Osnabrück  Warnung vor Engpässen bei der Blutversorgung: Diese Blutgruppe ist in Osnabrück besonders gefragt

Jil Liebschner
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Von Jil Liebschner
| 15.01.2026 14:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Um die Blutversorgung aufrechtzuerhalten, sind Kliniken kontinuierlich auf die Spendenbereitschaft der Menschen angewiesen. Foto: Oliver Berg
Um die Blutversorgung aufrechtzuerhalten, sind Kliniken kontinuierlich auf die Spendenbereitschaft der Menschen angewiesen. Foto: Oliver Berg
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Schnee, Feiertage und Grippewelle setzen die Blutversorgung unter Druck: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt vor Engpässen bei der Versorgung und ruft zur Blutspende auf. Wie die Lage in Osnabrücker Kliniken aussieht und welche Blutgruppe besonders gefragt ist.

Die Feiertage, das Winterwetter und viele Krankheitsausfälle haben sich in den vergangenen Wochen spürbar auf die Blutversorgung in Deutschland ausgewirkt. Der DRK-Blutspendedienst NSTOB spricht von einer angespannten Lage und ruft mit Nachdruck zur Blutspende auf. Auch in Osnabrück beschäftigt das Thema die Kliniken – trotz derzeit ausreichender Reserven.

Das Winterwetter sorgte in den vergangenen Tagen für einen regelrechten Ausnahmezustand. Auch zahlreiche Blutspendetermine wurden aufgrund von Eis und Schnee kurzfristig abgesagt oder zogen deutlich weniger Spender an. Gleichzeitig sorgten die Feiertage und eine starke Grippewelle für ein niedriges Spendenaufkommen, weshalb der DRK-Blutspendedienst NSTOB nun eine angespannte Versorgungs­lage vermeldet.

In einem Blutspendebarometer gibt das Deutsche Rote Kreuz tagesaktuell Auskunft darüber, bei welchen Blutgruppen der Bedarf besonders groß ist. Stand 14. Januar gelten die Blutgruppen A, 0 und B- als „bedrohlich tief“ –, der Vorrat reiche hier nur noch für zwei Tage.

Insgesamt werden in Deutschland, nach Angaben des Blutspendedienstes, täglich rund 15.000 Blutspenden benötigt.

Auf Anfrage teilt die Pressestelle der Niels-Stensen-Kliniken mit, dass in den Kliniken aktuell ausreichende Bestände aller Blutgruppen vorhanden sind, um die Versorgung insbesondere in Not- und Eilfällen sicherzustellen. Um Engpässe dennoch zu vermeiden, wurden Transfusionen, bei denen es medizinisch vertretbar ist, teilweise auf die zweite Wochenhälfte verschoben, denn am Mittwoch gab es wieder eine vollumfängliche Lieferung.

Besonders gefragt ist laut Prof. Dr. med. Jerzy Roch Nofer, Chefarzt und Leiter des Instituts für Laboratoriumsmedizin, die Blutgruppe 0. Menschen mit 0 negativ gelten als Universalspender, ihr Blut kann im Notfall unabhängig von der Blutgruppe des Patienten eingesetzt werden. 0 positiv zählt zu den häufigsten Blutgruppen in Deutschland.

Darüber hinaus bestehe eine große Nachfrage für Thrombozytenpräparate. Diese werden insbesondere bei Chemotherapien eingesetzt.

Um die angespannte Versorgungslage wieder zu entspannen, appellieren sowohl der DRK-Blutspendedienst als auch die Osnabrücker Kliniken an alle gesunden und spendefähigen Bürger, zeitnah einen Blutspendetermin wahrzunehmen.

„Da Blutprodukte nur zeitlich begrenzt haltbar sind, sind Krankenhäuser kontinuierlich auf Blutspenden angewiesen“, erklärt Nofer. Mehrere Tage mit wenigen Spenden wirken sich so unmittelbar auf die Versorgung aus.

„Ein herzliches Dankeschön geht an alle, die bereits Blut gespendet haben oder dies in Zukunft tun werden“, heißt es seitens der Niels-Stensen-Kliniken. Aktuelle Termine in der Region sind auf der Internetseite des DRK-Blutspendedienstes NSTOB zu finden.

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