Pinneberg  Warum Ernährungsdoc Matthias Riedl vor Ersatzprodukten warnt

Anja Steinbuch
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Von Anja Steinbuch
| 05.01.2026 13:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ernährungsdoc Matthias Riedl sieht in Ersatzprodukten keine Allheilmittel für mehr Gesundheit. Er schaut genau auf die Zusätze der verarbeiteten Lebensmittel und Getränke. Foto: Anja Steinbuch
Ernährungsdoc Matthias Riedl sieht in Ersatzprodukten keine Allheilmittel für mehr Gesundheit. Er schaut genau auf die Zusätze der verarbeiteten Lebensmittel und Getränke. Foto: Anja Steinbuch
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Mit Ersatzprodukten für die Alltagsdrogen Alkohol, Nikotin und Fleisch lassen sich gute Vorsätze leichter realisieren. Allerdings sind nicht alle Alternativen auch gesund, warnt Ernährungsdoc Matthias Riedl im Gespräch mit unserer Redaktion.

Bier ohne Alkohol, Würstchen ohne Fleisch und Rauchen ohne Tabak – grundsätzlich kann jeder, der von schädlichen, süchtig machenden Substanzen wegkommen will, mithilfe von Ersatzprodukten „tricksen“. Doch lebt man mit alkoholfreiem Sekt oder Bier, fleischloser Bolognese und Vapes in der Hand wirklich gesünder?

„Es kommt auf das ausgewählte Produkt an“, sagt der Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl. Genau hinschauen sei wichtig, denn alkoholfreie Drinks können je nach Produkt mehr Zucker oder Zusatzstoffe enthalten als ihre berauschenden Originale. Riedl urteilt: „Bier ohne Alkohol ist gesünder als mit – doch gesündere Alternativen wären Wasser oder ungesüßter Tee.“

„Es kommt auf das ausgewählte Produkt an“, sagt der Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl aus dem Kreis Pinneberg. Genau hinschauen ist wichtig, denn alkoholfreie Drinks können je nach Produkt mehr Zucker oder Zusatzstoffe enthalten als ihre „berauschenden“ Originale. Riedl urteilt: „Bier ohne Alkohol ist gesünder als mit – doch gesündere Alternativen wären Wasser oder ungesüßter Tee.“

Zu viel Fleischkonsum, insbesondere rotes Fleisch, stehe in Verbindung mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko, auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Entzündungsprozesse sollen dadurch gefördert werden. Doch vegane Alternativen sind laut Riedl nicht immer die bessere Alternative.

Nur einige Fleischersatzprodukte enthalten weniger gesättigte Fettsäuren, sind tierfreundlich und nur reich an Ballaststoffen, wenn sie auf Soja-, Erbsen- oder Bohnenprotein basieren.

„Auch hier kommt es auf die Substanzen an, die beigemengt wurden“, so der Ernährungsdoc. Nicht jedes Fleischersatzprodukt enthält weniger gesättigte Fettsäuren, ist tierfreundlich und reich an Ballaststoffen, weil es auf Soja-, Erbsen- oder Bohnenprotein basiert.

„Leider sind die meisten Produkte so hoch verarbeitet, dass sie weniger Nährstoffe als Fleisch enthalten, dafür aber zu viel Salz, Zucker, ungesunde Emulgatoren, Farbstoffe und Chemikalien aus den verarbeitenden Maschinen“, mahnt Riedl.

Hinzu komme, dass einige Alternativen sehr arm an Eiweiß sind und daher weniger satt machen. Riedl empfiehlt selbst gemachte, vegane Bouletten. Wer lieber kauft, sollte zu Produkten aus echten Gemüsemischungen greifen.

Hinzu komme, dass einige Alternativen sehr arm an Eiweiß seien und daher weniger satt machten. Riedl empfiehlt selbst gemachte vegane Bouletten. Wer lieber kauft, sollte zu Produkten aus echten Gemüsemischungen greifen.

Vapen gilt als weniger schädlich als das Rauchen von Tabak, da viele krebserregende Substanzen des Zigarettenrauchs wegfallen. Doch Matthias Riedl winkt ab: „Vapen ist anders schädlich und keinen Deut besser und damit nicht gesund.“

Viele Liquids enthalten Nikotin, das süchtig macht und das Herz-Kreislauf-System belastet. Außerdem können Aromastoffe und Chemikalien die Atemwege reizen. Einige Studien zeigen Entzündungen der Lunge und Gefäße durch Dampfstoffe. Besonders gefährlich sei die Kombination von Vapen und Rauchen, ist Riedl überzeugt: „Dann hat man das Schlechteste von zwei Welten kombiniert.“

Das empfiehlt Ernährungsdoc Matthias Riedl, damit Sie 2026 gesünder leben:

Einige Studien zeigen Entzündungen der Lunge und Gefäße durch Dampfstoffe. Besonders gefährlich sei die Kombination von Vapen und Rauchen, ist Riedl überzeugt: „Dann hat man das Schlechteste von zwei Welten kombiniert.“

Dafür empfiehlt Riedl das 20:80 Prinzip. „Ziel sollte sein, mit nur 20 Prozent Verhaltensänderung die gewünschten Ergebnisse zu erhalten.“ Vorab wird der individuelle Essenstyp ermittelt, um an die Stellschrauben zu kommen, die eine unkomplizierte Gewichtsabnahme ermöglichen.

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