Osnabrück Die „Gute-Laune-Abteilung“ im Weihnachts-Circus von Roncalli in Osnabrück
Salome Junge ist eins von vielen Rädchen, das den Weihnachtscircus Roncalli am Laufen hält. Die Kurzzeit-Osnabrückerin sorgt dafür, dass sich das Radwerk mit guter Laune dreht.
Aus Burgneustadt in der Nähe von Gummersbach führte der Weg von Salome Junge über ein Studium der Sportwissenschaft und den Kölner Karneval in den Circus Roncalli. Dort ist sie seit Anfang des Jahres am Empfang und speziell für den Weihnachtscircus in Osnabrück als Produktions-Assistentin tätig. Die 25-Jährige sagt, sie sei die rechte Hand des Produktionsleiters, sie hält ihm den Rücken frei, indem sie Telefongespräche führt oder auch mal Blumen organisiert.
Salome Junge ist zudem für die ausländischen Artisten Ansprechpartnerin, wenn es darum geht, Arzttermine zu organisieren oder wenn es jemand nicht gut geht. Mit einem Kollegen bilde sie die „Gute-Laune-Abteilung“ im Circus Roncalli, sagt sie. Sie sei auch eine Art Seelsorgerin, fügt sie an.
Und tatsächlich fasst man zu der sympathischen Frau schnell Vertrauen. Sie sagt zwar, sie spreche ungern über sich selbst, aber dass sie empathisch sei und gut zuhören könne, sei ihr schon oft gespiegelt worden. Durch ihre Tätigkeit in der Verwaltung einer Sporthochschule hat sie die fachlichen Qualitäten erworben, um im Circus Roncalli zu arbeiten. Aber ohne ihre menschlichen Qualitäten wäre sie vielleicht nicht eingestellt worden.
Dabei war ein Job bei Roncalli nicht geplant. Sie hat über ein Projekt beim Rosenmontagsumzug in Köln jemand kennengelernt, der dort arbeitet. Sie hat ihn einfach gefragt, ob er eine freie Stelle für die Sportwissenschaftlerin mit Bachelor-Abschluss kennt. Kannte er.
In ihrem 13. Lebensjahr hat Salome Junge bei einem Kinderzirkus ihr Debüt gegeben und später während des Studiums Varieté-Auftritte absolviert. Dadurch hat sie zwar eine Affinität zum Circus erlangt, aber von einer Karriere in der Manege hat sie nicht geträumt. „Mir war schon klar, dass mein Level nicht ausreicht, um als Artistin zu arbeiten. Außerdem möchte ich nicht mein ganzes Leben einer Tätigkeit unterordnen“, sagt sie.
Ihr Realismus und ihre Rationalität sprechen aus vielen ihrer Sätze. Das findet sich auch in dem wieder, was Salome Junge über ihre Religiosität sagt. Neben Sport und Bewegung gehören das Beten und die Lektüre Bibel zu den Tätigkeiten, die ihr Leben ausfüllt. „Die Komplexität der Welt spricht dafür, dass sie jemand Geniales erschaffen hat“, sagt sie.
Salome Junge gehört einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Köln an. Dort trifft sie andere Gläubige, mit denen sie betet. „Ich verbringe am liebsten Zeit mit Menschen, die ich gern habe“, sagt sie. Die trifft sie sonst auch sonntags beim Gottesdienst.
Das geht natürlich nicht, wenn sie mit Roncalli auf Tournee ist. „Der Circus steht in Konkurrenz mit dem Gottesdienst“, sagt sie lächelnd. Andererseits gefällt ihr das Reisen. „Dadurch lernt man Städte anders und intensiver kennen als wenn man nur Sightseeing macht.“ An Osnabrück gefällt ihr besonders die Innenstadt, die jetzt allerdings durch den historischen Weihnachtsmarkt aufgehübscht ist, und den Wald und die Natur.
Ihre Familie kommt am 23. Dezember nach Osnabrück. Dann wird gemeinsam im Café von Roncalli gegessen. Die Circus-Familie feiert am 24. Dezember Weihnachten. Dann gibt ebenfalls ein gemeinsames Essen und Überraschungen. Den Besuch in der Kirche am Heiligabend wird Salome Junge auf den 1. Weihnachtstag verschieben müssen. Aber da wird sich in Osnabrück etwas finden.