Schuljubiläum  Leybuchtpolder kämpft beim Festakt für Grundschul-Erhalt

Rebecca Kresse
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Von Rebecca Kresse
| 16.01.2026 17:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Bürgermeister Florian Eiben (rechts) überreichte Schulleiter Bernhard Schmunkamp als Geschenk einen Scheck für die Schule. Foto: Rebecca Kresse
Bürgermeister Florian Eiben (rechts) überreichte Schulleiter Bernhard Schmunkamp als Geschenk einen Scheck für die Schule. Foto: Rebecca Kresse
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Beim 70. Geburtstag der Grundschule in Leybuchtpolder fordern Gäste den Erhalt des Standorts. Eltern, Politik und Schulleitung machen Druck.

Norden - Vom Pastor über die Ortsvorsteher bis hin zu den Eltern- und Schülervertretern und natürlich auch dem Schulleiter selbst – alle nutzten die Feier 70 Jahre Grundschule Leybuchtpolder, um für den Erhalt der Grundschule zu kämpfen. Adressat der Wünsche und Bitten war vor allem ein Gast bei der Feierstunde in der dritten Reihe der Kirche in Leybuchtpolder: Bürgermeister Florian Eiben. Er überreichte den Anwesenden nicht nur einen Scheck als Geburtstagsgeschenk, sondern brachte noch etwas viel Wichtigeres mit – seine Unterstützung.

„Ich kann Ihnen ganz klar sagen als Bürgermeister, diese Grundschule an der Leybucht ist für mich elementarer Bestandteil der Norder Schullandschaft. Und sie soll nach meiner Meinung auch noch viele, viele Jahre weiter existieren“, sagte Eiben in seinem Grußwort. In seiner Rede griff Eiben die Argumente mit auf, mit denen die Anwohner seit Wochen für den Erhalt ihrer Schule kämpfen. „Diese Schule ist mehr als ein Gebäude. Sie ist das Werk vieler Menschen, die mit Herz, Mut und erstaunlicher Gelassenheit durch wechselvolle Zeiten diese Schule geführt haben. Über sieben Jahrzehnte blieb ein Wert immer unverändert. Die besondere Verbindung zwischen Schule, Eltern, Vereinen, Kirche und den Ortsteilen drumherum. Es sind Menschen, die sich hier engagieren, die sagen: ‚Unsere Schule, unser Rückgrat im Polder‘. Und diese Stärke spürt man noch heute, 70 Jahre nach der Gründung. Eine Grundschule, die familiär, nahbar und vertraut ist. Eine Schule, die Kinder Geborgenheit gibt und gleichzeitig Raum für Neugier schafft. Eine Schule, die sich auch immer wieder neu erfinden muss, ohne dabei ihren Charakter zu verlieren“, sagte Eiben.

Ein Klassenraum, eingerichtet für die neue Montessori-Pädagogik an der Grundschule in Leybuchtpolder. Foto: Rebecca Kresse
Ein Klassenraum, eingerichtet für die neue Montessori-Pädagogik an der Grundschule in Leybuchtpolder. Foto: Rebecca Kresse

Ortsvorsteher hofft auf 100. Geburtstag

Damit dürfte er bei den Menschen in Leybuchtpolder offene Türen einrennen. In der Frage der künftigen Schulentwicklung in Norden wird am Ende aber nicht der Bürgermeister, sondern die Ratspolitik entscheiden. Einer, der sich sowohl im Rat als auch bei der Geburtstagsfeier für den Erhalt „seiner“ Grundschule einsetzte, ist der Ortsvorsteher von Leybuchtpolder, Alwin Mellies (CDU). Er selbst und auch seine Kinder besuchten die Grundschule Leybuchtpolder. „Wir alle wissen, was diese Schule für diesen Ort bedeutet. Und wir haben diese Schule sehr zu schätzen gelernt, wissen, dass sie uns für ein Leben geprägt hat, dass wir in dieser Schule viel gelernt haben. Auch die Gemeinschaft, die diesen Ort auszeichnet. Ich bin stolz, dass wir diese Schule hier haben und ich hoffe, dass wir diese Schule noch viele Jahre erhalten können. Das größte Geschenk für mich und auch für diesen Ort wäre, wenn wir den 100. Geburtstag der Schule hier auch gemeinsam feiern könnten.

