Überblick  Wie geht‘s mit diesen Emder Bauprojekten weiter?

| | 15.01.2026 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das alte Apollo-Kino wartet noch auf den großen Umbau. Foto: Mona Hanssen
Das alte Apollo-Kino wartet noch auf den großen Umbau. Foto: Mona Hanssen
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Apollo, Waage, Emsschule: Einige prestigeträchtige Bauprojekte in Emden sind noch nicht so weit, wie sie sein sollten. Wir haben bei der Stadt und Investoren nachgefragt. Wie geht es weiter?

Emden - Gut Ding will Weile haben, aber bei einigen großangekündigten Bauprojekten wird man in Emden dann doch ungeduldig. Wird das alte Apollo-Kino jemals saniert und mit neuem Leben gefüllt? Wird in der alten Waage irgendwann ein Brauhaus mit Außenterrasse entstehen? Und was ist mit der Emsschule und dem Torhaus am Neuen Delft? Wir haben bei der Stadt und Investoren nachgehakt.

Wie geht es bei der Emsschule weiter?

Die denkmalgeschützte Emsschule wird aufwendig saniert, damit unten eine Kita des Emder Kreisverbands vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) einziehen kann. Oben sind Büros fürs DRK geplant, das dann aus ihrer in die Jahre gekommenen Villa an der Friedrich-Ebert-Straße ausziehen könnte. Für die Kita war mal eine Eröffnung für 2026/27 angedacht. Da der DRK die Aufteilung der Kita- und Krippengruppen noch einmal verändert habe, seien dadurch unter anderem baulich andere Anforderungen entstanden. Das erklärt Udo Fuhrmann, Geschäftsführer des Emder Bauprojektentwicklungs-Unternehmen pro.ces.

Eine frühe Grafik der Emsschule. Grafik: Investor
Eine frühe Grafik der Emsschule. Grafik: Investor

Der neue Nutzer soll das sanierte Gebäude bestmöglich nutzen können, erklärt Fuhrmann. Dabei müssen unter anderem auch noch Denkmalschutz, die Statik und der Brandschutz bedacht werden. Ein komplexes Unterfangen. Gemeinsam mit dem Nutzer, dem Bauamt und der Denkmalschutzbehörde stünden sie in einer engen, konstruktiven Abstimmung, so Fuhrmann. „Unser vorrangiges Ziel ist eine zügige Umsetzung des Projekts“, betont er. Schnellstmöglich solle das Gebäude bezugsfertig sein. Aktuell werde für die Inbetriebnahme das Kita-Jahr 2027/28 angepeilt.

Wie geht es bei der Alten Waage weiter?

In der Alten Waage am Neuen Markt, in der derzeit das skandinavische Bekleidungsgeschäft „Björnson“ untergebracht ist, soll ein Brauhaus mit Außenterrasse des Unternehmens Nordmann Getränke entstehen. Zu diesen gehört beispielsweise auch das „Ols“-Brauhaus in Oldenburg. Die Stadt hatte am 5. November 2025 mitgeteilt, dass mit dem Investor für die Alte Waage „derzeit intensive Gespräche“ geführt würden. „Hier wird erwartet, dass innerhalb der kommenden drei Monate konkrete Umbaupläne vorgelegt werden“, hieß es damals weiter.

Die Alte Waage (rechts) ist ein prägendes Gebäude am Neuen Markt. Die Sanierung und eine Nutzung aus Brauhaus rückt immer weiter in die Ferne. Foto: Mona Hanssen
Die Alte Waage (rechts) ist ein prägendes Gebäude am Neuen Markt. Die Sanierung und eine Nutzung aus Brauhaus rückt immer weiter in die Ferne. Foto: Mona Hanssen

Jetzt sind fast drei Monate vergangen, was sagt die Stadt also nun zum Vorhaben? „Es wurde seitens der Stadt keine formelle Frist gesetzt und auch keine verbindliche Zusage des Investors bekannt“, schreibt Stadtsprecher Eduard Dinkela. Die Erwartung beziehe sich auf einen allgemein angenommenen zeitlichen Rahmen, nicht auf eine rechtlich oder vertraglich fixierte Vorgabe, so der Sprecher weiter. Ein zahnloser Tiger also? „Wir gehen davon aus, dass der Investor seinen Plänen Taten folgen lässt“, so Dinkela. Zu möglichen Zeitplänen, Baubeginn oder sichtbaren Veränderungen könne die Stadt derzeit keine Angaben machen, da diese Informationen ausschließlich beim Investor liegen. Dieser aber beantwortet Anfragen dieser Redaktion seit mehreren Monaten nicht mehr.

Gäbe es eine Alternative, wenn Nordmann doch abspringt? „Ein konkretes Alternativszenario wurde bislang nicht entwickelt oder kommuniziert, da die Stadt weiterhin davon ausgeht, dass der Investor das Projekt wie angekündigt umsetzt“, so Eduard Dinkela.

Wie geht es beim Apollo-Kino weiter?

Die Stadt hatte am 5. November 2025 auch mitgeteilt, dass pro.ces das denkmalgeschützte Apollo-Kino nach vielem Hin und Her, einem Brand und Versicherungsfragen nicht mehr sanieren will. Darin waren Wohnungen und ein „Teeater“ geplant. Wirtschaftliche Gründe wurden genannt. Trotz des Rückzugs der Investorengruppe arbeite die Stadt Emden aktiv an einer Fortführung des Nachnutzungsprojekts, schrieb die Stadt damals. Es würden Gespräche mit weiteren Interessenten geführt. Das Gebäude wurde bereits im August 2025 durch eine Fachfirma gereinigt.

Ein Entwurf für das Apollo-Kino. Grafik: Stadt Emden
Ein Entwurf für das Apollo-Kino. Grafik: Stadt Emden

Eine erneute Beratung im Rat sei in etwa drei Monaten vorgesehen, hieß es Anfang November. Gibt es schon was Neues? „Nein. Es gibt derzeit keinen neuen Sachstand zum Verkauf des Apollos“, schreibt Sprecher Eduard Dinkela. Aber: Spätestens im Frühjahr 2026 soll eine aktualisierte Beschlussvorlage für die Emder Politik vorliegen. Derzeit ist noch nicht klar, wann genau. Der Stadtentwicklungsausschuss des Emder Rats kommt laut Sitzungsplan am 10. Februar 2026 zusammen, doch eine Tagesordnung ist noch nicht veröffentlicht. Der Rat trifft sich erst am 19. März.

Am Neuen Delft soll das Projekt Torhaus umgesetzt werden. Grafik: Investor
Am Neuen Delft soll das Projekt Torhaus umgesetzt werden. Grafik: Investor

Wie geht es beim Torhaus am Neuen Delft weiter?

Am Neuen Delft sollen zwei „hafenbildprägende Gebäude zu Wohn- und Bürozwecken“ entstehen. Für das erste rund 28 Meter hohe Torhaus an der Blauen Brücke wurde von pro.ces der Bauantrag im Herbst 2024 gestellt. Jetzt ist das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen, sagt Udo Fuhrmann. Der Bau könnte also noch in diesem Jahr starten.

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