Kreuzfahrtschiffe Meyer Werft hat einen neuen Chef
Auf der Meyer Werft ist aktuell viel in Bewegung. Nun bekommen die Papenburger einen neuen Chef, der für das operative Geschäft zuständig ist. Der Mann ist kein Unbekannter.
Papenburg - Die Meyer Werft hat seit Beginn des Jahres einen neuen Chief Operating Officer (COO). Jörg Heidelberg ist bereits seit fast 30 Jahren im Unternehmen tätig. Als COO ist Heidelberg für die Steuerung und Optimierung der Abläufe auf der Werft verantwortlich.
Heidelberg kennt die Werft seit seiner Kindheit, verfolgte den Stapellauf des ersten Kreuzfahrtschiffes, der Homeric, 1985 als Zuschauer. 1995 absolvierte er nach einer Mitteilung der Werft als Fachoberschüler ein Jahrespraktikum auf der Werft. „Ich konnte damals in sehr viele Bereiche reinschnuppern und mir war danach klar, dass ich hier eine Ausbildung machen möchte“, wird Heidelberg zitiert. Die Bundeswehrzeit kam dann dazwischen, aber im Herbst 1997 startete Heidelberg seine Ausbildung als Industriemechaniker auf der Werft.
Schon immer das Ingenieurstudium im Blick
„Mein großes Ziel stand für mich damals bereits fest, ich wollte Ingenieur werden“, so Heidelberg. Er besuchte nach der Ausbildung die Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Vechta. Die Werft ermöglichte dem angehenden Ingenieur nach eigenen Angaben den Verbleib im Unternehmen und Heidelberg wurde der erste duale Student der Werft. Das Unternehmen war angetan von seinen Fähigkeiten und seinem Willen, Verantwortung zu übernehmen. „Bereits in der Ausbildung habe ich eigenständig Projekte übernommen und geleitet. Das muss wohl ein Grund gewesen sein, dass mir Vertrauen entgegengebracht worden ist“, erklärte er.
Nach dem Studium folgen auf der Werft verschiedene Stationen in den Technischen Büros und der Produktion. Mit 48 Jahren ist Heidelberg nun in der Geschäftsführung angekommen. Und hat sich einiges vorgenommen: „Im Fokus steht die Zufriedenheit unserer Kunden. Besonders jedoch auch die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Nur gemeinsam können wir die Qualität und Termintreue liefern, die unsere Trümpfe im Wettbewerb sind. Ich habe gelernt, dass wir als Werft immer dann erfolgreich waren, wenn wir uns auf Veränderungen eingelassen und sie aktiv gestaltet haben“, sagte Heidelberg.
Neuerdings auch Künstliche Intelligenz im Blick
Die Werft müsse 2026 den Sanierungskurs fortsetzen und den Umstieg auf SAP forcieren. „Perspektivisch wird auch Künstliche Intelligenz eine zunehmende Rolle spielen. Die Art, wie wir 2030 bis 2035 Schiffe bauen, entwickeln und dabei die Kosten kontrollieren, wird sich dadurch in Zukunft sicherlich stark verändern. Wir wollen diese Veränderung!“, so der COO. Mit den neuen möglichen Aufträgen durch die Schweizer Reederei MSC Cruises habe die Werft den nötigen Rückenwind. „Ich bin sehr zuversichtlich und sehe viel mehr Chancen als Risiken“, so Heidelberg.
COO Heidenberg ist nicht der einzige Neue auf der Werft. Bereits im November kam Melanie Freytag als Chief Financial Officer (CFO) an Bord. Im Sommer soll André Walter als Chief Executive Officer (CEO) die Führung des Unternehmens übernehmen und Bernd Eikens ablösen, der die Werft dann verlassen wird. Chefsanierer Ralf Schmitz will nach eigenen Worten bis zum Abschluss der Sanierung Ende 2028 bleiben.