Lingen VfL Bochum gewinnt den Budenzauber Emsland, schwacher SV Meppen in der Vorrunde raus
Der VfL Bochum hat den 12. Budenzauber in der Emslandarena in Lingen gewonnen. Der SV Meppen enttäuschte und schied schon in der Vorrunde aus. Der VfL Osnabrück wurde Vierter.
Auf dem Thron des emsländischen Budenzaubers sitzt eine neue Mannschaft: Die zwölfte Auflage in der ausverkauften Emslandarena in Lingen gewann der VfL Bochum, der sich im Finale gegen den SV Werder Bremen deutlich mit 6:1 durchsetzte. Lokalmatador SV Meppen schied in der Vorrunde aus, genau wie der Titelverteidiger Hamburger SV. Der VfL Osnabrück wurde Vierter.
Das Turnier eröffneten der SVM, der ohne Thilo Leugers und David Vrzogic antrat, und der spätere Sieger aus Bochum. Im ersten und schon etwas wildem Spiel entwickelte sich ein persönliches Duell zwischen VfL-Stürmer Marco Terrazzino und SVM-Spielmacher Martin Wagner, dem „Emsland-Messi“. In einem flotten Auftaktspiel unterlagen die Meppener dem Team aus dem Ruhrpott mit 4:6. Der 39-jährige Wagner machte drei Tore, der 34-jährige Terrazino erzielte vier Treffer. Beinahe hätte er fünfmal genetzt, doch sein spektakulärer Seitfallzieher klatschte nur an den Pfosten. Da hätte SVM-Keeper Marcus Antczak keine Chance gehabt. Dennoch belohnten die Zuschauer diese akrobatische Szene mit lautem Applaus und machte Appetit auf mehr solcher Momente.
Etwas disziplinierter ging es im Duell zwischen Werder und dem 1. FC Union Berlin zu. Knapp fünf Minuten mussten die Zuschauer auf das erste Tor warten. Doch dann netzte Bremens Nils Petersen zum 1:0. Der einstige Edeljoker der Bundesliga traf - natürlich als Einwechselspieler. Das 2:0 bereitete der Angreifer stark mit der Hacke vor, Philipp Bargfrede erhöhte für Werder. Und Ailton? Der Brasilianer und Publikumsliebling rieb sich auf, blieb aber zunächst ohne Torerfolg - trotz Anfeuerungsgesängen von den Rängen. Am Ende gewann Werder mit Kulttrainer Thomas Schaaf souverän mit 5:2.
Danach spielte Bochum gegen Osnabrück unter anderen mit Björn Lindemann, Marcos Álvarez, Thomas Reichenberger, Addy Waku Menga und Daniel Flottmann. Nach drei Minuten stand es schon 2:2 - es ging Schlag auf Schlag. Lindemann war es dann, der mit seinem zweiten Tor per Neunmeter nach Foul an Álvarez auf 3:2 stellte. Doch Meppen-Schreck Terrazzino glich zunächst aus, drehte dann das Spiel und erhöhte mit seinem siebten Turniertreffer auf 5:3. Konstantin Engel sorgte für den 5:4-Endstand. Damit buchte Bochum das Ticket für das Halbfinale. Gleichzeitig bedeutete das, dass es zu einem Endspiel um den zweiten Halbfinalplatz zwischen Meppen und Osnabrück hinauslief. Dazu später aber mehr.
Zunächst stand ein anderes Derby auf dem Spielplan, der durch die staubedingt verspätete Anreise etwas durcheinandergewirbelt wurde. Der Titelverteidiger aus Hamburg spielte gegen Werder. Doch der HSV, der mit Aaron Hunt und dem ehemaligen Bundesligastar Ivica Olic anreiste, unterlag mit 0:4. Den Schlusspunkt setzte Ailton mit der Schlusssirene - sehr zur Freude des Publikums, das den Werder-Angreifer feierte. Und der Brasilianer machte mit, riss die Arme in die Luft und bejubelte seinen ersten Treffer. Mit dem Sieg über den HSV zog Werder ins Halbfinale ein.
Dorthin wollten auch Meppen und Osnabrück. Der SVM brauchte einen Sieg für das Weiterkommen, dem VfL reichte ein Remis. Die beiden Erzrivalen - beide Fanlager waren lautstark vertreten - schenkten sich nichts. Die erste Showeinlage lieferte Hedon Selishta mit einem Fallrückzieher. Doch der Ball flog knapp über den Kasten von VfL-Keeper Tino Berbig. Auf der anderen Seite erzielte mit Álvarez ein Ex-Meppener das 1:0 für Osnabrück. Beim 1:1 für den SVM schoss Berbig Flottmann an. Vor der Pause erhöhten Engel und Andreas Schäfer auf 3:1. Eine Vorentscheidung? Nein. Patrick Schnettberg verkürzte vier Minuten vor Schluss auf 3:2. Doch Menga sorgte mit dem 4:2 für die Entscheidung, für das Meppener Aus in der Vorrunde und für den lila-weißen Halbfinaleinzug.
Das letzte Halbfinalticket buchten die Eisernen. Im letzten Gruppenspiel drehten die Hauptstädter gegen HSV einen 0:1-Rückstand und gewannen mit 5:2. Damit schied der Titelverteidiger auch in der Vorrunde und musste wie Meppen - immerhin im Vorjahr Gegner im Endspiel - früh die Segel streichen. Der Fluch des Titelverteidigers schlug damit wieder zu.
Im Halbfinale zwischen dem VfL und Werder ertönte das Schiffshorn von der Weser das erste Mal nach etwa 90 Sekunden, als Felix Kroos das 1:0 erzielte. Bargfrede und Ailton erhöhten kurz vor der Pause per Doppelschlag auf 3:0. Am Ende verlor der VfL mit 1:5.
Im zweiten Halbfinale zwischen Bochum und Union avancierte der ehemalige Osnabrücker Stürmer Gaetano Manno zum Matchwinner. Zum knappen 5:4-Wendesieg steuerte der Angreifer alle drei Tore bei und schoss seine Mannschaft ins Endspiel gegen Werder.
Nachdem der lila-weiße VfL im Spiel um Platz drei im Neunmeterschießen gegen Union mit 3:4 verloren hatte, trafen Werder und Bochum im Endspiel aufeinander. Nach einer Minute eröffnete Anthony Losilla mit dem 1:0. Dariusz Wosz erhöhte mit einem schönen Volleyballschuss auf 2:0. Und als Manno kurz vor der Halbzeit auf 3:0 stellte, schien das Finale bereits früh entschieden. Und das war es auch. Bochum spielte es sauber herunter und gewann am Ende verdient mit 6:1.
Die Torjägerkanone teilten sich Terrazzino, Manno und Bargfrede, die jeweils sieben Treffer erzielten. Zum Publikumsliebling wurde Ailton gewählt, zum besten Torwart Teamkollege Felix Wiedwald. Bester Spieler des Turniers wurde Bargfrede. Zudem erhielt SVM-Teammanager Frank Faltin den Ehrenpreis.