Osnabrück Was ich von Sturmtief Elli lernte
Der Montag muss nicht grau sein. In unserer neuen Kolumne „Der gute Start“ finden Sie künftig jeden Montag einen kurzen Impuls, der Mut macht, zum Nachdenken anregt oder einfach für ein Lächeln sorgt. Geschrieben von Menschen aus unserer Region für die Menschen in unserer Region.
Das Sturmtief Elli ist Geschichte, aber vielen sicher noch gut im Gedächtnis: Es hat Zugausfälle und Verkehrsunfälle mit sich gebracht, glatte Straßen und verschneite Wege. Man konnte den Eindruck bekommen, die Welt stand teilweise still.
Mir wird an solchen Tagen klar: Wir haben unser Leben nicht in der Hand. Wetterkapriolen können unsere Pläne durchkreuzen, Unvorhergesehenes ändert alles.
Andererseits bin ich dankbar für das, was auch unter diesen Umständen funktioniert. Das Wasser fließt und die Heizung läuft. Nach getaner Arbeit kann ich mich zu Hause aufwärmen und erholen – auch an so schwierigen Tagen wie in der vergangenen Woche. Und auch Ordnungs-, Reinigungs- und Rettungsdienste sind bei Wind und Wetter für uns unterwegs.
Die Dichterin Mascha Kaleko schreibt: „Sage nicht mein. Es ist dir alles geliehen. Lebe auf Zeit und sieh, wie wenig du brauchst.“ Das heißt für mich auch: Mir ist viel im Leben geschenkt, auch wenn nicht alles perfekt läuft. Für jede Erfahrung, für jedes gute Wort, für jeden Moment der Aufmerksamkeit will ich dankbar sein. Von einer guten Freundin weiß ich, dass sie abends drei Dinge in ein kleines Büchlein schreibt, für die sie heute dankbar ist. Mein später Vorsatz für das neue Jahr: Das mache ich auch. Das Büchlein und der Stift liegen schon auf meinem Nachttisch. Ich bin gespannt, was dabei rumkommt. Pastor Maik Stenzel, Diözesanjugend- und Schulseelsorger im Bistum Osnabrück