Tipps für Hausbesitzer Was bei der aktuellen Kälte wichtig ist
Hausbesitzer sollten einige Tipps beachten. Und auch die Landwirte haben die Minusgrade im Blick. Für Kälber gibt es einen besonderen Service.
Rhauderfehn - Die Anzeige auf dem Thermometer fällt – und in den nächsten Tagen sinken die Temperaturen noch weiter. Bis minus 14 Grad sind für Sonntag angesagt. In Rohren droht Gefahr durch Frost. In Privathaushalten, aber auch zum Beispiel in den langen Leitungen in den offenen Kuhställen der Landwirte. „Die Kälte hat dort oft für Probleme gesorgt“, erzählt der Holter Landwirt Dirk Strenge auf Nachfrage unserer Redaktion. Heute bringt das Eiswetter andere Herausforderungen.
„Draußen ist das natürlich immer noch schwierig. Da stellen wir alles ab und lassen das Wasser ab bei solchen Temperaturen.“ Im Stall selbst habe man heute weniger Probleme. „Erstens ist es dort etwas wärmer. Die Tiere geben ja Wärme ab. Und dann ist dort ein Rundlauf eingebaut, der ist mit jeder Tränke verbunden. Das Wasser zirkuliert ständig. Und es ist eine Heizung mit drin. Theoretisch hat das Wasser dann immer etwa zwölf Grad. Dadurch, dass man immer eine Abnahme hat, ist das Wasser auch immer in Bewegung.“
Kälberdecken und lauwarmes Trinkwasser
Probleme bekomme man, wenn starker Wind in die Ställe hineindrücke. „Dann kann es schwieriger werden.“ Der neue Stall habe aber Jalousien, die man zum Lüften im Sommer öffnet. „Bei diesem Wetter haben wir die dicht gemacht. Zugluft mögen die Tiere nicht.“ Grundsätzlich kämen die Kühe mit Kälte gut klar – besser als mit Hitze.
Das gilt jedoch nicht für die Kälbchen. Die verlieren bei Minusgraden schnell Körpertemperatur. Deshalb werden sie mit Kälberdecken geschützt. Die 25 kleineren Kälber des Strenge-Hofs stehen unterm Schuppen . Und: „Sie bekommen dreimal täglich lauwarmes Wasser. Das bringen wir mit dem Wassertaxi hin.“ Das Wassertaxi ist eigentlich ein Milchtaxi: ein 200-Liter-Tank, der auf Reifen zu den Kälbchen geschoben wird, um sie mit Milch zu versorgen. Jetzt ist es mit warmem Wasser gefüllt.
An Garten- und Ferienhäuser denken
Auch in Wohnhäusern sollte man jetzt prüfen, ob alles vor Frost sicher ist. „Wasserzähler müssen frostfrei installiert sein. Sind sie im Keller angebracht, sollte man Fenster schließen und sicherstellen, dass sie nicht einfrieren. Bauwasseranschlüsse müssen mit entsprechendem Isoliermaterial vor Frost geschützt werden“, sagt Frank Müller vom Wasserversorgungsverband Overledingen. Bei Hausinstallation sei jeder Anschlussnehmer gehalten, die Außenwasserzapfstellen abzudrehen und zu entleeren. Das gelte nicht nur für hohe Minusgrade. Schon bei minus einem Grad könnten Leitungen platzen.
„Dabei sollte besonders an Installationen in Gärten, Ferien- und Gartenhäusern sowie in unbeheizten Kellern gedacht werden. Im Blick behalten sollten Hausbesitzer auch leerstehende Wohnungen oder Ferienhäuser, die momentan nicht genutzt werden. Sind diese ungeheizt, kann es bei den anstehenden starken Frösten auch dort zu gravierenden Problemen kommen“, heißt es vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV). „Nicht vergessen werden sollten Gartenschläuche, die – eventuell noch mit Wasser gefüllt – im Garten überwintern. Auch sie sollten entleert werden. Das gilt ebenso für Regentonnen. Denn gefriert Wasser zu Eis, dehnt es sich um bis zu zehn Prozent aus. Das kann dazu führen, dass gefüllte Regentonnen undicht werden oder gar platzen. Beim Entleeren sollte der Entnahmehahn an der Tonne nicht vergessen werden“, informiert der OOWV in einer Mitteilung.
Was tun, wenn Leitung eingefroren ist?
Wichtig: Absperrhähne und Wasserzähler müssen trotz der Maßnahmen zum Frostschutz leicht zugänglich bleiben. Friert eine Leitung ein, rät Sachgebietsleiter Matthias Geib dringend vom Gebrauch von Infrarotstrahlern, Kerzen, Schweiß- oder Lötbrennern ab. „Besser ist es, die Leitungen mit warmem Wasser oder warmen Tüchern aufzutauen. Wer offenes Feuer nutzt, riskiert nicht nur, dass die Leitung platzt, sondern auch einen Brandschaden.“
Um die Wasserversorgung muss man sich dagegen keine Sorgen machen. Frank Müller vom Wasserversorgungsverband Overledingen betont: „Die Leitungen zu den Häusern sind mit einem Meter Überdeckung verlegt. Das ist ausreichend tief, um sie vor Frost zu schützen.“