Alpiner Weltcup Wieder vor Vonn: Großer Sieg für Ski-Juwel Aicher

Christoph Lother und Manuel Schwarz, dpa
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Von Christoph Lother und Manuel Schwarz, dpa
| 18.01.2026 12:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vierter Sieg der Karriere, zweiter der Saison: Emma Aicher ist obenauf. Foto: Giovanni Auletta/AP/dpa
Vierter Sieg der Karriere, zweiter der Saison: Emma Aicher ist obenauf. Foto: Giovanni Auletta/AP/dpa
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Skirennfahrerin Emma Aicher gewinnt den Super-G von Tarvisio. Knapp drei Wochen vor Olympia ist es eine weitere Ansage - auch an Lindsey Vonn. Und es gibt noch weitere deutsche Mutmacher.

In aller Ruhe beobachtete Emma Aicher vom Zielraum aus, wie sich eine Konkurrentin nach der anderen an ihrer Bestzeit die Zähne ausbiss. Das Ski-Juwel nährt weiter die Hoffnungen auf einen deutschen Olympia-Coup. Knapp drei Wochen vor der Eröffnung der Winterspiele in Italien gewann Aicher den Super-G von Tarvisio. Auch die Formkurve von Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann, die Achte wurde, zeigt weiter nach oben. Gibt’s in Cortina d’Ampezzo im Februar womöglich schwarz-rot-goldene Pisten-Festspiele?

Trainer wagt schon Vergleiche mit Vonn

„Es ist schon noch ein Stück bis dahin“, sagte die 22 Jahre alte Aicher nach ihrer Fabelfahrt dem ZDF. Sie wolle sich einfach auf ihr Skifahren konzentrieren und auch noch ein paar gute Trainingstage sammeln. Der vierte Weltcup-Sieg der Karriere dürfte ihr dabei aber durchaus weiteren Schwung verleihen. Von oben bis unten sei sie in Tarvisio gut gefahren, meinte die Athletin vom SC Mahlstetten. Damit war sie auch wieder mal schneller als die langjährige Speed-Queen Lindsey Vonn.

Die US-Amerikanerin musste sich mit Platz zwei begnügen - wie schon bei Aichers Triumph in der zweiten Abfahrt von St. Moritz in der Schweiz im Dezember. Aicher gegen Vonn: Zeichnet sich da etwa ein kleines Privatduell ab? Das starke Weltcup-Comeback der 41-Jährigen, die in diesem Winter bislang in bemerkenswerter Regelmäßigkeit auf das Podest fährt, ist auf jeden Fall auch eine Art von Motivation und Inspiration für die junge Deutsche.

Frauen-Bundestrainer Andreas Puelacher wagt sogar schon erste Vergleiche. „Die Emma ist auf der gleichen Stufe wie die Lindsey vom Gefühl her“, sagte er unlängst. Vom skifahrerischen Gefühl her versteht sich - und zwar vor allem in den schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G. Ob in den Gleitpassagen oder Kurven - hier kommt Aichers gutes Gespür besonders zum Tragen.

Emma Aicher präsentiert sich drei Wochen vor Olympia in starker Form. Foto: Marco Trovati/AP/dpa
Emma Aicher präsentiert sich drei Wochen vor Olympia in starker Form. Foto: Marco Trovati/AP/dpa

Schon sieben deutsche Podestplätze

Sie ist mittlerweile die größte Olympia-Hoffnung des deutschen Alpin-Teams - aber längst nicht die einzige. Beim Sieg der Italienerin Nicol Delago in der Abfahrt von Tarvisio am Samstag war Weidle-Winkelmann als Zweite auf das Podium gefahren. Sieben Podestplätze stehen für die deutschen Frauen in dieser Saison in Summe schon zu Buche: vier durch Aicher, zwei durch Weidle-Winkelmann, einer durch Slalom-Spezialistin Lena Dürr.

„Die Form stimmt“, sagte Weidle-Winkelmann. Was sie auf sich persönlich bezog, gilt aber eben auch für die Kolleginnen. In Cortina d’Ampezzo war die Starnbergerin 2021 völlig überraschend zu WM-Silber in der Abfahrt gerast. An die Leistung von damals hatte sie seitdem selten anknüpfen können. Kriegt die 29-Jährige jetzt, kurz vor der Rückkehr in die Dolomiten, wieder die Kurve?

Auch Aicher hat beste Erinnerungen an Cortina, trug dort bei der WM vor fünf Jahren ohne jegliche Weltcup-Vorerfahrung zur deutschen Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb bei. Diesmal reist sie nicht mehr als Unbekannte an, sondern als Mitfavoritin. Und das in gleich mehreren Disziplinen.

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