. (Foto: IMAGO/Funke FotoServices)

Knapp 170.000 Einwohner hat Osnabrück, Ende August schwillt die Zahl der Menschen in der Stadt auf 500.000 an. Beim Tag der Niedersachsen präsentieren sich Feuerwehren und Polizei, Sport- und Trachtenvereine, Vereine und Verbände aus dem ganzen Bundesland. Dazu viel Musik und gutes Wetter – die Stadt glänzt als perfekte Gastgeberin. Manchmal wird das friedliche Fest der Begegnung richtig kuschelig: Bei den Konzerten von Donots, Großstadtgeflüster und Heavysaurus ist das Gedränge vor der Bühne groß. (Foto: Michael Gründel)

Gute Taten wirken manchmal Jahrzehnte nach. Ende der sechziger Jahre hatte der Rat der damals noch selbstständigen Gemeinde Uphöfen ihren Anwohnern einen 70-Prozent-Zuschuss zum Ausbau ihrer Privatwege zugesichert – für alle Zukunft. 56 Jahre später erinnert sich ein Bewohner daran und die Gemeinde Hilter sieht sich in der Pflicht, dessen aktuellen Ausbau mitzufinanzieren. Den Ratsbeschluss mit Langzeitwirkung hebt man danach aber schnell auf. (Foto: Infogram/Anton Holmgren)

Aufatmen beim Drittligisten VfL Osnabrück und vielen Fußballfans in der Region. Am 4. November stimmt der Rat der Stadionsanierung an der Bremer Brücke zu. Für das Projekt sind 67,3 Millionen Euro veranschlagt. Rund die Hälfte (33 Millionen Euro) will die Stadt aus eigenem Haushalt beisteuern. Die Stadionbetriebsgesellschaft geht in den Besitz der Stadt über. (Foto: IMAGO/Maximilian Koch)

Der Wolf pirscht auch 2025 durchs Osnabrücker Land. Im März reißt ein Wolf ein Schaf in Bad Essen, im April warnt die Gemeinde Bissendorf nach einer mutmaßlichen Sichtung vor Waldausflügen mit Kindern, im Oktober wird ein Jungtier in Venne gefilmt und Ende Oktober fotografieren Spaziergänger in Alfhausen ebenfalls einen Wolf. Für Wolfsberater Frank Schlattmann keine Überraschung: Eingeklemmt durch die A30 treiben sich die Wölfe in dieser Region herum. (Foto: Infogram/Marc-Olivier Jodoin)

Aus der Weihnachtszeit in Osnabrück ist der Circus Roncalli nicht mehr wegzudenken. Auch am Jahreswechsel 2025/26 hat das Unternehmen zum zehnten Mal seine Zelte an der Halle Gartlage aufgeschlagen. Vor einem Jahr geht das XXL-Gastspiel mit einem Besucherrekord zu Ende. Fast jede der 41 Vorstellungen ist ausverkauft. 55.000 Zuschauer sind dabei. (Foto: André Havergo)

Eine Kindertagesstätte in Bad Laer startet ein Projekt, das für Aufsehen sorgt. Schon die Kleinsten absolvieren Yoga-Übungen, um Stress ab- und Selbstvertrauen aufzubauen. Das spendenfinanzierte Konzept scheint aufzugehen. „Die Kinder wirken ruhiger und nehmen insgesamt viel mit“, resümiert eine Heilpädagogin. (Foto: Infogram/Jared Rice)

Pazifische Ohrenquallen, Langschnauzen-Kaninchenkängurus, Kurzohrrüsselspringer – im Zoo Osnabrück gibt es viele Tiere zu bestaunen. Staunen lassen uns in diesem Jahr auch wieder einmal die Menschen: Im September endet der Rechtsstreit zwischen dem Zoo und seinem 2024 fristlos entlassenen Ex-Geschäftsführer Andreas Busemann mit einem Strafbefehl für Letzteren. Endlich das Ende des Zoffs, der längst eine öffentliche Schlammschlacht ist? Nein. Bleibt uns nur das Stoßgebet: Schluss mit dem Affentheater!(Foto: Infogram/Javi Go)

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