Aktion „Trockener Januar“ Alkohol in Deutschland billiger als fast überall in Europa

Christian Ebner, dpa
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Von Christian Ebner, dpa
| 05.01.2026 09:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Preise für Wein, Spirituosen oder Bier liegen in Deutschland 14 Prozent unter dem Durchschnittswert der Europäischen Union. (Symbolbild) Foto: Thomas Banneyer
Die Preise für Wein, Spirituosen oder Bier liegen in Deutschland 14 Prozent unter dem Durchschnittswert der Europäischen Union. (Symbolbild) Foto: Thomas Banneyer
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Obwohl Alkohol eindeutig gesundheitsschädlich ist, wird er in Deutschland billiger verkauft als in den meisten anderen Ländern Europas. Der Konsum geht nur langsam zurück.

Im Januar zügeln viele Menschen ihren Alkoholkonsum oder verzichten sogar ganz auf Wein, Spirituosen oder Bier. Nach jüngsten medizinischen Studien tun sie damit genau das Richtige, denn aus gesundheitlicher Sicht ist jeder Tropfen zu viel. Dennoch sind in Deutschland alkoholische Getränke so billig zu haben wie sonst kaum irgendwo in Europa. 

Die Preise für Wein, Spirituosen oder Bier liegen hierzulande 14 Prozent unter dem Durchschnittswert der Europäischen Union, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des „trockenen Januars“ berichtet. Noch billiger sind Alkohol-Drinks europaweit nur noch in Italien, wo die Kunden 19 Prozent unter dem EU-Schnitt einkaufen können. In Finnland mussten Konsumenten hingegen mehr als Doppelte des EU-Durchschnittswerts bezahlen. Auf den Plätzen folgen Dänemark (123 Prozent des Durchschnittspreises) und Belgien (113 Prozent). 

Pro-Kopf-Konsum sinkt

Nach älteren Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist der Alkoholkonsum in Deutschland vergleichsweise hoch. Im Jahr 2022 hat jeder Bürger und jede Bürgerin ab 15 Jahren im Jahr 11,2 Liter reinen Alkohol getrunken. Das entspricht umgerechnet 448 Halbliter-Gläsern Bier, deutlich mehr als eins am Tag. Zehn Jahre zuvor war es noch ein Liter reiner Alkohol mehr. 

Europaweit liegt Deutschland damit gemeinsam mit Frankreich und Portugal auf Platz neun. In Rumänien wurden 17,1 Liter reiner Alkohol pro Kopf getrunken. Es folgten Lettland (14,7 Liter) und Tschechien (13,7 Liter). In den Hochpreisländern Finnland und Dänemark flossen pro Kopf 9,5 beziehungsweise 10,0 Liter reiner Alkohol. Zurückhaltender waren die Menschen in den Mittelmeerländern Griechenland (7,0 Liter pro Kopf), Malta (6,2 Liter) und Zypern (5,2 Liter).

Rückgang bei Männern und jungen Menschen

Alkohol ist Forschungen zufolge ein Zellgift, das auch in kleinsten Dosen schädliche Wirkungen auf den menschlichen Körper hat. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt: Risikofrei lebt nur, wer komplett auf Alkohol verzichtet.

Suchtforscher beobachten langfristig einen Rückgang des Pro-Kopf-Konsums in Deutschland auf einem aber immer noch hohen Niveau. „Vor allem Männer trinken weniger als früher – Frauen nicht unbedingt“, sagt die Expertin Carolin Kilian vom Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Rollenbilder hätten sich gewandelt. Rückläufig ist auch der Alkoholkonsum bei den ganz jungen Menschen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren.

Alkoholfreie Getränke in Deutschland teurer

Bei Getränken ohne Alkohol lagen die Preise in Deutschland 2 Prozent über dem EU-Schnitt. Spitzenreiter war hier Lettland mit einem Preisaufschlag von 46 Prozent, was unter anderem auf die dort erhobene Zuckersteuer zurückzuführen ist. Am günstigsten waren diese Getränke wiederum in Italien. 

Für eine gute Ernährung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO Menschen mit gesundem Körpergewicht täglich nicht mehr als 50 Gramm des sogenannten freien Zuckers, idealerweise sogar weniger als 25 Gramm oder sechs Teelöffel. Zucker ist in zahlreichen Lebensmitteln enthalten. 

Süße Getränke gelten als wichtige Ursache für Übergewicht und spätere Diabetes bei Kindern und Jugendlichen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat in diesem Zusammenhang eine bundesweite Zuckersteuer gefordert. Auch bei Tabak und Alkohol könnten höhere Steuern den Konsum senken.

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