Osnabrück  Kleine Steine, große Wirkung: First Lego League in Osnabrück ist mehr als ein Spiel

Malte Schipper
|
Von Malte Schipper
| 18.01.2026 13:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mit Robotern auf dem Spieltisch Schätze zutage fördern hieß am Carolinum die Aufgabe für die jungen Teilnehmer. Foto: Denise Matthey
Mit Robotern auf dem Spieltisch Schätze zutage fördern hieß am Carolinum die Aufgabe für die jungen Teilnehmer. Foto: Denise Matthey
Artikel teilen:

Wie kann man Schülerinnen und Schüler heute für MINT-Fächer begeistern? Dieser Frage widmet sich die „First Lego League“. Am Osnabrücker Gymnasium Carolinum fand der Regionalentscheid statt.

Die MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – stehen bei vielen Schülern auf der Beliebtheitsskala nicht unbedingt ganz oben. Oft wird der Unterricht als wenig alltagsbezogen und trocken empfunden wird. Um dieses Image zu verbessern, wurde 1998 die „First Lego League“ gegründet, die nun Station in Osnabrück machte.

Die Idee: Jugendliche bauen Roboter aus Lego-Steinen, programmieren diese und präsentieren das Ergebnis einer Jury. Auch Teamgeist, Zusammenarbeit und fairer Wettkampf fließen in die Bewertung ein.

Beim Regionalentscheid in der Pausenhalle des Carolinum in Osnabrück trafen am 17. Januar 2026 acht Teams aus Stadt und Region aufeinander. Unter dem Motto „Unearthed“, also „ausgegraben“, präsentierten die 9- bis 16jährigen Schüler selbstgebaute Roboter aus der „Lego-Mindstorm“-Reihe. Diese mussten selbstständig auf einem Spieltisch Aufgaben zum Thema „Archäologie“ ausführen.

Sven Klecker war für die Durchführung verantwortlich. Der 29-Jährige unterrichtet am Carolinum Mathematik und Informatik, ist für letzteres Fach auch Obmann. Er ist prädestiniert als Organisator: Als Schüler hat er selbst an mehreren Wettbewerben teilgenommen, auch an der First Lego League.

Was er als Lehrer beobachtet: Die Schüler haben heute viele Hobbies und Interessengebiete. „Umso schöner ist es, dass sie auch im MINT-Bereich mitmachen“, findet Klecker. Die Veranstaltung soll „natürlich Spaß machen“, aber als Lehrer hofft er auf mehr: „Es geht auch darum, dass einige später in Forschung und Wirtschaft etwas Begeisterndes für die Gesellschaft hervorbringen.“

Wie sieht es mit dem Klischee aus, solche Wettbewerbe seien ein „Jungsding“? „Neutral betrachtet ist die Quote der männlichen Teilnehmer höher“, bestätigt Klecker. Aber: „Ich sehe ganz viele begeisterte junge Mädchen, die teilweise bessere Ergebnisse erzielen. Auch in der Praxis müssen wir zeigen, dass MINT keine Männerdomäne sein muss.“

Den Regionalwettbewerb am Carolinum Osnabrück konnte das Team „KSU Robotix“ vom Kreisgymnasium St. Ursula Haselünne für sich entscheiden. Den zweiten bzw. dritten Platz sicherten sich „Team MAG Robos“ bzw. „Team MAG Robotics“, beide von der Mathilde Anneke Gesamtschule Münster. Die nächste Stufe des Wettbewerbs folgt am 22. Februar in Aachen.

Ähnliche Artikel