Fußball-Bundesliga Zwei wie Robben und Ribéry: Bayern feiern das Duo „Olíaz“
In München werden Erinnerungen an zwei Vereinslegenden wach: Olise und Díaz verzaubern den FC Bayern wie einst Robben und Ribéry. Aber: Entscheidendes hat „Robbery“ noch „Olíaz“ voraus.
Harry Kane verschränkte die Arme vor seiner breiten Brust und referierte über die neuen Flügel-Künstler des FC Bayern als Nachfolger von zwei Vereins-Ikonen. „Sie harmonieren hervorragend miteinander und sind brandgefährlich“, sagte Stürmerstar Kane nach der Gala von Michael Olise und Luis Díaz beim 8:1 der Münchner gegen den VfL Wolfsburg.
Mehr als sechs Jahre nach dem Abschied von Arjen Robben und Franck Ribéry verzaubert wieder eine Flügelzange im Stile des legendären Duos den deutschen Fußball-Rekordmeister.
„Robben und Ribéry haben das natürlich länger geschafft. Michael und Lucho haben noch viele Jahre Zeit, um diese Leistung konstant abzurufen. Ich denke, genau das hat Robben und Ribéry so großartig gemacht: Jahr für Jahr diese Leistung zu bringen und dabei so gefährlich zu sein“, sagte Englands Nationalmannschaftskapitän nach dem furiosen Jahresstart der Münchner.
„Wir haben gerade in der Kabine darüber gesprochen“
Wie einst Ribéry und Robben, die gemeinsam als „Robbery“ oder „Rib & Rob“ ein Jahrzehnt lang für Fußball-Spektakel sorgten, beeindrucken jetzt Olise (24) und Díaz (28) mit Technik, Tricks und Toren. „Olíaz“ oder „Díaz & Olé“ weisen dabei erstaunliche Parallelen zu der eins europaweit gefürchtetsten Flügelzange auf.
„Wir haben gerade in der Kabine darüber gesprochen. Olise ist ein Stück weit der neue Robben, den wir haben. Und mit Lucho auf der anderen Seite haben wir den Typ Ribéry“, sagte Sportvorstand Max Eberl. „Also wir haben mit Michael den filigranen, den eleganten, kreativen - und wir haben ein bisschen den kreativen Chaos-Maker mit Lucho.“
Kompany: Dann können wir vergleichen
Der Franzose Ribéry, ein Vorbild von Landsmann Olise, und der Niederländer Robben gewannen mit dem FC Bayern Titel en masse - und im Jahr 2013 das erste Triple im deutschen Fußball. Ribéry legte im Londoner Champions-League-Endspiel gegen Borussia Dortmund den 2:1-Siegtreffer für Wembley-Held Robben auf.
Triumphe, wie sie auch Olise und der Kolumbianer Díaz mit dem Rekordmeister bejubeln möchten. „Wenn irgendwann am Ende die großen Titel da sind, können wir vielleicht irgendwann über dieses Thema sprechen“, sagte Trainer Vincent Kompany zum Vergleich mit der prägenden Münchner Flügelzange.
Rekord-Tempo? Torrekord? Bayern machen immer weiter
„Ich würde das noch nicht vergleichen mit Robben und Ribéry. Dafür habe ich zu viel Respekt vor diesen Flügelspielern, gegen die ich gespielt habe“, sagte Kompany. Anders als die Reportern ausweichenden Díaz und Olise gingen Robben und Ribéry auch abseits des Platzes als Führungsfiguren voran.
Kompanys Ensemble ist aber auf dem besten Weg, den Rekord der Blitzmeisterschaft aus der Ära von Robben und Ribéry zu knacken. In der Saison 2013/14 stand der FC Bayern am 25. März und nach dem 27. Spieltag als deutscher Meister fest. Geht es noch schneller? Die Spannung im Titelkampf tendiert bei elf Punkten Vorsprung nach 16 Spieltagen aktuell gegen null.
„Es sind diese Momente, in denen es 5:1, 6:1 oder 7:1 steht und wir trotzdem weitermachen, weiter pressen und versuchen, noch mehr Tore zu schießen. Das mag ich sehr“, schwärmte Kompany. Angesichts von 63 Toren nach nicht einmal der Hälfte der Saison - das sind fast vier Treffer pro Spiel - spricht viel dafür, dass es am Ende der Spielzeit einen Tor-Rekord geben könnte. 1971/72 (101 Tore) und 2019/20 (100 Tore) trafen die Münchner jeweils dreistellig.
„Spielen, rennen, rammeln“
Kane (ein Tor, eine Vorlage gegen Wolfsburg) führt die Schützenliste der Bundesliga mit 20 Treffern an. Olise (zwei Tore, zwei Vorlagen) und Díaz (ein Tor, zwei Vorlagen) belegen mit jeweils neun Treffern den geteilten zweiten Platz. Eine Torgier, wie sie selbst beim FC Bayern außergewöhnlich ist.
Was die beiden Flügelspieler - wie auch Traumtorschütze Kane - mitbringen, ist die Wettkampfhärte der englischen Premier League. Dort gehe es alle drei Tage um „spielen, rennen, rammeln“, sagte Eberl. Aber letztlich sei das egal: „Hauptsache, sie machen es so, wie sie es machen.“