Ihlow Wie Reinhold Adden den VdK in Ihlow prägte
Per Zufall kam er zum Vorsitz des Ortsverbands und hatte viele Erfolge. Jetzt soll für ihn nach zehn Jahren Schluss sein.
Ihlow - Sie vermitteln bei Fragen der Rente und sorgen auch für das ein oder andere Geselligkeitsgefühl: Die Mitglieder des Sozialverbands VdK Ihlow. Der kleine Ortsverband hat schon seit Jahren Zuwachs. Nun steht aber vieles auf der Kippe. Denn der langjährige Vorsitzende möchte sich zurückziehen.
Er wolle nicht bei den Wahlen im März antreten, sagt Reinhold Adden im Gespräch mit der Redaktion. Nun wird ein neuer Vorsitzender gesucht. Bislang ist noch kein Nachfolger in Sicht.
Vorsitzender aus Zufall
Reinhold Adden kam eher zufällig an den Vorsitz. Plötzlich habe bei ihm ein Mann auf der Terrasse gestanden und gefragt, ob er das nicht machen wolle, berichtet Adden. Der Ludwigsdorfer war da gerade einmal zwei Jahre Mitglied im Verein und hatte sich nicht für den Vorsitz beworben. Seine Frau Gertrud und er hatten kurz vor der Verrentung vor allem ein Sicherheitsgefühl haben wollen. Deshalb waren sie im Jahr 2013 in den VdK eingetreten. „Aber da ich schon immer recht umtriebig war, hat es nicht lange gedauert und ich habe zugesagt“, erinnert sich der Ludwigsdorfer.
Was er überlassen bekam, war ein dünner Ordner, in dem alles „bunt durcheinander“ abgeheftet war. Es gab keine Strukturen, keine festen Abläufe. Der Vorgänger war nach Krankheit verstorben, also war auch niemand vor Ort, um eine Übergabe zu machen.
Corona sorgte für Sprung ins Digitale
Einmal im Monat bekam der Vorstand eine Liste mit Mitgliedern. Nur Namen waren verzeichnet, aber nicht, wer neu und wer verstorben war. Viele Informationen fehlten. Auch das Einladen zu Veranstaltungen gestaltete sich recht mühselig. Einladungen wurden in der Geschäftsstelle in Aurich ausgedruckt und verteilt.
Adden, der selbst beruflich in der Softwareentwicklung gearbeitet hatte, regte an, die E-Mail-Adressen der Mitglieder anzufragen. Erst tat sich nichts. „Tja, und dann kam Corona“, sagt Adden. Er setzte sich selbst ans Telefon und telefonierte die 240 Mitglieder ab. Am Ende lagen von zwei Dritteln der Mitglieder die E-Mail-Adressen vor. So konnte nach der Anschaffung eines Computers und eines Druckers mit Hilfe von Fördergeldern der Sprung ins Digitale geschafft werden.
Dafür wurde ein digitales Kassenbuch eingeführt, um etwa die Ausgaben für Veranstaltungen wie Weihnachtsfeiern, nachvollziehen zu können. Mit dem modernen E-Mail-System konnte der Ortsverein die Mitglieder besser erreichen. Auch eine Webseite baute sich der Ortsverband auf. Sie wird nun regelmäßig von einer Vorstandskollegin gepflegt.
Bestelltes Feld für Nachfolger
Auch nach der Pandemie ging es gut weiter für den Verein. Immer mehr Menschen traten ein. 330 Mitglieder zählt der Ihlower Ortsverband derzeit. Die eine Hälfte sei im Alter unter 60 Jahren, die andere über 60. Warum im Gegensatz zu anderen Vereinen, denen die Mitglieder schwinden, beim VdK die Zahlen nach oben gehen, erklärt sich der Ludwigsdorfer so: „Ich denke, das ist ein Gefühl der Sicherheit, das die Menschen brauchen.“
So wie Adden und seiner Ehefrau, die damals vor der Rente dieses Sicherheitsgefühl suchten, gehe es vielen Mitgliedern. Und auch der gesellige Teil kommt im Verband nicht zu kurz. Der Zulauf zu Veranstaltungen wie Weihnachtsfeiern Grillfesten oder Ausflügen zum Theater wachse.
Vorstand hofft auf Nachfolger
Deswegen hofft der jetzige Vorstand auch, dass sich ein Nachfolger für Reinhold Adden findet. Denn bis auf Gertrud Adden bliebe dem Nachfolger oder der Nachfolgerin das Vorstandsteam erhalten. Adden würde quasi ein bestelltes Feld hinterlassen. Er selbst möchte seinem Nachfolger oder Nachfolgerin auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Also genau das Gegenteil zu dem, was er selbst am Anfang seiner Zeit als Vorsitzender des Ortsverbands erlebt habe. Nur möchte er eben aufhören, um Platz für junge Köpfe zu machen.
Und wenn sich niemand bis zu den Wahlen im März findet? Reinhold Adden macht eine Handbewegung nach unten. Dann würde alles, was er und sein Team in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, in ein Loch fallen, sagt er.