Ins gleiche Horn blies Heike Ippen, ZoB-Ratsfrau und Ortsvorsteherin Neuwesteel. „Die Grundschule Leybucht ist weit mehr als ein Ort des Lernens. Es ist ein Mittelpunkt unseres ländlichen Lebens. Ein Haus, in dem Kinder ihre ersten großen Schritte in die Welt des Wissens machen, Freundschaften schließen und wichtige Werte mit auf den Weg bekommen“, sagte Ippen und ergänzte: „Unsere Welt verändert sich und mit ihr die Anforderungen an Bildung. Doch eines bleibt: die Bedeutung einer starken, lebendigen Dorfschule vor Ort. Ich bin zuversichtlich, dass die Grundschule an der Leybucht auch in Zukunft ein verlässlicher Anlaufpunkt für unsere jungen Menschen aus Leybuchtpolder, Neuwesteel, Westermarsch und Schonorther Sommerpolder sein wird“, so Ippen.

Die Schüler der Grundschule Leybuchtpolder führten zum Geburtstag mehrere Musikstücke auf. Foto: Rebecca Kresse
Die Schüler der Grundschule Leybuchtpolder führten zum Geburtstag mehrere Musikstücke auf. Foto: Rebecca Kresse

Entscheidung über Schulentwicklung im Wahljahr

Derzeit diskutieren die Verwaltung, die Ratspolitik und Vertreter der Schule unter anderem darüber, ob es künftig bei diesem Schuleinzugsbereich bleibt, ob die Grundschule an der Leybucht eigenständig bleibt, als Zweigstelle der Grundschule Süderneuland zugeordnet wird oder aufgrund der geringen Schülerzahlen ganz geschlossen werden sollte. Eine Entscheidung darüber, wie die künftige Schullandschaft in Norden aussehen soll, ist für 2026 vorgesehen – ein heikles Thema für ein Jahr, in dem die nächsten Kommunalwahlen stattfinden. Das weiß auch Florian Eiben, der sich erneut für das Bürgermeisteramt bewirbt.

Elternvertreterin Petra Schober wandte sich deshalb auch direkt an ihn: „Unsere Schule ist vielleicht klein, aber gerade das macht sie so besonders. Hier kennt man sich, hier ist Gemeinschaft nicht nur ein Wort, sondern Realität. Wir Eltern schätzen die persönliche Atmosphäre, die individuelle Förderung der Kinder und die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern. Als Elternvertreterin möchte ich betonen, wie wichtig diese Schule für unsere Familien und unser Dorf ist. Sie ist das Herzstück unserer Dorfgemeinschaft. Sie gehört zum Dorf wie der Deich zum Meer. Deshalb setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass sie bleibt.“

Alwin Mellies (CDU, von links), Heike Ippen (ZoB) und Bürgermeister Florian Eiben besichtigten nach der Feierstunde die Räume der Grundschule. Foto: Rebecca Kresse
Alwin Mellies (CDU, von links), Heike Ippen (ZoB) und Bürgermeister Florian Eiben besichtigten nach der Feierstunde die Räume der Grundschule. Foto: Rebecca Kresse

Schulleiter kämpft für Erhalt seiner Schule

Schulleiter Bernhard Schmunkamp machte die Brisanz der Lage deutlich: „Im Frühjahr 2026 wird die Stadt Norden darüber abstimmen, ob unsere Schule erhalten bleibt und in welcher Form dies dann geschehen wird.“ Noch einmal nutzte Schmunkamp die Gelegenheit über die aktuellen Zahlen seiner Schule zu informieren. Insgesamt 53 Schüler besuchen derzeit die vier Jahrgänge in Leybucht. Seit diesem Jahr darf sich die Regelschule zusätzlich Montessori-Schule nennen. Außerdem liege sie direkt an einem Naturschutzgebiet, biete den Schülern aufgrund des grünen Schulhofs viele Möglichkeiten zum natürlichen Spiel. „Vieles spricht dafür, unsere Schule zu erhalten. Nicht zuletzt eine engagierte Elternschaft und der gut aufgestellte Förderverein. Ich hoffe, dass wir das so weiter machen können und dürfen“, so Schmunkamp.

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