Osnabrück  Zugverkehrssteuerung: Ausbildung wohl ab 2027 auch an Berufsschule in Osnabrück

Marcus Alwes
|
Von Marcus Alwes
| 11.01.2026 13:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung stellen unter anderem Weichen und Signale ein, regeln aber auch die Zugfolge sowie Abstände und Fahrwege. Foto: Imago/Frank Peter
Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung stellen unter anderem Weichen und Signale ein, regeln aber auch die Zugfolge sowie Abstände und Fahrwege. Foto: Imago/Frank Peter
Artikel teilen:

Wer in Osnabrück als Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung eine Lehre macht, soll dafür künftig nicht mehr extra zur Schule oder zu Seminaren nach Hannover und Burgdorf fahren müssen. Ab Mitte 2027 ist eine Lösung in der Hasestadt geplant.

Die Berufsschule in Osnabrück an der Brinkstraße soll demnächst einen neuen, weiteren Ausbildungsgang erhalten. Das ist das Ziel der Bahn (DB) und des Landkreises. Mit Beginn des Schuljahres 2027/28 sollen an der Brinkstraße auch angehende Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung unterrichtet werden. Und zwar jene aus dem Raum Osnabrück, Rheine und Minden.

Die späteren Arbeitsplätze der Azubis werden in der Regel die Stellwerke der Deutschen Bahn sein. Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung sind unter anderem – laut einer Vorlage aus der Osnabrücker Kreisverwaltung – für das Einstellen von Signalen und Weichen, das Sichern und Überwachen von Bahnübergängen, das Bearbeiten von Zugmeldungen sowie das Regeln von Zugfolgen, Abständen und Fahrwegen zuständig.

„Bei Störungen im Fahrbetrieb oder gefährlichen Ereignissen greifen sie ein und sperren zum Beispiel Gleise oder veranlassen Nothalte“, heißt es ferner in dem Papier vom Schölerberg.

Mit einem Berufsschulangebot in der Hasestadt erhoffen sich die DB InfraGO – ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn – und der Landkreis, eine Attraktivitätssteigerung des Standortes zu erreichen. Da es sich um ein eher seltenes Berufsbild handele, könne, so die Verwaltung, „die Beschulung in Osnabrück auch Interessenten aus dem weiteren Umfeld anziehen“.

Es handelt sich beim Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung um eine insgesamt dreijährige Berufsausbildung. Sie enthält Einsätze in Stellwerken, Blockunterricht an einer Berufsschule und Seminare bei der DB Training. Der technische Anteil an der Ausbildung gilt als durchaus hoch. Die DB InfraGO favorisiert offenbar deshalb bewusst die Räume der Berufsbildenden Schule an der Brinkstraße in Osnabrück als zusätzlichen Standort.

Bislang müssen die Lehrlinge jeweils für mehrere Wochen zum Unterricht und für Seminare nach Burgdorf und Hannover reisen. Das soll sich ab Mitte 2027 durch die wohnortnahe Lösung ändern.

Aus der Vorlage der Kreisverwaltung geht ferner hervor, dass die DB InfraGO zunächst mit sieben Auszubildenden als Schüler an der Brinkstraße in Osnabrück plant. Im Jahr 2028 soll diese Zahl dann auf zwölf Azubis steigen und – Stand heute – ab 2029 jährlich 14 Lehrlinge umfassen.

Das Personal der Berufsschule werde durch die Deutsche-Bahn-Tochter für den Unterricht entsprechend qualifiziert und fortgebildet. Auf den Landkreis Osnabrück als Schulträger kämen durch die Maßnahme offenbar keine zusätzlichen finanziellen Ausgaben zu.

Die Verwaltung wird die Einrichtung der dualen Ausbildung nun beim regionalen Landesamt für Schule und Bildung beantragen. Der Auftrag des Kreistages dazu erging einmütig.

Ähnliche Artikel