Berlin  Stromausfall in Berlin: Wie tief kann man eigentlich sinken?

Leon Grupe
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Von Leon Grupe
| 04.01.2026 15:42 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine Frau wartet während des Stromausfalls im Südwesten Berlins in einer Notunterkunft. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Eine Frau wartet während des Stromausfalls im Südwesten Berlins in einer Notunterkunft. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
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Ein ganzer Bezirk schaltet in den Katastrophenmodus: Der große Stromausfall in Berlin ist vermutlich Ergebnis politisch motivierter Sabotage. Zehntausende Haushalte sind betroffen. Wem dient so etwas?

Nachts minus fünf, tagsüber höchstens null Grad: Ausgerechnet jetzt, bei klirrender Kälte, müssen in Berlin Zehntausende Menschen in ihren Wohnungen frieren. Supermärkte haben geschlossen, Krankenhäuser auf Notversorgung umgestellt. Schulen und Kitas werden am Montag nicht wie geplant öffnen. Kein Internet, kein Empfang, leere Handyakkus. Man muss sich das mal vorstellen: Die USA greifen Venezuela an und niemand bekommt es mit.

Seit dem frühen Samstagmorgen legt ein Stromausfall den Südwesten Berlins teilweise lahm. Der Vorfall führt drastisch vor Augen, wie schnell Menschen in einer hochdigitalisierten Gesellschaft vom Alltag abgeschnitten werden können. Ein beschädigtes Starkstromkabel reicht aus – und in einer Millionenstadt funktioniert plötzlich nichts mehr. Heizung, Kommunikation, Versorgung: alles abhängig von einer Infrastruktur, die im Ernstfall erstaunlich fragil ist.

Der Stromausfall ist vermutlich kein Unglück, sondern das Ergebnis politisch motivierter Sabotage, eines gezielt gelegten Brandes. Mutmaßlich ein Anschlag. Eine linksextremistische Gruppe hat die Tat für sich reklamiert. In einem Bekennerschreiben ist die Rede von einer „gemeinwohlorientierten Aktion“. Stromausfälle seien nicht das Ziel gewesen, wie es salopp weiter heißt, „sondern die fossile Energiewirtschaft“. Der Staatsschutz hält das Schreiben für echt.

Die mutmaßlichen Täter mögen sich für besonders clever halten. Sie haben es geschafft, dass jetzt alle über ihre idiotische Aktion reden. Nur bringen sie so niemanden dazu, sich intensiver mit den katastrophalen Folgen der fossilen Energiewirtschaft zu beschäftigen. Diejenigen, die in ihren dunklen Wohnungen sitzen, ohne Elektrizität, ohne warmes Wasser, dürften gerade ganz andere Sorgen als die Klimakrise haben. Die Stromversorgung soll noch bis Donnerstag unterbrochen sein. Es bleibt eisig in Berlin. Wie tief kann man eigentlich sinken?

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