Iran  Kann Trump den mutigen Iranern im Kampf gegen die Mullahs helfen?

Michael Clasen
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Von Michael Clasen
| 12.01.2026 16:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bei einer spontanen Kundgebung vor der US-Botschaft in Berlin richten sich Demonstranten mit einem direkten Appell an den US-Präsidenten. Foto: Imago / STEINSIEK.CH
Bei einer spontanen Kundgebung vor der US-Botschaft in Berlin richten sich Demonstranten mit einem direkten Appell an den US-Präsidenten. Foto: Imago / STEINSIEK.CH
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Im Iran kämpfen Menschen mutig gegen ein Regime, das mit Gewalt und Angst herrscht. Während die USA deutliche Signale senden, zeigt sich Europa auffallend zurückhaltend. Was kann helfen?

Seit Jahrzehnten klammert sich das Mullah-Regime mit einer Mischung aus religiösem Fanatismus und nackter Gewalt an die Macht. Doch die Geschichte lehrt uns: Kein System, das auf Unterdrückung, Folter und Mord fußt, währt ewig. Wieder einmal begehren die Menschen im Iran gegen die islamistische Diktatur auf. Ihr Mut ist von bewundernswerter Größe, denn sie begeben sich bei ihrem Kampf für die Freiheit in Lebensgefahr. Die Schergen des Regimes haben schon viele Demonstranten getötet.

Deshalb ist es ein starkes Signal, dass US-Präsident Donald Trump dem Regime eine unmissverständliche Botschaft gesendet hat: Wer unschuldige Iraner erschießt, muss mit der Antwort der Vereinigten Staaten rechnen. Diese Drohkulisse ist notwendig, um dem Blutvergießen Grenzen zu setzen. Aber reicht Trumps Warnung aus? Der US-Präsident will in Gesprächen mit dem Mullah-Regime ausloten, ob es zur Aufgabe bereit ist.   

Die US-Geheimdienste und Militärs werden gleichzeitig die Lage genau analysieren. Wozu sie fähig sind, haben sie oft bewiesen, etwa beim Angriff auf das iranische Atomprogramm. Aber sie werden auch das große Lagebild in der Region betrachten, gemeinsam mit den Verbündeten wie den Saudis und den Israelis abwägen und Szenarien durchspielen.

Das Gute: Die Reihen der Despoten lichten sich zusehends. Die Hamas ist dezimiert, die Hisbollah im Libanon massiv geschwächt. Nicolás Maduro sitzt seit seiner spektakulären Festnahme in New York in Haft, und Baschar al-Assad musste den bitteren Weg ins Exil nach Moskau antreten. Kreml-Herrscher Putin muss fürchten, dass nun auch seine Verbündeten in Teheran wackeln. Jene Drohnen, die Tag für Tag die ukrainische Zivilbevölkerung terrorisieren, haben übrigens ihren Ursprung in iranischen Fabriken. 

In dieser historischen Stunde ist Klarheit gefragt, doch Europa zaudert in dieser Schicksalsfrage einmal mehr. Während in Teheran die Menschen ihr Leben für westliche Werte riskieren, herrscht auf dem alten Kontinent weitgehend politische Funkstille.

Natürlich birgt der Sturz einer Diktatur Risiken. Doch die Iraner geben die einzig richtige Antwort: Sie sagen den Despoten den Kampf an. Wenn Trump eine Möglichkeit sieht, Hilfe zu schicken, sollte er sie nutzen. Und auch die Europäer sollten den Iranern applaudieren, Mut zusprechen und zur Seite stehen. Vor allem die Iranerinnen, die sich gegen Kopftuchzwang und Unterdrückung wehren, sind ein leuchtendes Vorbild für die Welt.

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