Osnabrück  DJ Bobby T sorgt an Silvester in Osnabrück für Party-Stimmung

Thomas Wübker
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Von Thomas Wübker
| 27.12.2025 16:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Als DJ Bobby T steht Robert Taylor an Silvester im Rosenhof in Osnabrück an den Decks. Foto: Thomas Wübker
Als DJ Bobby T steht Robert Taylor an Silvester im Rosenhof in Osnabrück an den Decks. Foto: Thomas Wübker
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Schon im zarten Alter von 14 Jahren hat Robert Taylor zum ersten Mal als Discjockey gearbeitet. Heute ist DJ Bobby T ein gefragter Mann für Party-Stimmung. An Silvester legt er im Rosenhof in Osnabrück auf.

DJ Bobby T wurde als Sohn einer Deutschen und eines Engländers vor 66 Jahren in Osnabrück geboren. Er erhielt den Namen Robert Taylor. Seine Geburt als DJ erlebte er 14 Jahre später zu Weihnachten. Seine Mutter arbeitete damals in einem Naafi-Shop, erzählt Robert Taylor. So wurden die Supermärkte genannt, die britische Soldaten mit Lebensmitteln aus ihrer Heimat versorgten. „Die Engländer haben schon Weihnachts-Partys gefeiert, als das hier noch unüblich war“, sagt er. Und weil der gebuchte Discjockey aufgrund schlechter Wetter-Verhältnisse nicht nach Osnabrück reisen konnte, übernahm Robert Taylor den Job.

„Meine Mutter wusste, dass ich was für Musik und ,blinkendes Licht‘ übrig hatte“, sagt Taylor. Deswegen durfte er die beiden Plattenspieler bedienen, spielte Soul- und Disco-Singles und bekam 200 Mark. „Das war wahnsinnig viel Geld für einen 14-Jährigen“, sagt er und lacht rauchig.

Trotz des famosen und lukrativen Einstiegs in das DJ-Dasein hat Robert Taylor erstmal nicht sein Glück in diesem Beruf gesucht. Erst mit 18 Jahren hat er angefangen, regelmäßig in einem Club aufzulegen. Das war im Clacoer in Bohmte, wo er vor kurzem bei einer Revival Party ein Gastspiel gab. „Das war erst ein Rock-Club, später habe ich dann George McCrae und John Paul Young dort gespielt“, erinnert er sich.

Die soulige Tanz-Musik der beiden Sänger spielte er auch später im Miljöh und im Nouvelle an der Baumstraße in Osnabrück. „Das war Extrem-Disco“, sagt Robert Taylor. Damals sei er von den DJ’s Volker Kampen und Jürgen „Glüh“ Fengler unter die Fittiche genommen worden, erzählt er weiter. Dabei waren sie im echten Leben Konkurrenten. Robert Taylor hat bei Radio Deutsch Platten verkauft, Kampen und Fengler bei Rohlfing. Beide Geschäfte waren früher in der Großen Straße in Osnabrück.

In den Achtzigerjahren waren das Miljöh und das Nouvelle sehr stark besucht. Als DJ hatte man natürlich einen gewissen Status, der, wie Robert Taylor verschmitzt lächelnd zugibt, den Zugang zum anderen Geschlecht erleichterte. „Ich habe es nie drauf angelegt, aber Avancen waren da“, schiebt er nach und sagt etwas versonnen: „Das waren andere Zeiten.“

Andere Zeiten erlebte Robert Taylor auch, als er einem Tag-Job als Fenster-Monteur nachging. Erst als die Firma, in der er angestellt war, insolvent war, wurde er zu DJ Bobby T. Im Laufe der Jahre habe er sich zu einem „Allround-DJ“ entwickelt, sagt er. Er hat auf Rock-, Privat- und Firmen-Partys aufgelegt, war in den Neunzigerjahren mit der Top 40-Band Starlight Excess unterwegs und hat sich nach und nach die verschiedensten Stile angeeignet – von NDW über Rock, Soul bis zu Schlager. Seine größten Auftritte hat DJ Bobby T bei den Kegel-Partys in der Halle Münsterland in Münster absolviert. Da waren bis zu 8000 Menschen, sagt er.

„Vor den Auftritten habe ich immer noch großes Lampenfieber und Selbstzweifel“, gibt er zu. Das wird auch Silvester im Rosenhof so sein, wenn er als DJ Bobby T eine Zeitreise durch die Musik der vergangenen Jahrzehnte unternimmt. In diesem Jahr feiert er dort seine Premiere als DJ. Das wird das Lampenfieber nicht mindern. Das Besondere am Auflegen bei einer Silvester-Party sei, dass die Leute eine Mega-Party erwarten, sagt er. „Aber ich weiß, wenn die Selbstzweifel am größten sind, wird die Party am besten.“

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