Sicherheit  Bundeswehr drängelt bei Reaktivierung von Flugplatz

| | 11.01.2026 18:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Oktober 2025 nutzten Eurofighter des Richthofen-Geschwaders die Startbahn des entwidmeten Flugplatzes Upjever für eine militärische Übung. Foto: Luftwaffe
Im Oktober 2025 nutzten Eurofighter des Richthofen-Geschwaders die Startbahn des entwidmeten Flugplatzes Upjever für eine militärische Übung. Foto: Luftwaffe
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Die Reaktivierung des ehemaligen Militärflugplatzes Upjever sei militärisch zwingend erforderlich, sagt die Bundeswehr. Die umliegenden Kommunen haben offenbar das Nachsehen.

Upjever - Um das Vorhaben der Bundeswehr, den entwidmeten Militärflugplatz Upjever wieder zu reaktivieren, wird es wohl noch Streit geben. So jedenfalls ist eine Pressemitteilung zu verstehen, die am Donnerstag, 8. Januar 2026, verschickt wurde – und zwar von allen Beteiligten gemeinsam. Also vom Bundesverteidigungsministerium, von den Städten Schortens und Jever sowie der Gemeinde Sande; und vom Landkreis Friesland, zu dem die drei Kommunen gehören. Die Pressemitteilung folgt einem Gespräch aller Beteiligten, das am Vortag, 7. Januar 2026, stattfand.

„Die Bundeswehr hat die Kommunen darüber informiert, dass die vollständige Nutzbarkeit des Flugplatzes aus militärischen Erfordernissen zwingend erforderlich ist“, heißt es gleich zu Beginn. Und: Das schließe eine Realisierung der vor Ort geplanten drei Windkraftvorhaben aus. Das dürfte die Stadt Schortens hart treffen. Denn dort gibt es nach Auskunft von Bürgermeister Gerhard Böhling (parteilos) bereits Pläne für Windkraftanlagen im Umfeld des alten Flugplatzes. Pläne eines privaten Investors zwar, doch die Stadt wolle sich daran beteiligen, so Böhling im Gespräch mit dieser Zeitung im Dezember 2025.

Reaktivierung des Flugplatzes – Abfindungen und Gerichtsverfahren

Der ehemalige Militärflugplatz Upjever liegt auf dem Gelände der Stadt Schortens. Die Wiederaufnahme des Betriebs würde aber auch die beiden anderen, direkt benachbarten Kommunen betreffen. In Schortens gibt es außerdem in der Verlängerung der Start- und Landesbahn auch noch ein neues Wohnbaugebiet. Als dessen Bewohner sich dort ansiedelten, war von einer Reaktivierung noch keine Rede. Sie dürften wenig erfreut sein über die Pläne der Bundeswehr.

Immerhin: Man ist sich einig, dass der „Interessenkonflikt für alle Beteiligten schwerwiegend ist“, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Nun müsse geklärt werden, ob und in welcher Form verlorene Planungsleistungen und andere Beeinträchtigungen abgefunden werden könnten. Auch von möglichen Gerichtsverfahren ist die Rede.

Reaktivierung des Flugplatzes – was die Bundeswehr vorhat

Ende 2025 war bekannt geworden, dass die Bundeswehr sich für eine Reaktivierung des ehemaligen Militärflugplatzes interessiert. Auf Nachfrage schrieb die Luftwaffe dazu, dass die veränderte sicherheitspolitische Lage eine Überprüfung zur Nutzung von vorhandenen und infrastrukturell geeigneten, aber aktuell nicht genutzten ehemaligen militärischen Flugplätzen notwendig mache. Der ehemalige Flugplatz Upjever eigne sich dabei besonders als Ausweichflugplatz. Damit ist eine temporäre Nutzung gemeint, „im Rahmen von Verlegungen von Kampf- und/oder Transportflugzeugen von anderen Flugplätzen“.

Der Flugplatz liegt keine 20 Kilometer östlich vom Eurofighter-Flugplatz Wittmundhafen und ist seit 2014 entwidmet. Lange Jahre war hier das Jagdbombergeschwader 38 „Friesland“ ansässig. Ganz gab die Luftwaffe den Platz aber nicht auf: Er ist heute Heimat des Objektschutzregiments „Friesland“. Das Genehmigungsverfahren für die Reaktivierung soll innerhalb von zwei bis drei Jahren abgeschlossen werden, heißt es noch in der aktuellen Pressemitteilung.

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